Umfrage

Israelis fürchten schlechtere Lage für Juden in Europa

Die Hebräische Universität in Jerusalem Foto: Flash 90

Die Lage für Juden in Europa wird sich nach Einschätzung einer Mehrheit von jüdischen Israelis verschlechtern. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die die Hebräische Universität Jerusalem (HU) anlässlich des internationalen Holocaustgedenktags (27. Januar) am Dienstag veröffentlichte. Je älter und religiöser die Befragten waren, desto pessimistischer war demnach ihre Einschätzung zur Zukunft der Juden in Europa. Befragt wurden 1000 jüdische und arabische israelische Erwachsene.

53 Prozent der befragten jüdischen Israelis gaben demnach an, die Situation werde sich für Juden in Europa verschlechtern, während 25 Prozent angaben, sie erwarteten eine gleichbleibende Lage. Die befragten arabischen Israelis äußerten die Annahme, die Lage für Juden in Europa werde unverändert bleiben (52 Prozent) oder sich verbessern (20 Prozent).

ANTISEMITISMUS Im Blick auf die am antisemitischsten eingeschätzten Länder Europas ergab sich eine unterschiedliche Bewertung je nach Religiosität der Befragten. Während strengreligiöse Juden Deutschland als am stärksten antisemitisch einschätzten, setzten traditionell-religiöse Juden Frankreich an erste Stelle. Polen führt die Liste der antisemitischsten Länder in der Bewertung säkularer Juden an, während aus Sicht der arabischen Befragten Polen und Deutschland die Liste anführen.

Die Mehrheit der jüdischen Umfrageteilnehmer hielt Kritik an Israel nicht per se für antisemitisch. Geteilter Meinung waren Juden und Araber darüber, ob die Politik der EU antisemitisch ist. 27 Prozent der jüdischen Befragten lehnte diese Aussage ab, während ebenso viele sie für richtig hielt. 53 Prozent der arabischen Befragten sah hingegen keinerlei Zusammenhang zwischen der EU-Politik und Antisemitismus.

Die Mehrheit der befragten Israelis sehe zwar einen Zusammenhang zwischen der Kritik an Israel, der europäischen Politik und Antisemitismus, äußerte sich gleichzeitig aber »viel differenzierter als die israelischen Politiker«, sagte Gisela Dachs, Professorin am Europäischen Forum der HU und Hauptautorin der Umfrage. Israelis, die mit Europa vertraut seien, wüssten zwischen den verschiedenen Ländern zu unterscheiden. Dies spiegele sich in der Umfrage wider. Die Erhebung wurde von der Hanns-Seidel-Stiftung in Jerusalem mitfinanziert. kna

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026

Hamburg

Teheraner Regime soll Ermordung von Josef Schuster geplant haben

Das iranische Mord-Komplott richtete sich auch gegen den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck

 21.05.2026 Aktualisiert

Berlin

Zentralrat startet Initiative gegen Antisemitismus im Fußball

Slogans wie »Aus Liebe zum Spiel. Gegen Antisemitismus« sowie »Mitfiebern. Gegen Antisemitismus« sollen zum DFB-Pokalfinale auf digitalen Werbetafeln zu sehen sein

 21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Nahost

Strategische Oberhand

War der Krieg gegen das iranische Regime ein Fehlschlag? Eine Analyse

von Michael Wolffsohn  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026