USA

Israelische Nationalschätze auf Trumps Toilette?

Donald Trump Foto: dpa

USA

Israelische Nationalschätze auf Trumps Toilette?

Die wertvollen Antiquitäten hätten nur vier Wochen bleiben sollen / Behörden bemühen sich um Rückgabe

von Sabine Brandes  18.07.2023 14:46 Uhr

Sie sollten nur vier Wochen bleiben – und sind nun bereits seit vier Jahren fort. Verschiedene Altertümer, die zur israelischen Nationalschatzsammlung gehören, werden auf dem Anwesen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in Mar-a-Lago aufbewahrt, berichtet jetzt die israelische Tageszeitung Haaretz. Hochrangige Beamte hätten bereits mehrfach versucht, sie nach Israel zurückzubringen. Bislang ohne Erfolg.

CHANUKKA Bereits 2019 waren die Antiquitäten mit Erlaubnis des damaligen Direktors der israelischen Altertumsbehörde, Israel Hasson, für eine Ausstellung in die USA geschickt worden. Es gehören antike Keramikkerzen dazu, die im Rahmen einer Chanukka-Veranstaltung in Washington gezeigt und dann nach Israel zurückgebracht werden sollten. An der Feier nahmen der damals amtierende Trump und der jüdisch-amerikanische Spender der israelischen Antiquitätenbehörde, Saul Fox, teil.

Die wertvollen Exponate wurden jedoch weder gezeigt, noch kamen sie wieder in Israel an. Stattdessen seien sie in Trumps Anwesen in Florida gelandet, so der Bericht. Hasson erklärt darin, dass man sich aus Sorge vor Schäden gegen einen Transport per Linienflug oder Spedition entschieden habe. »Wir wollten, dass unser Mann sie zurückbringt, aber dann brach Covid aus, und alles blieb stecken.«

Veröffentlichte Fotos zeigen stapelweise Geheimpapiere, unter anderem auf dem Boden eines Büros und in einem Badezimmer.

Die Antiquitätenbehörde, fügte Hasson hinzu, habe Saul Fox gebeten, die Gegenstände für eine begrenzte Zeit aufzubewahren, bis sie sicher nach Israel zurückgebracht werden könnten. Das jedoch geschah offenbar nicht.

Denn vor einigen Monaten hätten israelische Behörden erfahren, dass die Schätze stattdessen auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago gelandet seien. Dort befänden sie sich noch immer. Der jetzige Chef der Antiquitätenbehörde, Eli Eskozido, habe das Außenministerium in Jerusalem, den Minister für strategische Angelegenheiten Ron Dermer, und den ehemaligen US-Botschafter in Israel, David Friedman, kontaktiert und sie um Hilfe bei der Rückgabe der Gegenstände gebeten.

WEISSES HAUS Mar-a-Lago war bereits mehrfach in den Schlagzeilen. Zuletzt in diesem Jahr, als das FBI dort Räumlichkeiten durchsuchte und Kisten mit Dokumenten aus dem Weißen Haus fand, die zum Teil »top-secret« eingestuft waren. Anschließend veröffentlichte Fotos zeigten stapelweise Geheimpapiere, unter anderem auf dem Boden eines Büros und in einem Badezimmer.

»Es würde uns nicht wundern, wenn wir schließlich auch die von Israel gesuchten Schätze auf irgendeiner Toilette von Trump finden würden«, zitiert Haaretz eine anonyme Quelle, die mit der Angelegenheit vertraut sei.

Hannover

Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef erhoben

Ihm werden Verstöße gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026