Geiseln

Hamas veröffentlicht Video von Maxim Herkin

Maxim Herkin aus Tirat Hacarmel Foto: Sabine Brandes

Geiseln

Hamas veröffentlicht Video von Maxim Herkin

Der 36-jährige Familienvater wurde von den Terroristen vor die Kamera gezwungen

von Sabine Brandes  05.05.2025 21:44 Uhr

Ein zweites Propagandavideo der Hamas innerhalb weniger Wochen zeigt die Geisel Maxim Herkin. In dieser Aufnahme ist er mit Bandagen an Kopf und Arm zu sehen. Er sei durch einen Angriff der israelischen Armee verletzt worden, sagt der 36-Jährige. Die Familie bat die Medien, das Video nicht zu veröffentlichen.

Wie freigelassene Geiseln bestätigten, werden die Aufnahmen der Entführten von der Hamas bis ins Detail inszeniert. Einige Male sind Verletzungen oder sogar der Tod vorgespielt worden, wie beispielsweise bei Daniella Gilboa, die während ihrer Gefangenschaft in Gaza so tun musste, als ob sie unter Trümmern verschüttet sei.

Maxim Herkin nennt sich nur »Gefangener 24«

In dem undatierten vierminütigen Video liegt Herkin in einem Tunnel und spricht davon, dass der Unabhängigkeitstag Israels kurz bevorsteht. Er bezeichnete sich in dem Filmmaterial lediglich als »Gefangener 24« und wurde von der Hamas nicht identifiziert.

Herkin, der Ende Mai 37 Jahre alt wird, drängt darin auch die Regierung in Jerusalem, einen Deal mit der Terrororganisation im Gazastreifen einzugehen, um die restlichen verschleppten Menschen aus Gaza zu befreien. Noch immer sind 59 Geiseln in der Gewalt der Hamas, angeblich nur noch weniger als 24 von ihnen am Leben.

Beim Massaker auf dem Nova-Festival verschleppt

Herkin war auch in einem früheren Video der Hamas Anfang April zu sehen. Damals hatte er einen kleinen Verband am rechten Handgelenk sowie einen Verband an Wange und Ohr. In diesem Video wurde er neben Bar Kupershtein, einer zweiten Geisel, gefilmt.

Terroristen hatten die beiden Männer während des Hamas-Massakers am 7. Oktober vom Nova-Musikfestival in Re’im verschleppt. An dem schwarzen Schabbat wurden mehr als 1200 Menschen von der Hamas ermordet, hauptsächlich Zivilisten. Außerdem wurden 251 Geiseln genommen.

Am 19. Januar war der zweite Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas in Gaza in Kraft getreten, der die mehr als 15 Monate andauernden Kämpfe weitgehend beendete. Während der sechswöchigen Feuerpause kamen 33 Geiseln in Freiheit, acht von ihnen tot. Am 18. März nahm Israel die Kämpfe gegen die Hamas in Gaza wieder auf, nachdem die Verhandlungen über die zweite Phase des Waffenstillstands gescheitert waren.  

Laut der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen sollen bisher mehr als 52.000 Menschen in dem Krieg getötet worden sein. Diese Zahlen können nicht überprüft werden, da die Behörde von den Terroristen der Hamas kontrolliert wird und auch nicht zwischen Terroristen und Zivilisten unterscheiden. In der Vergangenheit hatte die Hamas ebenso systematisch wie oft nachgewiesen fälschliche Zahlen verbreitet.

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Die israelische Regierung erklärte, ihre erneute Offensive ziele darauf ab, die Hamas zur Freilassung der verbleibenden Gefangenen zu zwingen. Kritiker und Angehörige indes werfen ihr vor, dass das die Geiseln in höchste Lebensgefahr bringe.

Seit dem Ende des Waffenstillstands hat die Hamas mehrere Videos von Geiseln veröffentlicht. Die neuesten Bilder stammen aus einer Zeit, in der die Bemühungen der Vermittler um einen neuen Waffenstillstand ins Stocken geraten sind.

Geisel hat vier Jahre alte Tochter

Maxim Herkin lebte in der nördlichen Stadt Tirat Carmel. Er hatte gemeinsam mit seiner alleinerziehenden Mutter Talia Alija aus der Ukraine gemacht. Er hat einen jüngeren Bruder und eine fast vierjährige Tochter.

Bevor er vom Nova-Festival entführt wurde, hatte er seiner Mutter geschrieben: »Alles ist gut. Ich komme langsam nach Hause.« Als er nicht zurückkehrte, begriff sie, dass etwas Schreckliches passiert war. Schließlich wurde sie von offizieller Stelle über die Entführung ihres Sohnes informiert.

Talia Herkin, die auf der Suche nach Sicherheit und einer neuen Heimat aus der Ukraine nach Israel kam, kämpft nun für die Rückkehr ihres Sohnes. »Maxim ist unser Rückgrat, unser Anker«, sagte sie in einem Interview im israelischen Fernsehen. »Mein jüngerer Sohn und ich leben in seinem Haus, und er hilft uns, unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Er ist mein Ein und Alles. Er hatte viele Träume, studierte und arbeitete und kümmerte sich gleichzeitig um mich und seinen Bruder.«

Obwohl Maxim auf dem Nova-Festival war, ist er kein großer Partyfan. Er besuchte den Rave nur, weil ihn ein Freund und dessen Frau überredet hatten, mitzukommen. Das Paar wurde noch am 7. Oktober ermordet in einem Auto gefunden.

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