Reisen

Israelischer Reisepass verliert an Wert

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der israelische Reisepass hat im internationalen Vergleich an Wert verloren. Dies geht aus der neuen Rangliste des Henley Passport Index hervor. Israel rutschte darin von Platz 18 auf Platz 20 ab. Grund dafür sind neue Reiseeinschränkungen und der Verlust visafreier Einreisemöglichkeiten in fünf Ländern.

Bis vor wenigen Monaten konnten Israelis ohne Visum in 170 Staaten reisen, inzwischen sind es laut Henley & Partners nur noch 165. Unter anderem hätten die Malediven und Kolumbien ihre Visabefreiungen infolge des Krieges zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas zurückgenommen. Auch Mauritanien, Somalia und Myanmar hätten den Status geändert.

Während Israel leicht zurückfiel, verzeichneten die Vereinigten Staaten einen deutlich stärkeren Einbruch. Der US-Pass, der 2014 noch an der Spitze des Index stand, befindet sich erstmals seit zwei Jahrzehnten nicht mehr unter den zehn stärksten Pässen der Welt. Mit visafreiem Zugang zu 180 von 227 Reisezielen liegt die USA nun auf Rang 12 – gleichauf mit Malaysia.

»Globale Machtbalance«

Henley-&-Partners-Chef Christian H. Kaelin erklärte, solche Verschiebungen seien Ausdruck größerer Veränderungen: »Die abnehmende Stärke des US-Passes zeigt eine Verschiebung in der globalen Machtbalance. Länder, die auf Offenheit und Kooperation setzen, gewinnen an Einfluss, während jene, die auf alten Privilegien ruhen, zurückfallen.«

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Angeführt wird die Liste erneut von Singapur, dessen Bürgerinnen und Bürger ohne Visum in 193 Staaten reisen dürfen – so viele wie bei keinem anderen Land. Dahinter folgen Südkorea (190) und Japan (189). Den vierten Platz teilen sich Deutschland, Italien, Luxemburg, Spanien und die Schweiz mit jeweils 188 visafreien Zielen.

Dicht dahinter liegen Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland und die Niederlande (187). Auch Griechenland, Ungarn, Neuseeland, Norwegen, Portugal und Schweden (186) finden sich unter den Spitzenreitern.

»Fein austariert«

Australien, Tschechien, Malta und Polen belegen mit 185 Zielen Rang sieben, gefolgt von Kroatien, Estland, der Slowakei, Slowenien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Vereinigten Königreich (184). Kanada erreicht Platz neun (183), während Lettland und Liechtenstein mit 182 Reisezielen die Top 10 abschließen.

Bemerkenswert ist laut Henley & Partners auch der Aufstieg Chinas: Vor zehn Jahren lag das Land noch auf Platz 94, heute steht es auf Rang 64 – ein Zuwachs um 37 visafreie Destinationen. Peking verfolge gezielt eine Politik der »verstärkten Offenheit«, hieß es, unter anderem durch neue Abkommen mit Russland, Golfstaaten und europäischen Ländern.

Kaelin fasste die Entwicklung so zusammen: »Diese scheinbar kleinen Veränderungen haben große Auswirkungen – sie zeigen, wie fein austariert die globale Reisefreiheit inzwischen ist.« im

Der gesamte Henley Passport Index ist hier einsehbar.

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