Ghetto-Renten

»Hartherzig und beschämend«

Zentralratspräsident Dieter Graumann: »In diesem Fall ist Schnelligkeit noch viel wichtiger als bürokratische Pedanterie.« Foto: ddp

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hat die Haltung der Regierungskoalition in der Frage der sogenannten Ghetto-Renten scharf kritisiert.

Nachdem gestern Abend im Deutschen Bundestag mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen eine Auszahlung der Ghetto-Renten ab 1997, wie sie von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken gefordert wurde, abgelehnt wurde, sagte Graumann im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Wochenzeitung Jüdische Allgemeine: »Es ist mir absolut unverständlich, warum die Bundesregierung die rückwirkende Zahlung der sogenannten Ghetto-Renten schon wieder und noch immer verweigert hat. Offenbar hatte das Bundessozialministerium bereits eine Lösung erarbeitet, die jedoch nicht umgesetzt wird. In diesem Fall ist aber Schnelligkeit noch viel wichtiger als bürokratische Pedanterie.«

hingehalten Graumann betonte, dass die rund 22.000 Betroffenen hochbetagt seien, und ihre Zahl Tag für Tag noch kleiner werde. »Jahrelang sind diese Menschen nur hingehalten worden. In den Ghettos haben die Menschen seinerzeit unter unmenschlichen Bedingungen harte und erniedrigende Arbeit leisten müssen.«

Die – nunmehr verweigerte – Zahlung könnte vielen von ihnen erheblich dabei helfen, noch einen einigermaßen würdigen Lebensabend zu verbringen, sagte der Zentralratspräsident. »Die Haltung der Regierungskoalition ist daher für mich überhaupt nicht nachvollziehbar: Sie ist hartherzig und beschämend. Wir werden uns jedenfalls weiterhin vehement dafür einsetzen, dass die früheren Ghetto-Arbeiter doch noch zu ihrem Recht kommen.« ja

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Das eingeschaltete Blaulicht ist auf dem Dach von einem Einsatzfahrzeug der Polizei am 28.02.2026 bei einem Polizeieinsatz zu sehen.

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026