Nahost

Iran will keine Details zu Brand in Atomanlage nennen

Die Urananreicherungsanlage in Natans (2005) Foto: dpa

Der Iran will keine Details zu einem Brand in seiner Atomanlage Natans am Donnerstag öffentlich machen. Die Ursache des Feuers sei zwar bekannt, aber aus Sicherheitsgründen werde man keine weiteren Informationen nennen, sagte der Sprecher des Obersten Nationalen Sicherheitsrats laut einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim vom Freitag. Ursache und Art und Weise des »Unfalls« sollten zu angemessener Zeit bekannt gegeben werden.

Experten aus den USA gehen davon aus, dass es in einer neuen Fertigungsanlage für Zentrifugen zu einer Explosion kam, die das Feuer auslöste. Ein Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde hatte hingegen erklärt, dass es in einem »Industrieschuppen« und nicht in der Nuklearanreicherungsanlage gebrannt habe. Vom iranischen Staatsfernsehen veröffentlichte Aufnahmen zeigten allerdings ein zweistöckiges Backsteinhaus als Ort des Geschehens; es waren Brandspuren zu sehen und sein Dach schien zerstört worden zu sein.

Zusätzlich Verwirrung schürten ein Video und Botschaften im Internet, in denen eine Gruppe namens »Geparden der Heimat« behauptete, für das Feuer verantwortlich zu sein. Die nicht eindeutigen Botschaften und die Tatsache, dass auch Iran-Experten keine Gruppe dieses Namens kennen, führte zu dem Verdacht, dass die Atomanlage in Natans zum Ziel ausländischer Sabotage geworden sein könnte - wie schon einmal durch den Virus Stuxnet. Für diese Attacke waren damals die USA und Israel verantwortlich gemacht worden.

Der iranische General Gholam Resa Dschalali warnte am Donnerstag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Misan, wenn es Beweise für Cyberangriffe auf das Land gebe, dann werde man reagieren. dpa

Pentagon

USA wollen Taktik im Iran-Krieg ändern

Seit vier Tagen attackieren amerikanische Truppen Ziele im Iran, jetzt sollen sie ihre Herangehensweise ändern

 04.03.2026

Nahost

Containerschiff in Straße von Hormus von Geschoss getroffen

Die Meeresenge zwischen dem Persischem Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Die iranischen Revolutionsgarden scheinen mit ihren Drohungen ernst zu machen

 04.03.2026

Krieg

Historischer Einsatz

US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu halten Wort: Sie lassen die Iraner nicht allein. Nach der Tötung des Despoten Ali Chamenei ist der Weg zur Freiheit geebnet

von Saba Farzan  04.03.2026

Nahost

Freunde auf Abstand: Moskau, Peking und der Iran-Krieg

Russland und China sind Partner Irans. Im Krieg greifen beide jedoch nicht ein. Dahinter stehen geopolitisches Kalkül, wirtschaftliche Interessen - aber auch militärische Gründe

von Jörn Petring, Ulf Mauder  04.03.2026

Brüssel

NATO geht von iranischem Beschuss auf die Türkei aus

Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges fängt das NATO-Mitglied Türkei eine Rakete aus dem Iran ab. Bislang hat sich Ankara neutral verhalten. Die NATO geht nicht von einem Unfall aus

 04.03.2026

Transatlantischer Streit

Zoff um Iran-Krieg: EU warnt Trump vor Embargo gegen Spanien

Trump droht Madrid wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg mit einem Handelsstopp. Aus Brüssel kommt Widerspruch

 04.03.2026

Streit um Militärbasen

Spanien wirft Merz mangelnden Beistand nach Trump-Kritik vor

Der US-Präsident kritisiert Spanien scharf, der Bundeskanzler bleibt im Weißen Haus zunächst still. Spaniens Außenminister zeigt sich überrascht – und fordert mehr Zusammenhalt von Deutschland

 04.03.2026

Gespräch

»Wir können damit umgehen«

Brigadegeneral Ilan Biton, ehemaliger Chef der israelischen Luftabwehr, über die iranischen Angriffe, Drohnen der Hisbollah und die Effektivität der israelischen Verteidigung

von Detlef David Kauschke  04.03.2026

Meinung

Knaulkorb für den Zentralrat

In einem »taz«-Kommentar von Susanne Knaul wird der Zentralrat der Juden und sein Präsident Josef Schuster aufgefordert, beim Thema Iran »einfach mal die Klappe« zu halten

von Michael Thaidigsmann  04.03.2026