Berlin

Gedenken an Schauprozess

Bei der Gedenkveranstaltung nahe der Sankt Marienkirche rief Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) dazu auf, heutigen antisemitischen Tendenzen nachdrücklich entgegenzutreten. Foto: imago

An den judenfeindlichen »Hostienschändungsprozess« von 1510 hat der Berliner Bezirk Mitte am Sonntag mit einer Gedenkveranstaltung erinnert. Bei dem Prozess vor 510 Jahren wurden 38 Juden aus Berlin und Brandenburg auf dem Neuen Markt öffentlich verbrannt.

Ihnen wurde die Entehrung geweihter Hostien und Ritualmord von Kindern vorgeworfen. Zudem wurden alle anderen Juden aus der Region vertrieben.

Bei dem Prozess vor 510 Jahren wurden 38 Juden aus Berlin und Brandenburg auf dem Neuen Markt öffentlich verbrannt.

AUFRUF Bei der Gedenkveranstaltung nahe der Sankt Marienkirche sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), die Erinnerung an das Verbrechen sei weiter notwendig. Er rief dazu auf, den heutigen antisemitischen Tendenzen nachdrücklich entgegenzutreten.

Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (SPD) nannte den Schauprozess ein Beispiel für die lange Tradition des Antisemitismus in Deutschland. Er sei am besten zu bekämpfen, indem die jüdischen Gemeinden gestärkt würden. Deshalb fördere das Land Brandenburg den in Potsdam geplanten Synagogenbau. kna

Athen

Griechenland setzt auf militärisches Know-how aus Israel

Drohnen-Schwärme, Cyberangriffe, neue Raketen: Wie die Griechen mit israelischer Technologie ihre Sicherheit aufrüsten wollen – und warum der Blick Richtung Türkei geht

 20.01.2026

Düsseldorf

Protest gegen geplanten Auftritt von Terrorunterstützerin weitet sich aus

Die palästinensische Künstlerin Basma al-Sharif soll an der Kunstakademie auftreten. Unter dem Motto »Ihr sagt ›kontroverse Meinung‹ – gemeint ist Antisemitismus« ist am Mittwoch eine Demonstration gegen die Veranstaltung geplant

 20.01.2026

Würdigung

Oldenburgerin Elke Heger erhält den Albrecht Weinberg-Preis

Die Oldenburger Pädagogin Elke Heger erhält für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Gemeinschaft zwischen Juden und Christen den Albrecht Weinberg-Preis. Zur Verleihung wird der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies erwartet

 20.01.2026

Essen

»Holo-Voices«: Zeitzeugen des Holocausts sollen für immer sprechen

Auf der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen startet ein Medienprojekt, das Zeugen des Holocausts mit Besuchern in einen Dialog bringt. »Holo-Voices« soll Zeitzeugen »eine Stimme für die Ewigkeit« geben

 20.01.2026

Washington D.C.

Mitglied im Aufsichtsrat des Holocaust-Museums: Bernie Sanders blieb Sitzungen 18 Jahre lang fern

Der Vorgang sorgt für scharfe Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Nun soll der jüdische Senator aus dem Gremium ausgeschlossen werden

 20.01.2026

Gedenktag

Weltweit noch 196.600 jüdische Holocaust-Überlebende

Am 27. Januar wird an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 81 Jahren erinnert. Dort und an vielen anderen Orten ermordeten die Nationalsozialisten Millionen Juden. Noch können Überlebende von dem Grauen berichten

 20.01.2026

Eva Umlauf

»Man tut sich mit den toten Juden leichter als mit den lebenden«

Die Münchnerin ist Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees. Auf eine bestimmte Art des Gedenkens an die Opfer der Schoa schaut sie kritisch – und sagt, was sie sich wünscht

von Leticia Witte  20.01.2026

Stuttgart

Holocaust-Überlebende kritisiert ARD-Spitze, Sender reagiert mit Programmänderung

Eva Umlauf bezeichnet den Umgang mit dem Film »Führer und Verführer« als »Skandal und Schande«. Programmdirektorin Christine Strobl reagiert

 20.01.2026

Iran

Im Schatten der Gewalt

Das Teheraner Regime hat die jüngste Protestwelle mit aller Härte niedergeschlagen. Doch hinter der erzwungenen Ruhe wächst der Druck

von Arne Bänsch  20.01.2026