USA

Harvard-Präsidentin bleibt trotz Antisemitismus-Skandal im Amt

Claudine Gay, Präsidentin der renommierten Harvard University Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Harvard-Präsidentin Claudine Gay bleibt nach ihrem umstrittenen Auftritt bei einer Anhörung im US-Kongress zu Antisemitismus an Elite-Universitäten im Amt.

Das höchste Leitungsgremium der renommierten Privatuniversität im US-Staat Massachusetts teilte am Dienstag mit, diese Entscheidung sei nach ausführlichen Beratungen getroffen worden. Gay sei die richtige Person, um die ernsten gesellschaftlichen Probleme anzugehen, mit denen die Universität konfrontiert sei.

Mehr als 70 überwiegend republikanische Abgeordnete hatten in einem Brief den Abgang von Gay verlangt, die ihr Amt erst im Sommer angetreten hatte. Dem Aufruf schloss sich der Harvard-Absolvent und Investor Bill Ackman an. Gay habe dem Ruf der Universität mehr geschadet als sonst jemand in deren langer Geschichte, erklärte der Milliardär. Mehr als 600 Lehrkräfte forderten jedoch in einer Petition, Gay im Amt zu belassen.

Hintergrund der Kontroverse ist eine Anhörung im Kongress, bei der neben Gay die bisherige Präsidentin der University of Pennsylvania, Liz Magill, und die Präsidentin des Massachusetts Institute of Technology (MIT), Sally Kornbluth, zu offenem Antisemitismus auf dem Campus vergangene Woche Rede und Antwort standen. Solche Vorfälle haben an US-Bildungseinrichtungen seit Beginn des Gaza-Kriegs massiv zugenommen, auch eine starke Zunahme von Fällen von Islamophobie wird beklagt. Magill trat am Samstag zurück. ap

Entscheidung

Bundesverfassungsgericht stoppt Reiche-Video über Kritik an Linken

Die Linke hat mit einer Klage gegen die Bundeswirtschaftsministerin zumindest vorläufig Erfolg gehabt: Katherina Reiche muss bis zu einer endgültigen Entscheidung einen Instagram-Post löschen, in dem sie der Partei Antisemitismus vorwirft

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

von Andreas Heimann, Torsten Holtz  15.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

 15.10.2026

Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

von Nils Kottmann  15.10.2026 Aktualisiert

Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026