München/Fürstenfeldbruck

Gedenken an die Opfer

Ein verwelkter Kranz mit einer israelischen Fahne liegt am Erinnerungsort Olympia-Attentat München 1972 im Olympiapark (1. September 2022). Foto: picture alliance/dpa

50 Jahre nach dem Olympia-Attentat von München am 5. September 1972 wird am Montag auf dem Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck der Opfer von damals gedacht. Bei der Geiselnahme, die von der Polizei blutig beendet wurde, kamen elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft sowie fünf ihrer palästinensischen Entführer und ein deutscher Polizist ums Leben. Der Polizeieinsatz von damals gilt aus heutiger Sicht als vollkommen misslungen.

Die Entführer waren mit ihren Geiseln nach stundenlangen Verhandlungen in Hubschraubern vom Olympischen Dorf zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gebracht worden, um dort mit einem bereitgestellten Passagierflugzeug auszufliegen. Beim Aussteigen aus den Hubschraubern wurden sie von deutschen Sicherheitskräften unter Beschuss genommen. Ziel der Entführung war es, 230 in israelischer Haft sitzende Palästinenser freizupressen.

EHRENGÄSTE Zu der Gedenkveranstaltung werden neben den Hinterbliebenen der israelischen Opfer auch Israels Staatspräsident Izchak Herzog, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erwartet. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bereits im Vorfeld erklärt, die Bundesrepublik stelle sich ihrer Verantwortung.

Die Hinterbliebenen der israelischen Opfer hatten sich nach jahrzehntelangem Kampf erst wenige Tage vor der Gedenkfeier mit der Bundesregierung auf eine Entschädigung für das entstandene Leid geeinigt. 28 Millionen Euro stehen nun als Entschädigungssumme fest, wovon der Bund 22,5 Millionen, der Freistaat Bayern 5 Millionen und die Stadt München 500 000 Euro übernehmen. Darüber hinaus soll es eine umfangreiche Aufarbeitung der Geschehnisse geben.

Der Antisemitismusbeauftragte des Freistaates Bayern, Ludwig Spaenle, hatte im Vorfeld von einem »Staatsversagen« auf allen Ebenen gesprochen. »Es ging um Vertuschen, Verschweigen, Verdrängen«, sagte Spaenle der »Augsburger Allgemeinen«. »Man hat es in Deutschland weghaben wollen und das über Parteigrenzen hinweg – mit einem roten Oberbürgermeister in München, einer CSU-geführten Staatsregierung in Bayern und einer sozial-liberalen Bundesregierung«, sagte Spaenle.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte am Sonntag: »Wir
müssen uns Menschen, deren Leben durch Anschläge
dramatisch verändert wurde, mit mehr Empathie und mehr
Unterstützung zuwenden.« Der Terroranschlag 1972 habe tiefe Wunden hinterlassen. »Quälende Fragen sind viel zu
lange offengeblieben.« dpa

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Hildburghausen

Zahlreiche Rechtsrock-Konzerte im thüringischen Brattendorf

Ein Gasthaus im südthüringischen Brattendorf ist zu einem Treffpunkt der Neonazi-Szene geworden

 09.03.2026

Moskau

Putin sichert Mojtaba Chamenei Russlands Unterstützung zu

Russland sieht sich traditionell als enger Partner des Iran. Der Kremlchef wünscht dem neuen Obersten Führer Mut, Gesundheit und Kraft

 09.03.2026

Beirut

Israel setzt Angriffe im Libanon fort

Immer wieder erschüttern Explosionen die Vororte der libanesischen Hauptstadt. Ein Ende der durch neue Angriffe der Hisbollah verursachten Eskalation ist nicht in Sicht

 09.03.2026

Gaziantep

Türkei: NATO fängt Geschoss im türkischen Luftraum ab

Trümmer des Geschosses fallen auf türkischen Boden. Es ist nicht das erste Mal

 09.03.2026

Berlin

Zweifel an Angriff auf Neuköllner Schulleiter – Ermittlungen richten sich nun gegen ihn selbst

Ein Überwachungsvideo vom U-Bahnhof Rathaus Neukölln wirft Fragen auf. Angaben von Hudhaifa Al-Mashhadani hatte angegeben, angegriffen worden zu sein

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Nahost

Teheran erneut von Explosionen erschüttert

Bewohner berichten von einer neuen Angriffswelle: Kampfjets nähern sich, laute Detonationen sind zu hören

 09.03.2026

Kommentar

Der Iran-Krieg könnte das Ende der amerikanisch-israelischen Allianz bedeuten

Noch folgt im Kampf gegen das Mullah-Regime eine gute Nachricht auf die andere. Doch sobald der Krieg in die schwierige Phase übergeht, werden auch die Beziehungen zwischen Jerusalem und Washington auf die Probe gestellt werden

von Hannes Stein  09.03.2026