Istanbul

Islamischer Staat plante Anschläge auf Synagogen

Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul war wegen der Terrorgefahr zeitweilig für den Besucherverkehr geschlossen. Foto: picture alliance / abaca

Die türkischen Behörden haben 15 IS-Kämpfer verhaftet, die in Verdacht stehen, Aufträge ihrer Organisation für Anschläge erhalten zu haben. Die Terrorakte sollten sich dem Vernehmen nach gegen Konsulate, Kirchen und Synagogen richten.

Erkenntnisse des türkischen Geheimdienstes führten offiziellen Angaben zufolge zu den Festnahmen der Mitglieder des sogenannten Islamischen Staates. Wie Anadolu, die staatliche Nachrichtenagentur, berichtete, sollten die Verdächtigen das niederländische und das schwedische Konsulat angreifen. Welche Kirchen oder Synagogen anvisiert wurden, ist unklar.

Soldaten Das deutsche Generalkonsulat, das sich in derselben Gegend befindet, wurde letzte Woche zeitweilig geschlossen. Ein Anti-Terror-Zaun wurde aufgestellt. Das Gebäude wird von bewaffneten Soldaten bewacht. Diese Woche sollte das Konsulat teilweise wieder öffnen.

Offenbar sollten die geplanten Anschläge eine Racheaktion sein. Im Januar hatte ein rechter niederländischer Politiker einen Koran öffentlich zerrissen. Daraufhin hatte die Regierung in Ankara den Botschafter der Niederlande einbestellt, sich bei ihm darüber beschwert und ihr Veto gegen eine NATO-Aufnahme Schwedens bekräftigt.

Über die Nationalitäten der nun verhafteten IS-Verdächtigen lagen am Montagmittag keine Angaben vor. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn weit über 100 Mitglieder des Islamischen Staates in der Türkei festgenommen. Im vergangenen Jahr sollen es insgesamt 2000 mutmaßliche Terroristen gewesen sein. Allein diese Zahl könnte auf eine potentielle, große Gefahr hindeuten.

Image Noch in der vergangenen Woche hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu neun westliche Botschafter einbestellt und ihren vorgeworfen, sie hätten mit übermittelten Terrorwarnungen versucht, ein Image zu kreieren, wonach die Türkei instabil sei. »Psychologische Kriegsführung« wurde ihnen vorgehalten. Zuvor hatten die Staaten vor einem erhöhten Anschlagsrisiko gewarnt.

In den vergangenen Jahren war es in Istanbul zu einer Reihe von IS-Terroranschlägen auf den Flughafen, eine Moschee und einen Nachtclub gekommen, bei denen mehr als 100 Personen getötet wurden, darunter mindestens zwölf Deutsche. Im Jahr 2003 starben viele weitere Menschen bei Al-Qaida-Attacken auf zwei Synagogen und das britische Konsulat. ja

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026 Aktualisiert

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026