Berlin

Homosexuellen-Denkmal beschädigt

Eine Scheibe im Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, durch das ein Film mit einer gleichgeschlechtlichen Liebesszene zu sehen ist, wurde beschädigt. Foto: dpa

Erneut ist in Berlin das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mutwillig beschädigt worden. Das Fenster im Denkmal, durch das ein Film mit einer gleichgeschlechtlichen Liebesszene zu sehen ist, sei am Sonntagmorgen zerstört worden, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin mit. Die Stiftung verurteile den Angriff sowie jede Form von Homophobie auf das Schärfste.

VIDEOÜBERWACHUNG Nach Angaben der Stiftung wurden die Polizei informiert und Ermittlungen eingeleitet. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera an dem Denkmal würden dabei miteinbezogen. Laut Polizei hat bei dem Angriff ein unbekannter Fahrradfahrer kurz vor 8 Uhr sich zwei Glasflaschen aus einem Mülleimer genommen, diese gegen das Denkmal geworfen und das Denkmal damit beschädigt.

Der Tatverdächtige habe sich anschließend auf seinem Fahrrad in unbekannte Richtung entfernt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führe die Ermittlungen.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen war in der Vergangenheit mehrfach angegriffen worden. Seit November 2019 gibt es an dem Denkmal eine Videoüberwachung.

Das 2008 eingeweihte zentrale Denkmal befindet sich gegenüber dem Holocaust-Mahnmal in Berlin. In dem grauen Kubus läuft in Endlosschleife ein Film mit einer Kuss-Szene, der durch ein Fenster betrachtet werden kann und der alle paar Jahre gewechselt wird.

Schätzungen zufolge wurden in der NS-Zeit rund 54.000 Homosexuelle verurteilt. Etwa 7000 von ihnen, darunter mehrheitlich schwule Männer, kamen in Konzentrationslagern aufgrund von Hunger oder Krankheiten, durch Misshandlungen oder gezielte Mordaktionen ums Leben.

Unterdessen wurde am Sonntag der Verschleppung der Berliner Sinti und Roma vor 84 Jahren gedacht.

Unterdessen haben am Sonntag die Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn und der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg an die Verschleppung der Berliner Sinti und Roma vor 84 Jahren erinnert.

ZWANGSLAGER Dazu fand ein stilles Gedenken mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein für die Opfer des Zwangslagers auf dem Parkfriedhof Marzahn statt, wie die beiden Veranstalter mitteilten. Zudem wurden die Namen der in dem Zwangslager verstorbenen Kinder und Jugendlichen verlesen.

Zugleich zeigten sich die Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn und der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg besorgt um den Erhalt des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.

Das Denkmal in Berlin-Tiergarten sei durch den Bau einer neuen S-Bahnlinie in Gefahr, hieß es. Gedenkstätte und Landesverband forderten »eine konstruktive Lösung«, die der Würde des Ortes angemessen ist.

Seit 2011 informiert eine ständige Open-Air-Ausstellung über die Geschichte des Zwangslagers Berlin-Marzahn und die Schicksale der dort internierten Menschen. Das Lager auf dem Gelände am heutigen Otto-Rosenberg-Platz im Nordosten der Stadt bestand den Angaben zufolge zwischen 1936 und 1945. Schätzungen zufolge waren dort 1200 Sinti und Roma interniert worden.

Die Deportationen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau begannen Anfang März 1943. Insgesamt bis zu 500.000 Sinti und Roma fielen dem NS-Völkermord zum Opfer. An sie erinnert seit 2012 in Berlin-Tiergarten das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. epd

Berlin

Antisemitische Schmierereien auf Skulpturen im Berliner Tiergarten

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

 04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

Berlin

Rot-grün-rote Koalitionsverhandlungen bis Januar

Linke, Grüne und SPD wollen erst im nächsten Jahr einen Koalitionsvertrag vorlegen. Und dann folgt noch ein Zwischenschritt

 04.11.2026

Koalitionsverhandlungen

Klingbeil fordert Linke auf, antisemitische Politiker rauszuwerfen

Bisher hat sich der SPD-Chef zurückgehalten, was die Berliner Koalitionsverhandlungen angeht. Jetzt macht er klar, was er von der Linken erwartet

 04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

Midterm-Wahlen

Iran erfreut über Trumps Wahlniederlage

Nach der Wahlniederlage der Republikaner in den USA meldet sich die iranische Spitze. Auch vom obersten Führer Modschtaba Chamenei werden Worte veröffentlicht

 04.11.2026

Meinung

Her mit den Inhalten!

Ayala Goldmann freut sich über die Eröffnung der Jüdischen Akademie in Frankfurt und ist gespannt auf das Programm

von Ayala Goldmann  04.11.2026

Sachsen-Anhalt

Linke überlegt, Gegenkandidatin gegen Ulrich Siegmund aufstellen

Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund will im Dezember Ministerpräsident werden, doch ihm fehlen drei Stimmen für eine Mehrheit. Die Linke prüft, ob sie eine eigene Kandidatin ins Rennen schickt.

 04.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Midterm-Wahlen

Israels Opposition hofft auf Neustart der Beziehungen zu Amerika

Israels oppositionelle Demokraten freuen sich über den Wahlsieg ihrer US-Parteifreunde und hoffen auf eine künftige Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern

 04.11.2026