Meinung

Hessen: Manchmal ist die Politik zu loben

Kennen Sie die Momente, in denen man voller Anerkennung auf eine Entscheidung seiner politischen Repräsentanten schaut? Zugegeben: Solche Momente sind eher selten. Zumal Kritik ja auch viel leichter von der Hand geht. Und doch gibt es sie, die Sternstunden parlamentarischer Politik.

Eine solche trug sich am vergangenen Freitag im Hessischen Landtag zu. Zuvor hatte ein deutsches Gericht einer kuwaitischen Fluglinie recht gegeben, die sich aufgrund eines Gesetzes in dem Wüstenstaat geweigert hatte, einen Israeli zu transportieren. Der Richter wollte darin weder Diskriminierung noch Antisemitismus erkennen und schmetterte die Entschädigungsklage des Israelis ab.

unabhängigkeit Nun kann man dieses Urteil kritisieren. Man muss es sogar kritisieren! Aber gleichzeitig sollte man sich davor hüten, im Stil des amerikanischen Präsidenten die Justiz lächerlich zu machen. Stattdessen sollte man anerkennen, dass deutsche Gerichte nun einmal unabhängig sind. Oder zumindest sein sollten. Der Richter hat den Fall jedenfalls aufgrund seiner eigenen juristischen Würdigung entschieden – ob einem das Ergebnis nun gefällt oder nicht. Seine Unabhängigkeit ist gut und wichtig.

Denn Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung gehören zu den Grundfesten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Nicht minder wichtig sind allerdings eine kritische Öffentlichkeit und eine verantwortungsvolle politische Klasse, welche die Grundlagen des gesetzlichen Handelns in einem Wechselspiel bestimmt und stetig feinjustiert.

verbot Und gerade die Politik ist ihrer Rolle diesmal mehr als gerecht geworden, als sämtliche im Hessischen Landtag vertretenen Parteien das unsägliche kuwaitische Gesetz einhellig kritisiert und bei unveränderter Fortgeltung ein Verbot für Starts und Landungen der Fluglinie in Deutschland gefordert haben.

Sie haben damit ein gemeinsames Ausrufezeichen für die offene Gesellschaft und ein eindrucksvolles Statement gegen Diskriminierung, gegen Israelhass und gegen Antisemitismus gesetzt. Danke, Chapeau und mehr davon!

Der Autor ist Rechtsanwalt und Direktor des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen.

Washington D.C.

Trump: Israel hat die USA nicht zum Iran-Krieg gedrängt

Seine Haltung, dass Teheran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, habe zu seiner Entscheidung geführt, militärisch tätig zu werden, sagt der US-Präsident

 21.04.2026

Moskau

Israelis nach Zwischenfall an Flughafen wieder freigelassen

Die Festgehaltenen müssen mehrere Stunden lang ohne Zugang zu Essen, Wasser oder Toiletten warten. Israels Außenminister Sa’ar interveniert

 21.04.2026

Budapest

Péter Magyar: Netanjahu müsste bei Einreise festgenommen werden

Der designierte Ministerpräsident Ungarns hatte seinen israelische Kollegen zu einem Besuch eingeladen. Nun erklärt er, was passieren würde, sollte dieser der Einladung folgen

 21.04.2026

Nahost

Vance soll zu Iran-Gesprächen nach Pakistan reisen

Die Reise nach Islamabad könnte bereits heute erfolgen. Der Zeitpunkt ist brisant, denn die derzeitige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft aus

 21.04.2026

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Berlin

Abbruch nach Antisemitismus bei Makkabi-Spiel

Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der antisemitischen Volksverhetzung und Beleidigung

 20.04.2026

Washington D.C.

Iran-Krieg: Trump ringt hinter den Kulissen mit Zweifeln und Sorgen

Angst um die Wirtschaft und die Befürchtung, ihn könnte das politische Schicksal von Jimmy Carter ereilen, beeinflussen den Präsidenten

 20.04.2026

London

Festnahmen nach neuem Brandanschlag auf Synagoge in London

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Handeln die Täter im Auftrag Irans gegen Geld?

 20.04.2026

Teheran

Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

Am Mittwoch läuft die Waffenruhe im Iran-Krieg aus. US-Präsident Trump nennt einen neuen Verhandlungstermin. Aber das Teheraner Regime sieht keine »Perspektive für seriöse Verhandlungen«

 20.04.2026