Teheran

Iran bekräftigt israelfeindliche Politik am Al-Quds-Tag

Teheran Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Mitten in einer historischen Wirtschaftskrise finden im Iran die alljährlichen Al-Quds-Demonstrationen statt, mit denen das islamische System seine israelfeindliche Politik bekräftigt.

Am Asadi-Platz (Freiheitsplatz) in der Hauptstadt Teheran skandierten Zehntausende Systemanhänger Parolen gegen die USA und Israel und schworen den »kompromisslosen Kampf bis zur Befreiung Palästinas von zionistischer (israelischer) Besatzung«. Lokalen Medienberichten zufolge nehmen landesweit Hunderttausende an den staatlich organisierten Demonstrationen teil.

Die Kundgebungen wurden 1979 von Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini eingeführt und finden seitdem landesweit am letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan statt. Dabei ruft die geistliche und politische Führung des Landes zur »Eroberung von Al-Quds (arabischer Name Jerusalems)« auf.

»Widerstandsachse« geschwächt

In diesem Jahr werden die Demonstrationen allerdings von schweren Krisen im Land überschattet. Irans selbst ernannte »Achse des Widerstands« – bestehend aus der palästinensischen Hamas, der libanesischen Hisbollah und den Huthi-Terroristen im Jemen - ist erheblich geschwächt.

Lesen Sie auch

Hinzu kommt der Machtwechsel in Syrien, wo die neue politische Führung kein Interesse an Beziehungen mit Teheran zeigt. Das Ziel der Befreiung der Palästinenser von einer angeblichen israelischen Besatzung ist in weite Ferne gerückt. Dementsprechend verblasst auch die Bedeutung der Al-Quds-Proteste.

Zudem steckt das eigentlich ölreiche Land infolge internationaler Sanktionen in der schlimmsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die Landeswährung Rial erreicht fast täglich neue Rekordtiefs. Für viele Iraner sind existenzielle Sorgen derzeit weitaus drängender als die Befreiung von Al-Quds.

Zuletzt hatte sich die iranische Regierung zu indirekten Verhandlungen mit der US-Regierung im Atomstreit offen gezeigt. Diese könnten zu einer Aufhebung von Sanktionen führen und die Krise entschärfen.

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

 02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026

Mehrere Männer bei einer Pressekonferenz der Polizei in Frankfurt, einer spricht in ein Mikrofon

Nach Eskalation

Einsatzleiter: Neue Gewalt-Dimension nach Demo in Frankfurt

Der Einsatzleiter der Polizei berichtet von einer »neuen Dimension der Gewalt«: Aus dem Pro-Palästina-Spektrum heraus sei es zu »immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte« gekommen

 01.11.2026

Berlin

SPD-Prominente warnen vor Koalition mit der Berliner Linken

In einem offenen Brief sprechen sich Karl Lauterbach, Sigmar Gabriel, Franziska Giffey und Hunderte weitere Sozialdemokraten gegen Rot-Grün-Rot aus – vor allem wegen des Umgangs der Linken mit Antisemitismus

 01.11.2026