Meinung

Immer der Mossad

»Der Mörder ist immer der Mossad«, möchte man frei nach Reinhard Mey singen. Derzeit wird dem bekanntesten Geheimdienst der Welt mal wieder eine ganz große Sache angehängt: Uwe Barschel, der 1987 unter dubiosen Umständen ums Leben gekommene frühere Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, soll zu den Opfern der Israelis zählen. Das behauptet zumindest die Tageszeitung Die Welt. Doch unter allen Belegen, die sie herbeischafft, ist weder einer dabei, der einen Geheimdienstmord beweist, noch einer, der nicht auf CIA, KGB, Stasi, BND oder jeden anderen Dienst dieser Welt anwendbar wäre. Doch das Schöne an der Mossad-Theorie ist nun mal: Sie ist nicht zu widerlegen. Wer daran glaubt, eine im Verborgenen operierende Macht habe sich gegen ihn verschworen, wird stets Beweise für alles finden – vom gerissenen Schnürsenkel über den ihn schon lange verfolgenden dunklen Wagen bis zum toten Politiker. Reinhard Mey machte sich mit seinem mordenden Gärtner über Fernsehkrimis lustig. In diesem Sinne: Das Publikum fordert bessere Verschwörungstheorien. Kommt uns bitte nicht immer mit dem Mossad!

Terror

Gruppierung Ashab al-Jamin bekennt sich zu Angriff in London

Nach einem weiteren Angriff auf jüdische Einrichtungen in London taucht ein neues Bekenntnis auf. Die Terrorgruppe HAYI spricht von einer Attacke auf »Zionisten«

 30.04.2026

Canberra

Nach Anschlag von Bondi: Australien will Schutz jüdischer Veranstaltungen verstärken

Premierminister Anthony Albanese erklärt, seine Regierung werde alle Empfehlungen der Bondi-Kommission für mehr Sicherheit übernehmen

 30.04.2026

Washington D.C.

Trump lehnt iranisches Angebot ab, Blockade bleibt

»Sie ersticken wie ein vollgestopftes Schwein. Und es wird noch schlimmer für sie. Sie dürfen keine Atomwaffe haben«, erklärt der amerikanische Präsident

 30.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Terrorismus

Irans neue Front

Die Auftraggeber der aktuellen Anschlagsserie auf jüdische und amerikanische Einrichtungen in Europa sitzen offenbar in Teheran

von Michael Thaidigsmann  29.04.2026

Debatte

Verfassungsschutz-Chef: Nicht jede radikale Kunst ist extremistisch

Seit dem Ausschluss dreier Buchläden für den Buchhandlungspreis wird über die Rolle des Verfassungsschutzes in der Kultur diskutiert. Der Thüringer Verfassungsschützer Kramer sieht den Schutz der Kunstfreiheit als Aufgabe

 29.04.2026

Debatte

Prien: Zu viele Mittel sind in die Förderung von linken Projekten geflossen

Mit ihrer Ankündigung, das Programm »Demokratie leben« zu reformieren, hat Ministerin Prien für viel Verunsicherung gesorgt. Überrascht hat sie das nicht. Ihr sei klar gewesen, damit »in ein Wespennest zu stechen«

 29.04.2026

Berlin

Jüdischer Verein meldet antisemitischen Angriff auf Mitarbeiter

Das Opfer entdeckt ein rotes Dreieck an der Klingelanlage seines Wohnhauses. Sein Klingelknopf ist ebenfalls rot markiert

 29.04.2026

Freiburg

Antisemitischer Angriff auf koscheren Food Truck

Das Fahrzeug wurde mit Farbsprays besprüht. Außerdem klebten die Täter palästinensische Terrorsymbole auf den Bus

 29.04.2026