Waffendeal

Geschäft mit den Saudis

Im Gefecht: Leopard II Foto: dpa

Die Bundesregierung hat sich über die geplante Lieferung von 200 Leopard-II-Panzern an Saudi-Arabien offenbar vorher mit den USA und Israel besprochen.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sollen beide Länder vor der Entscheidung des Bundessicherheitsrates Ende Juni dem Deal zugestimmt haben. Israel billigt den Verkauf, weil es Saudi-Arabien als stillen Partner im Kampf gegen das Regime in Teheran sieht.

1,7 Milliarden Bisher hüllt sich die Bundesregierung in Schweigen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagt: »Der Bundessicherheitsrat tagt geheim.« Dabei bleibe es. Experten schätzen den Wert des Geschäfts auf mindestens 1,7 Milliarden Euro. Auf Kritik stößt der Plan nicht nur in der Opposition, sondern auch in der Union wegen Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien.

Der Ölstaat, der im vergangenen Jahr Rüstungsgüter im Gesamtwert von rund 543 Millionen Euro bezog, hatte dem benachbarten Bahrain kürzlich mit Panzern ausgeholfen, um Proteste im Land niederzuschlagen. Deshalb warnen Gegner vor einer Lieferung solcher Waffen in ein Krisengebiet. Jerzy Montag, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe, sagte der Jüdischen Allgemeinen: »Ich lehne diesen Verkauf ab. Saudi-Arabien ist ein menschenrechtsverachtender und undemokratischer Staat.« Man wisse nicht, ob das saudische Herrscherhaus die Panzer nicht gegen die Demokratiebewegung einsetze so wie es China 1989 getan hatte. Außerdem warnte der Grünen-Abgeordnete vor einer neuen »Aufrüstungsspirale im Nahen Osten«.

Die Opposition hat am Mittwoch eine aktuelle Stunde im Bundestag beantragt. ja

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, alle Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Würzburg

Schuster kommt zur Kundgebung gegen antisemitische Angriffe

Organisiert wird die Demonstration von der DIG Würzburg, dessen Mitglied das 65-jährige Opfer der jüngsten Attacke in Höchberg ist

 23.07.2026

Handelspolitik

Belgien und Niederlande verbieten Einfuhren aus Siedlungen

Die Regierungen in Brüssel und Den Haag haben ihre Ankündigung wahrgemacht, die Einfuhr von Waren aus den seit 1967 von Israel besetzen Gebieten zu untersagen, sofern sie von Israelis produziert werden

 23.07.2026

Genf/Berlin

Streit zwischen Rosa Luxemburg Stiftung und UN Watch

Die der Partei »Die Linke« nahestehende Stiftung wirft der Genfer NGO vor, in Berlin »die wildesten Verleumdungen gegen die UNRWA« verbreitet zu haben. UN Watch kontert mit Video-Beleg

von Imanuel Marcus  23.07.2026

Essay

Gedenken ohne Juden

Die Erinnerungskultur macht den Holocaust zunehmend zu einer allgemeinen Mahnung gegen Intoleranz und verliert dabei die jüdischen Opfer aus dem Blick

von Gunda Trepp  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Washington D.C./Riad

»Schreckliche Idee«: Kritik an US-Atomdeal mit Saudi-Arabien

Während des Iran-Kriegs, der sich auch um das iranische Atomprogramm dreht, verkünden die USA eine Einigung mit Saudi-Arabien. Experten fürchten ein atomares Wettrüsten in einer instabilen Region

von Johannes Sadek, Franziska Spiecker, Jörg Vogelsänger  23.07.2026

Nahost

USA setzen über Iran B-1-Bomber ein

Im Visier standen Einrichtungen der iranischen Marine, Lager für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungssysteme sowie Luftverteidigungsanlagen

 23.07.2026