Einspruch

Jenseits von Schweden

Schweden will Palästina als Staat anerkennen. Das hat der neue Ministerpräsident Stefan Löfven bei seiner Antrittsrede am Freitag deutlich gemacht. Israel hat diesen Stockholmer Kurswechsel umgehend kritisiert. Auch aus schwedischer Sicht scheint diese Ankündigung fragwürdig und vor allem voreilig, denn dieses wichtige Thema der schwedischen Außenpolitik hätte vorab im Reichstag diskutiert werden müssen. Immerhin ist diese Regierung eine Minderheitsregierung aus Sozialdemokraten und Grünen. Zusammen haben sie gerade einmal 38 Prozent der Stimmen im Parlament.

Außerdem: Ist Löfven nicht bekannt, dass zwei palästinensische Gebiete mit unterschiedlichen Regimen existieren? Welches Palästina meint der Regierungschef? Das der Hamas, die Gaza beherrscht und von der Europäischen Union als terroristische Organisation eingestuft wird, oder das der Fatah im Westjordanland?

charta Löfven verweist auf eine zukünftige Zweistaatenlösung. Nur hat die Hamas immer wieder deutlich gemacht, dass sie Israel unter keinen Umständen anerkennen will. Davon zeugen sowohl ihre Charta und ihre Aussagen als auch die drei Kriege, die sie seit ihrem Staatsstreich 2007 gegen Israel angezettelt hat.

Die schwedische Regierung hätte ihre Ankündigung mit der klaren Forderung verknüpfen müssen, Israel uneingeschränkt anzuerkennen. Das muss auch für die Palästinensische Autonomiebehörde gelten, deren antiisraelische und sogar antisemitische Rhetorik nicht allzu sehr hinter der der Hamas zurücksteht. Der Auftritt von Präsident Abbas neulich vor den Vereinten Nationen, wo er Israel des »Völkermordes« im jüngsten Gazakrieg anklagte, war da nicht gerade konstruktiv.

All das sollten die politisch Verantwortlichen in Stockholm mit in Betracht ziehen. Ob sie das tun? Daran ist zu zweifeln. Denn schon im Wahlkampf hatte Löfvens Partei »israelische Kriegsverbrechen« beklagt. Auch ein wenig voreilig.

Die Autorin ist Generalsekretärin der »Svensk Israel-Information«.

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Die schwedischen Linken-Politiker Hanna Gedin und Jonas Sjöstedt

Jerusalem

Israel verweigert zwei schwedischen EU-Abgeordneten die Einreise

Jonas Sjöstedt und Hanna Gedin von der schwedischen Linkspartei wollen in der vergangenen Nacht anreisen, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu besuchen

 24.08.2026

Hand zeigt ein Smartphone mit dem ChatGPT Logo vor rotem Hintergrund

Künstliche Intelligenz

Sam Altmans ChatGPT zeigt ab heute Werbung

Einige User werden von nun an Werbung sehen. Wie werden gesuchte Antworten von Anzeigen getrennt?

 24.08.2026

MIttlerer Osten

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg - und droht Golfstaaten

Im Iran-Krieg wird aktuell nicht gekämpft. Washington will Teheran wirtschaftlich in die Knie zwingen. Der Iran gibt sich selbstbewusst - und droht den USA und ihren Verbündeten mit Konsequenzen

 24.08.2026

Teheran

Erneut Hinrichtung nach Massenprotesten im Iran

Die iranische Führung schlug die Proteste im Januar brutal nieder. Seitdem werden immer wieder Menschen exekutiert. Die Hinrichtungen sind auf einem Rekordniveau

 23.08.2026

Sachsen-Anhalt

Magdeburger CDU-Abgeordneter offen für Gespräche mit Linken

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt drohen komplizierte Mehrheiten: Dabei wird auch immer wieder eine Zusammenarbeit von CDU und Linken gegen die AfD diskutiert

 23.08.2026

Landtagswahlen

Umfrage: Jeder Zweite hält die AfD für rechtsextrem

Brandmauer? Parteiverbot? Über den richtigen Umgang mit der AfD sind sich die Menschen uneins. Das Insa-Institut hat gefragt, was sie über die Partei denken

 23.08.2026

Debatte

Schramm unterstützt Knobloch in AfD-NSDAP-Vergleich

Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen warnt vor einer Normalisierung rechtsextremer Positionen. Der wachsende zeitliche Abstand zur NS-Zeit dürfe nicht dazu führen, dass die Lehren aus der Geschichte verblassen, betont er

 23.08.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragter befürwortet schärferes Strafrecht

Felix Klein fordert unter anderem härtere Strafen für die Unterstützung der Hamas auf Demonstrationen. Und auch an den Schulen müsse sich etwas ändern

 23.08.2026