Google

Google Calendar streicht den Internationalen Holocaust-Gedenktag

Änderungen angeblich schon seit Mitte 2024 Foto: picture alliance / imageBROKER

Der weltweit privat und professionell genutzte Google-Kalender führt den Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und auch den Jewish American Heritage Month im Mai in Zukunft nicht mehr in der Standardanzeige an.

Nach Wut und Beschwerden von Usern, gab der Hightech-Riese bekannt, man habe die Entfernung kultureller und ethnischer Feiertage bereits vor den Direktiven der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegen Initiativen zur Förderung der Vielfalt eingeleitet. Das berichten unter anderem die »Jewish Telegraphic Agency« und die »New York Times«. Auch der Black History Month, der LGBTQ Pride Month und der Women’s History Month seien verschwunden.

Lesen Sie auch

Das Fehlen der Gedenk-Daten falle derzeit besonders auf, weil viele Unternehmen nun die internen DEI-Vorgaben (Vielfalt, Gleichheit und Inklusion) auf Beschluss der Trump-Regierung abbauen müssen.

Google verteidigte sich gegenüber Tech-Plattformen, dass die Änderungen am Kalender bereits Mitte 2024 eingeleitet worden seien und mit Arbeitsbelastung anstatt mit Regierungspolitik zu tun hätten. »Die manuelle und konsistente Pflege von Hunderten von Daten auf der ganzen Welt war nicht skalierbar oder nachhaltig«, will sagen zu teuer, zitiert »The Verge« einen Google-Sprecher.

Abwendung von liberalen Standpunkten

Seitdem Trump die US-Präsidentschaft übernommen hat, wurden bereits einige offizielle Gedenkfeiern zum Internationalen Holocaust-Gedenktag im Zuge des harten Vorgehens gegen DEI abgesagt. Wie CBS berichtete, hat der Nachrichtendienst des Pentagon jüngst ein Memo herausgegeben, laut dem alle Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Holocaust Remembrance Day sowie dem Martin Luther King Jr. Day, dem LBGTQ+ Pride Month und dem Feiertag zum Ende der Versklavung schwarzer Menschen pausiert werden müssen.

Viele Kalender-User reagieren ungehalten und werfen Google vor, sich im Einklang mit der Trump-Regierung von liberalen Standpunkten abzuwenden. Wie die »New York Times« berichtet, hat das Alphabet-Unternehmen seine Zielvorgaben für den Grad der Vielfalt in seiner Belegschaft mit der Begründung abgeschafft, dass es sich als Auftragnehmer der Bundesregierung an die Anordnungen des Präsidenten halten müsse. Auch Trainingsprogramme zu Gleichheit, Diversität und Inklusion werden nicht mehr angeboten.

Schätzungsweise 500 Millionen Menschen nutzen die Googles Kalender-App. sal

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 25.03.2026

London

»Ihm gefiel die Angst«: Frauen berichten von Epstein-Skandal

Über Jahre betrieb Jeffrey Epstein einen Missbrauchsring mit einer hohen Zahl an Opfern. In einem Fernsehinterview berichten fünf Frauen von ihren schlimmen Erfahrungen

 25.03.2026

Meinung

EU-Parlament: Fällt die Brandmauer?

Nach einem Medienbericht haben sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechtsextremen Kräften zur Migrationspolitik abgestimmt. Diese Enthüllung wirft viele Fragen auf

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Berlin

Kurdische Gemeinde zeichnet Ron Prosor aus

Der israelische Botschafter wurde beim Neujahrsfest für sein Engagement für die kurdische Gemeinschaft ausgezeichnet

 25.03.2026

Kassel

Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus auf documenta

Vor Gericht kam es zu keiner Einigung – wie geht es nun weiter?

 25.03.2026

Dokumentation

»Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«

Bundespräsident Steinmeier verurteilte im Auswärtigen Amt den Krieg Israels und der USA. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  25.03.2026