Berlin

Hamas-Verbot erweitert um rotes Dreieck und Terroristen-Bilder

Ein rotes Dreieck, das Terrorbefürworter auf den Landtag in Hannover schmierten Foto: Privat

Das Bundesinnenministerium stuft offenbar auch das rote Dreieck, das die Hamas zur Markierung von Feinden verwendet, und Bilder von Hamas-Repräsentanten als verbotene Kennzeichen der islamistischen Terrororganisation ein. Als Beispiel werden dort etwa der getötete Hamas-Chef Yayha Sinwar und der neue Interimsführer Khaled Mashal genannt. Das berichtet die »Welt« und beruft sich dabei auf ein internes Schreiben des Ministeriums an die Innenministerien der Bundesländer. Die Echtheit des Dokuments wurde von Bundesinnenministerium bestätigt.

Nach Rechtsauffassung des Ministeriums falle die Verbreitung oder öffentliche Verwendung dieser Symbole, etwa bei Demonstrationen, damit unter Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs. Das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden. Über die Strafbarkeit entscheiden Gerichte.

Die Hamas selbst war bereits im November 2023 verboten worden. Außerdem waren Wappen, Fahnen und Logos sowie die Parole »From the river to the sea, Palestine will be free« (»Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein«) als verbotene Kennzeichen der Terrororganisation eingestuft worden.

»Harmloses Symbol der Solidarität«

Das Innenministerium bewerte »in seiner Kompetenz als Verbotsbehörde des Bundes auch das auf der Spitze stehende rote Dreieck als Kennzeichen der Hamas«, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben.

Lesen Sie auch

Das Symbol sei erstmals in einem Video vom 29. Oktober 2023 als Zielmarkierung für israelische Militärfahrzeuge verwendet worden. Das Dreieck orientiere sich an Markierungen in Shooter-Computerspielen.

Von Seiten demonstrierender Israelhasser heißt es häufiger, es handle sich um ein harmloses Symbol der Solidarität. In der palästinensischen Flagge ist ebenfalls ein rotes Dreieck enthalten, dieses steht allerdings nicht auf der Spitze.

Markierung möglicher Anschlagsorte

Im Berliner Abgeordnetenhaus hatten CDU und SPD den Senat in einem Antrag aufgefordert, sich auf Bundesebene für eine Ergänzung des Hamas-Betätigungsverbots um das rote Dreieck einzusetzen.

Denn das Symbol werde »von Sympathisanten der palästinensischen Terrororganisation benutzt, um mögliche Anschlagsorte zu markieren, Gegner zu bedrohen und den öffentlichen Raum für sich zu reklamieren«.

Israelfeindliche Aktivisten hätten in Berlin rote Dreiecke bei der Besetzung der Humboldt-Universität an Wände geschmiert sowie israelfreundliche Gaststätten und Clubs entsprechend markiert. Auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte eine Verbotsprüfung gefordert. kna/ja

Berlin

Anschlag am Holocaustmahnmal: Zweiter Verdächtiger festgenommen

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der Mann den Angreifer vor der Tat bestärkt haben

 27.05.2026

Jerusalem/New York

Caroline Glick als neue Generalkonsulin in New York im Gespräch

Die in den USA geborene Kandidatin ist in Israel für ihre klar konservative Linie bekannt

 27.05.2026

Teheran

Chamenei droht USA und Israel

Die Kämpfer der »Widerstandsfront« hätten »bemerkenswerte Siege« gegen »die beiden amerikanisch-zionistischen Terrorarmeen« errungen, sagt der neue Oberste Führer

 27.05.2026

Toronto

Unbekannte sabotieren Suche nach vermisster Esther

Seit gut einer Woche fehlt von dem 14-jährigen jüdischen Mädchen jede Spur. Jetzt wurden auch noch Suchplakate mit ihrem Konterfei abgerissen

 27.05.2026

Kommentar

Was hat Künstliche Intelligenz mit Antisemitismus zu tun?

Ein Zwischenruf von dem Holocaust-Überlebenden Roman Haller

von Roman Haller  27.05.2026

Debatte

Warum werden Israels Fehler laut, der mörderische Judenhass seiner Feinde aber allzu oft nur sehr leise benannt?

Ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff

von Stephan-Andreas Casdorff  26.05.2026

Teheran

Bericht: Internetsperre im Iran teilweise aufgehoben

Nach mehr als zwei Monaten ist das Internet im Iran laut einem Bericht teilweise wieder erreichbar. Ob die Aufhebung der Sperre dauerhaft bleibt, ist noch offen

 26.05.2026

Texas

»Ich bin gegen zionistische Juden«: Schwere Vorwürfe gegen Kandidatin der Demokraten

Maureen Galindo will ein »Gefängnis für amerikanische Zionisten« einrichten

 26.05.2026

Förderung

Bundesrechnungshof rügt Auswärtiges Amt wegen Geld für Islamic Relief

Islamic Relief Deutschland präsentiert sich als humanitäre Hilfsorganisation. Und erhielt Förderung des Auswärtigen Amtes. Der Bundesrechnungshof rügt das: Es gebe Verbindungen zur Muslimbruderschaft

von Christoph Arens  26.05.2026