Berlin

Initiative zur Erinnerung an NS-Opfer in Osteuropa

Debatte im Deutschen Bundestag (Archiv) Foto: dpa

Union und SPD wollen sich im Bundestag für ein Dokumentationszentrum zur Erinnerung an bislang nicht berücksichtigte europäische Opfer der Nationalsozialisten einsetzen. »Es ist Zeit für einen Ort der Erinnerung an die Opfer des verheerenden Vernichtungskriegs der Nationalsozialisten, die eine Blutspur durch ganz Europa, vor allem Osteuropa gezogen haben«, sagte die SPD-Abgeordnete Marianne Schieder dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der CDU-Abgeordnete Eckhard Pols sagte dem epd, in Berlin solle dafür eine Begegnungs-, Bildungs- und Erinnerungsstätte zur Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges errichtet werden.

ANTRAG Schieder zufolge laufen derzeit »vielversprechende« Gespräche innerhalb der Koalitionsfraktionen. »Ziel ist ein gemeinsamer Antrag, der noch vor der Sommerpause fertig werden soll und dann voraussichtlich nach der Sommerpause beraten werden kann«, sagte die bayerische Abgeordnete.

Im vergangenen Jahr hatte es eine Diskussion um ein Mahnmal für die polnischen Opfer des Nationalsozialismus gegeben. »Ich finde es richtig, die Aufklärung, Information und das Gedenken nicht auf eine Nation zu verengen«, sagte Schieder.

Auch Pols betonte: »Um allen Opfern des Nationalsozialismus im Osten wie im Westen gleichermaßen gerecht zu werden, darf die Erinnerung und Aufarbeitung weder nationalisiert noch fragmentiert werden.«

ZEITPLAN Einen Zeitplan für die Errichtung solch eines Dokumentationszentrums gibt es nach Schieders Angaben noch nicht. Bei der Gestaltung sollen Experten mitreden. »Mir wäre lieb, wenn die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas die Federführung übernimmt«, sagte Schieder.

Nach den Vorstellungen der SPD soll die neue Gedenkstätte über das geschehene Leid aufklären, eine Plattform für den internationalen Austausch bieten und den Opfern und Nachkommen ein würdiges Gedenken ermöglichen.

Pols sagte, die zukünftige Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges müsse mit einem umfassenden Ansatz erfolgen. »Dabei müssen alle Aspekte seiner Geschichte – von der Besatzungsherrschaft über die Zwangsarbeit bis zum Bombenkrieg – ausgewogen und wissenschaftlich fundiert berücksichtigt werden«, sagte er.

 Im Mai hatten die Historiker Aleida Assmann, Martin Aust und Heinrich August Winkler an Bundestagsabgeordnete geschrieben mit der Forderung nach einer Dokumentationsstätte für die Opfer der NS-Vernichtungskriege in anderen europäischen Staaten und der Sowjetunion. Deutschland habe in seiner Erinnerungskultur den Opfern des Holocausts einen gebührenden Platz eingeräumt, heißt es darin:

»Nach wie vor fehlt in der Mitte Berlins jedoch ein Ort der Dokumentation deutscher Besatzungsherrschaft in ganz Europa und des Gedenkens an die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs insbesondere in Polen und der Sowjetunion.« epd

Krieg

Israels Militär: Führungsspitze der »Achse des Terrors« ausgeschaltet

Für das israelische Militär ist die Tötung des iranischen Staatsführers Chamenei ein wichtiger Erfolg - und Höhepunkt der gezielten gewaltsamen Beseitigung von Bedrohungen Israels

 01.03.2026

Jerusalem/Washington

Israels Generalstabschef Ejal Zamir: »Viele weitere Tage des Kampfes liegen vor uns«

Auch US-Präsident Trump gibt eine Schätzung ab, wie lange die Kämpfe weitergehen könnten

 01.03.2026

Iran

Trump: »Sie wollen reden, also werden wir reden«

Nach dem gemeinsamen Angriff der USA und Israel auf den Iran hat sich der amerikanische Präsident gesprächsbereit gezeigt

 01.03.2026

Iran

IDF: Chamenei war der Letzte auf der Terroranführer-Liste des 7. Oktober

Die israelische Armee hat bekannt gegeben, dass mit Chamenei der letzte der für die Massaker des 7. Oktober verantwortlichen Anführer eliminiert sei

 01.03.2026

Sicherheitslage

Merz sieht keine »sehr große Gefährdung« in Deutschland

Der Bundeskanzler versichert: »Wir werden antisemitische oder antiamerikanische Angriffe auf deutschem Boden nicht dulden«

 01.03.2026

Krieg zwischen Iran und Israel

»Als sich das Blatt wendete«

Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt zum Tod von Ali Chamenei: »Dies ist der Moment, auf den das iranische Volk seit einem halben Jahrhundert gewartet hat«

 01.03.2026

Krieg

Schiffe vor Küste Omans angegriffen

Der Öltanker »Skylight« soll etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam getroffen worden sein

 01.03.2026 Aktualisiert

Krieg

Irans Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad getötet

Die staatliche Nachrichtenagentur Ilna berichtet, der Politiker sei bei einem Luftangriff in Teheran ums Leben gekommen

 01.03.2026 Aktualisiert

Luftfahrt

Bericht: Israels Staatsflugzeug zum Berliner Flughafen gebracht

Wegen des Kriegs gegen den Iran: »Flügel Zions« parkt nun am Flughafen BER

 01.03.2026