Islamistischer Terrorismus

Generalbundesanwalt sieht »erhebliche Bedrohung«

Generalbundesanwalt Jens Rommel Foto: picture alliance/dpa

Generalbundesanwalt Jens Rommel hat islamistischen Terrorismus als eine der Hauptgefahren für Deutschland ausgemacht. Von mehr als 700 im vergangenen Jahr eingeleiteten Ermittlungsverfahren aus dem Bereich Terrorismus und Staatsschutz betrafen knapp 500 den islamistischen Terrorismus, wie Rommel am Dienstagabend in Karlsruhe sagte.

Mehr als 40 Verfahren entfielen auf den Bereich politisch rechts motivierter Kriminalität, drei Verfahren wurden dem linksextremen Spektrum zugerechnet. 38 der eingeleiteten Verfahren hätten Bezug zum Völkerstrafrecht, sagte Rommel.

In allen Bereichen - mit Ausnahme der Corona-Proteste - seien die Zahlen zu politisch motivierten Straftaten noch einmal gestiegen, machte er deutlich. »Die Zahlen stützen unseren Eindruck, dass wir tatsächlich in unruhigen Zeiten leben.«

Deutschland im Visier

Insbesondere ein regionaler Ableger der Terrororganisation IS, der »Islamische Staat Provinz Khorasan«, habe Deutschland für Rekrutierungsversuche und Anschläge im Visier, sagte Rommel. Aber auch radikalisierte Einzeltäter ohne Anbindung an eine islamistische Terrororganisation bedrohten die innere Sicherheit erheblich.

Als Beispiel nannte der im März ins Amt eingeführte Chef der höchsten deutschen Anklagebehörde den tödlichen Messerangriff auf einen Polizisten auf dem Mannheimer Marktplatz. »Wir gehen davon aus, dass die Tat religiös motiviert war«, so Rommel. Zunächst hatte ein Afghane Ende Mai Menschen am Stand einer islamkritischen Gruppe attackiert. »Der Beschuldigte griff zu massiver Gewalt - vermutlich, um Kritik am Islam zu unterbinden.«

Womöglich geht nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft auch von der palästinensischen Terrororganisation Hamas zunehmend eine Anschlagsgefahr in Europa aus. Rommel verwies in diesem Zusammenhang auf die Festnahme von vier mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern im Dezember. »Sie sollten nach unseren Erkenntnissen Waffen aus konspirativ angelegten Erddepots holen und für Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa bereithalten.« In einem Fall seien die Beschuldigten schon fündig geworden.

Washington

Trump: Iran muss sofort seine Stellvertreter im Libanon stoppen

Der Iran muss seine Proxys im Libanon unter Kontrolle bringen, fordert Trump. Andernfalls müsse Teheran mit harten Konsequenzen rechnen

 21.06.2026

Potsdam

Linke sucht Kontakt mit Juden im Kampf gegen Antisemitismus

Der Partei wird immer wieder Antisemitismus vorgeworfen. Nun heißt es in einem Beschluss, dass der Parteivorstand mit jüdischen Verbänden in den Austausch gehen soll

 21.06.2026

Iran-Verhandlungen

US-Vizepräsident Vance sieht »große Fortschritte«

In der Schweiz wird über ein Ende des Iran-Kriegs verhandelt. US-Vizepräsident Vance bewertet den Auftakt der Gespräche offenbar als Erfolg

 21.06.2026

Teheran

Iran: Verhandlungen mit USA auf einen Tag begrenzt

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington in der Schweiz wurden mit Spannung beobachtet. Nun dämpft der Iran die Erwartungen

 21.06.2026

Meinung

Die Linkspartei ist für Juden unwählbar geworden

Jede Hoffnung, »Die Linke« könnte ein vernünftiger Partner werden, wurde enttäuscht. Die Partei unterstützt konsequent die Kräfte, die jüdisches Leben unmöglich machen wollen

von Sigmount A. Königsberg  21.06.2026

Berlin

Mann mit Kippa beleidigt und bespuckt

Laut eines Medienberichts kam es am Samstag in Berlin-Charlottenburg zu einem antisemitischen Vorfall

 21.06.2026 Aktualisiert

Kiew

Selenskyj schickt polnischen Orden zurück

Weil er eine Einheit ehrt, die im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen und Juden begangen hat, entzieht Polens Präsident Nawrocki dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die höchste Auszeichnung des Landes. Der schickt den Orden jetzt per Post zurück

 21.06.2026

Potsdam

Neuer Linken-Chef: Kein Unterschied zwischen CDU »und den Faschisten selbst«

Luigi Pantisano sorgte am Wochenende auf dem Linken-Parteitag in Brandenburg mit einer Aussage für Empörung. Kurz darauf wurde er mit lediglich 53 Prozent zum Co-Vorsitzenden der Partei gewählt

 21.06.2026

Luzern

Gespräche zwischen Iran und USA starten

Es geht um Teherans Atomprogramm und ein Ende der Kämpfe zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel: Heute wollen Vertreter der USA und des Irans in der Schweiz Lösungen für diese heiklen Probleme näherkommen

 21.06.2026