»Jeder Name zählt«

Großes Interesse an digitalem NS-Erinnerungsprojekt

Das digitale Erinnerungsprojekt »Jeder Name zählt« der Arolsen Archives stößt auf großes Interesse. Innerhalb der ersten drei Wochen seit Projektstart hätten Freiwillige mehr als 150.000 Namen digitalisiert, gab Direktorin Floriane Azoulay am Dienstag in Bad Arolsen bekannt.

ARCHIV Das internationale Zentrum über die NS-Verfolgung Arolsen Archives hat bereits 26 Millionen Dokumente über Opfer der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen in seinem Online-Archiv veröffentlicht und wurde dafür mit dem diesjährigen European Heritage Award ausgezeichnet. Seine Sammlung zählt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Ziel des Erinnerungsprojektes ist es, so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, bei der Digitalisierung von Deportationslisten aus Konzentrationslagern wie Buchenwald oder Bergen-Belsen mitzuhelfen. Das Einpflegen einer Liste dauert etwa eine halbe Stunde.

DENKMAL »Digitales Erinnern ist eine zeitgemäße Möglichkeit des Gedenkens, mit der wir vor allem auch junge Menschen ansprechen wollen«, erklärte Azoulay. Es ermögliche ein aktives, teilhabendes Handeln quasi vom Sofa aus. »Indem man die Erinnerung an einzelne Schicksale vor dem Vergessen rettet, entsteht durch das Mitwirken Vieler ein großes Online-Denkmal«, sagte sie.

In dem Online-Archiv haben bisher rund 500.000 Nutzer nach Personen recherchiert. Bis 2025 wollen die Arolsen Archives alle Namen in ihrer historischen Sammlung von Dokumenten digitalisieren und somit online recherchierbar machen. epd

Kommentar

Wenn »schwarz auf weiß« nicht mehr genügt

Eine funktionierende Demokratie braucht freie Medien – aber vor allem glaubwürdige

von Roman Haller  10.05.2026

Teheran

Iran droht USA im Falle von weiteren Angriffen mit Vergeltung

Das Mullah-Regime warnt die USA vor weiteren Attacken auf Handelsschiffe. Ob mittlerweile die von US-Präsident Trump erwartete Antwort aus Teheran auf den Friedensvorschlag eingegangen ist, ist nicht bekannt

 10.05.2026

Moskua

Russland will Uran aus dem Iran einlagern

Kremlchef Putin erklärt, dass Russland bereit sei, angereichertes Uran aus dem Iran einzulagern. Ob die USA dem Vorschlag zustimmen werden, ist offen

 10.05.2026

Washington

Rubio: Erwarten heute eine Antwort aus dem Iran

Während sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zuletzt zugespitzt haben, setzen die USA weiter auf eine Verhandlungslösung mit Teheran. Nun äußert sich der US-Außenminister dazu

 08.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026

Essay

Wenn meine Töchter mich fragen

Am 8. Mai 1945 wurde der NS-Staat besiegt, aber nicht das Denken, das ihn ermöglicht hat. Der Hass wächst heute wieder. Werde ich meinen Kindern einmal sagen können, dass ich nicht geschwiegen, sondern widersprochen habe?

von Andreas Albrecht  08.05.2026

Initiative

Antisemitismusbeauftragter Klein begrüßt Gesetzentwürfe im Bundesrat

Im Bundesrat geht es an diesem Freitag um den Handel mit Nazi-Opfer-Gegenständen und um das Leugnen des Existenzrechts Israels. Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein begrüßt die Vorstöße

von Anita Hirschbeck  08.05.2026

Meinung

Der »Tag des Sieges« und der Krieg heute

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges müssen wir die Geschichte neu aufrollen und hinterfragen, wie wir mit dem stets pompös begangenen 9. Mai umgehen sollen

von Irina Bondas  08.05.2026