Nahost

»Geheime Entwicklungsstätten im Iran entdeckt«

Foto: dpa

Israel hat nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weitere geheime Entwicklungsstätten für Atomwaffen im Iran entdeckt. Der Regierungschef präsentierte am Montag Satellitenaufnahmen, die eine Stätte nahe der Stadt Abadeh zeigen sollen.

Der Iran habe die Produktionsstätte allerdings zwischen Ende Juni und Ende Juli zerstört, weil klar geworden sei, dass Israel darüber Bescheid wisse, sagte Netanjahu.

Außerdem habe die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Spuren von Uranium in einem »geheimen Atom-Lagerhaus« entdeckt, auf das Israel im vergangenen Jahr hingewiesen habe. Dies stelle eine »klare Verletzung« des Atomwaffensperrvertrags dar, sagte Netanjahu.

SANKTIONEN Vor rund einem Jahr hatte Netanjahu bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung den Iran beschuldigt, in Teheran ein »geheimes Atom-Lagerhaus« im Rahmen seines Nuklearprogramms zu unterhalten.

Die Auslöschung Israels und die »Befreiung Palästinas« gehören seit 40 Jahren zur Doktrin der Mullahs.

Der Ministerpräsident forderte die internationale Gemeinschaft am Montag auf, sich den Sanktionen der USA anzuschließen.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif wies die Anschuldigen zurück. »Der Besitzer von Atomwaffen (gemeint ist Israel) schlägt blinden Alarm wegen einer angeblich zerstörten Atomanlage im Iran«, schrieb er auf Twitter. Er warf Netanjahu Kriegstreiberei vor.

GEHEIMDIENST Im Mai 2018 hatte Netanjahu dem Iran vorgeworfen, umfangreiche Forschungen zum Bau einer Atombombe für einen möglichen künftigen Gebrauch heimlich aufbewahrt zu haben. Dies zeigten Zehntausende Dokumente aus einem »geheimen Atomarchiv« in Teheran, die der israelische Geheimdienst sichergestellt habe, sagte er damals. Aus diesen Dokumenten sollen auch die Informationen über die Entwicklungsstätte nahe Abadeh stammen.

Der Staat Israel und die USA gelten als schärfste Kritiker des Atomabkommens mit dem Iran. Israel ist der Erzfeind Nummer eins des Irans; die Auslöschung des jüdischen Staates Israel und die »Befreiung Palästinas« gehören seit 40 Jahren zur außenpolitischen Doktrin der Mullahs.  dpa/ja

Prozess

Mutmaßlicher Block-Entführer wollte wie James Bond sein

Er war Model und Fitnesstrainer, da erhielt er ein Angebot, von dem er sich geehrt fühlte: Er solle zwei Kinder der Familie Block retten, berichtet ein Zeuge. Seine Geschichte klingt wie ein Thriller

von Stephanie Lettgen  08.07.2026

Tel Aviv/Neapel

Israelische Touristin storniert Hotel in Italien nach BDS-Nachricht

Das Hotel Decumani Hotel De Charme verschickt E-Mails, in der es heißt, es unterstütze die Kampagne ›No Room for Genocide‹ der antisemitischen BDS-Kampagne

 08.07.2026

Krieg

Trump kündigt weitere Angriffe auf Iran an

In der Nacht zum Mittwoch hat das US-Militär Ziele im Iran bombardiert. Nach Aussage von US-Präsident Trump könnten weitere Angriffe folgen

 08.07.2026

Einspruch

Die Hitze spüren

Mascha Malburg empfindet die jüngsten Temperaturrekorde als Mahnung, die Schöpfung zu bewahren

von Mascha Malburg  08.07.2026

Meinung

Das Wiener Lueger-Denkmal muss weg!

Die Performance des jüdischen Künstlers Alon Ishay hat eine neue Debatte über den Umgang der österreichischen Hauptstadt mit ihrer antisemitischen Geschichte angestoßen

von Tobias Kühn  08.07.2026

Nahost

Bericht: Neue Angriffe im Süden des Libanon

Laut libanesischen Medien flog Israels Luftwaffe erneut Angriffe auf Ziele im Süden des Landes. Nach einem Schusswechsel dort meldet die israelische Armee den Tod eines Hisbollah-Terroristen

 08.07.2026

Fußball-Weltmeisterschaft

Die Wut der Pharaonen

Ägypten sucht nach der knappen Niederlage gegen Titelverteidiger Argentinien nach Schuldigen - und Trainer Hossam Hassan spuckt beim Anblick einer Israel-Flagge aus

von Michael Thaidigsmann  08.07.2026

Ankara

Trump: Waffenruhe ist aus meiner Sicht beendet

Die jüngste Eskalation führt offenbar zum Bruch der Vereinbarung

 08.07.2026 Aktualisiert

Hamburg/Ankara

Wadephul: Iran muss jetzt endlich vernünftig verhandeln

Im dauereskalierenden Konflikt mit dem Iran betrachtet der Bundesaußenminister das Verhandlungsfenster noch nicht als geschlossen. Dafür brauche es aber klare Zugeständnisse Teherans, fordert er

 08.07.2026