EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

Raubkunst

Gurlitt: Passiert ist noch nichts

Julius H. Schoeps Foto: Gregor Zielke

Aus der öffentlichen Diskussion ist der Bilderfund, den man bei dem verstorbenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt sichergestellt hat, weitgehend verschwunden. Das aber liegt eher daran, wie Öffentlichkeit funktioniert, und dass nach dem bedauernswerten Tod von Cornelius Gurlitt auch kein – wirklicher oder vermeintlicher – Schurke mehr auszumachen ist.

Aber: Passiert ist bislang kaum etwas. Von zwei Rückgaben wurde bisher berichtet, wobei vermutlich 500 Bilder unter Raubkunstverdacht stehen. Aus meiner eigenen Familie weiß ich, dass es die Vermutung gibt, dass ein Degas-Bild, das unseren Vorfahren gehört haben könnte, sich in der Gurlitt-Sammlung befindet: Entsprechende Anfragen nach der Provenienz des entsprechenden Gemäldes wurden nie beantwortet.

Nicht nur die Mitglieder meiner Familie, alle jüdischen Erben beziehungsweise Anspruchsberechtigten schütteln den Kopf, wie lange das dauert und warum das so lange dauert. Da liegt die Vermutung nahe, dass aufseiten der sogenannten Taskforce, die eingerichtet wurde, kein großes Interesse besteht, den Vermutungen nach Raubkunst nachzugehen und die Bilder den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben.

ausstellung Schließlich spricht ja einiges dafür, dass die Sammlung Gurlitt nur die Spitze des Eisbergs ist: Sowohl in privaten Haushalten als auch bei professionellen Sammlern dürften viele Objekte versteckt sein. Schätzungen sprechen von rund hunderttausend Kunstwerken.

Nun hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters angekündigt, sie wolle die Sammlung Gurlitt in der Kunsthalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ausstellen. Dagegen ist zunächst einmal wenig zu sagen, aber es dürfte nicht zu viel verlangt sein, der Öffentlichkeit mitzuteilen, unter welchem Aspekt die Bilder gezeigt werden: Soll es bloß eine Präsentation dessen sein, was in Gurlitts Häusern lagerte? Oder soll gezielt Kunst, die unter Raubkunstverdacht steht, ausgestellt werden?

Gewiss, Frau Grütters ist bislang durch ihren guten Willen aufgefallen, die Sache endlich aufzuklären und die Interessen der Erben zu berücksichtigen. Aber auch, wenn man ihr den guten Willen durchaus abnimmt – langsam müssen Taten folgen.

Der Autor ist Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums an der Universität Potsdam.

Magdeburg

CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben

Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der Verdacht im Raum, Stimmen könnten aus der CDU gekommen sein. Wie die Fraktion damit umgeht

 28.10.2026

Berlin

Verfassungsschutz warnt vor linksextremen Einflüssen

Für Samstag hat die Initiative Gen Z regelt deutschlandweit zu Protesten für Bildung und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Aus Sorge vor Ausschreitungen beobachten die Behörden die Lage genau

 28.10.2026

Berlin

Antisemitismusbeauftragte: »Jude« darf kein Schimpfwort sein

Katharina von Schnurbein tritt heute die Nachfolge von Felix Klein in der Bundesregierung an. Ihr erklärtes Ziel klingt einfach

 28.10.2026

Belgrad

Serbien: Anschlag auf Polizisten vor israelischer Botschaft

Erneut wird ein Wachbeamter vor der israelischen Botschaft angegriffen. Der Vorfall weckt Erinnerungen - welche Sicherheitsmaßnahmen die Behörden jetzt ergreifen

 28.10.2026

Washington D.C.

Trump reklamiert Anteil an Netanjahus überraschend starkem Wahlergebnis

»Als meine Unterstützung bekannt wurde, hat ihm das sehr geholfen«, sagt der amerikanische Präsident

 28.10.2026

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Debatte

Linke vertagt Entscheidung um Vanessa Emde

Die Berliner Linke ringt seit Wochen um den richtigen Umgang mit einer israelfeindlichen Abgeordneten. Nach einer Fraktionssitzung wurde wieder keine Lösung präsentiert

 27.10.2026

Berlin

Volker Beck zur Wahl: Regierungswechsel wäre gut für Israel

Der Urnengang entscheidet über die politische Zukunft von Benjamin Netanjahu. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft argumentiert, der Regierungschef habe viel Vertrauen verspielt

 27.10.2026

Beate Zschäpe im Jahr 2021 in ihrem Prozess

Rechtsextremismus

Gericht: NSU-Terroristin Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Doch die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig

von Christoph Trost  27.10.2026