Meinung

Herr Abbas gibt auf

Ob Mahmud Abbas wirklich den Vorsitz der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) aufgibt, lässt sich nicht sicher sagen. Wohl aber, dass er Palästinensern wie Israelis gleichermaßen viele Rätsel aufgibt. Im elften Jahr seiner ursprünglich vierjährigen Amtszeit agiert der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde wie ein klassischer Diktator: ohne Parlament und ohne Legitimation.

widersprüche
Laut Umfragen würde Abbas bei Neuwahlen nur noch 30 Prozent der Stimmen erhalten, die Hamas hingegen gewönne haushoch. Das dürfte auch an der widersprüchlichen Politik von Abbas liegen: Einerseits hält er gewissenhaft an der »Sicherheitskooperation« mit Israel fest.

Andererseits hetzt er gegen den jüdischen Staat und feiert Massenmörder als »Freiheitskämpfer«. Zugleich schaltet er systematisch seine Widersacher aus, darunter Exsicherheitschef Muhammad Dahlan, die früheren Berater Nabil Abu Rodeine und Jasser Abed Rabbo sowie Exregierungschef Salam Fajad. Sie wurden als Nachfolger von Abbas gehandelt oder griffen schon nach der Macht. Dahlan warf er »Mord an Arafat« vor, er sei ein israelischer Agent und habe durch Korruption 120 Millionen Dollar angehäuft. Seinem außenpolitischen Berater Jasser Abed Rabbo ließ er dessen Büro der »Genfer Initiative« stürmen, schließen und die Gelder beschlagnahmen. Ähnlich erging es einer Stiftung des ehemaligen Ministerpräsidenten Salam Fajad.

stabilität Obgleich er sein Volk unterdrückt, hält die Welt an diesem »Palästinenserpräsidenten« fest. Denn Mahmud Abbas gilt international als gemäßigt, sein »legitimer Widerstand« als diplomatisch und folglich »gewaltlos«. Solange Abbas die Macht in Ramallah innehat, garantiert er dem Westen »Stabilität«. Sogar seine Vorstöße in der UNO, bei Interpol oder dem Internationalen Gerichtshof, die ganz offensichtlich die Zerstörung Israels und die Verhaftung seiner »Friedenspartner« bewirken sollen, lässt man ihm durchgehen. Ebenso, dass es ernstzunehmende Berichte gibt, wie sehr Abbas und sein Sohn EU-Gelder veruntreuen.

Wenn es um Palästinenser geht, interessiert sich kein Politiker in Washington, Berlin oder London für so etwas wie Legitimation, Menschenrechte, Friedensprozess oder Vertragstreue zum Osloer Abkommen. Und Israel lässt ihn gewähren, weil jede Alternative schlimmer wäre. Derzeit kann allein sein Alter ihn zu Fall bringen.

Der Autor ist freier Journalist in Jerusalem.

Meinung

Was würden Saba und Savta sagen?

Sie würden uns zurufen: »Wehrt euch gegen diesen Hass! Schließt euch mit denen zusammen, die in Deutschland bisher schweigen aber dennoch die Mehrheit darstellen.«

von Avitall Gerstetter  28.01.2026

Berlin

DIG fordert klare EU-Entscheidung gegen Revolutionsgarden

Volker Beck, der Präsident der Organisation, erklärt, die Maßnahmen müssten über symbolische Schritte hinausgehen

 28.01.2026

Berlin

Feuer im Jüdischen Krankenhaus: Kein antisemitisches Motiv

Durch das Feuer wurden 14 Personen verletzt

 28.01.2026

Washington D.C.

USA kündigen mehrtägige Militärübungen im Nahen Osten an

US-Präsident Donald Trump spricht von einer »schönen Armada«, die sich in der Nähe Irans befinde

 28.01.2026

New York

UNO-Vollversammlung: Holocaust-Überlebende hält erste Rede auf Hebräisch

»Der Holocaust begann nicht mit den Gaskammern. Er begann mit Worten, Hetze, Propaganda, Witzen, Anschuldigungen und Gleichgültigkeit«, sagt Sara Weinstein

 28.01.2026

New York

»Fucking Jew«: Rabbiner beleidigt und angegriffen

Der Angreifer soll das Opfer antisemitisch beleidigt und ihm ins Gesicht geschlagen haben

 28.01.2026

Krakau

»Geht zurück nach Israel«: Ultraorthodoxe Israelis am Flughafen angefeindet

Am Flughafen wird eine Gruppe Charedim verbal attackiert und bedrängt. Ein Video zeigt den antisemitischen Vorfall

 28.01.2026

Berlin

Antisemitische Parolen bei Auschwitz-Gedenken

Einer 59-jährigen Frau wird vorgeworfen, im Umfeld einer Veranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus volksverhetzende Äußerungen getätigt zu haben

 28.01.2026

Berlin

Feuer in Jüdischem Krankenhaus - Hinweise auf politische Tat

Eine brennende Matratze, dichter Rauch und mehrere Verletzte - Feueralarm in der Nacht. Ein Patient wird festgenommen

 28.01.2026