Hochschule für Jüdische Studien

Gedankenaustausch zu Migration und Integration

ZDF-Intendant Thomas Bellut Foto: Uwe Steinert

Als Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Entwicklung will die Hochschule für Jüdische Studien ihren Gedankenaustausch verstanden wissen, der mit den »Heidelberger Gesprächen« am Freitag in Berlin fortgesetzt wurde. Dabei trafen sich nun zum dritten Mal Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Publizistik. Gastgeber waren erneut der Verleger Hubert Burda und Zentralratsvizepräsident Salomon Korn als Chairmen des Aktionskomitees der Hochschule.

Thema der Gesprächsrunde, moderiert von der Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Rachel Salamander, war das Spannungsverhältnis zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und den ethnischen, kulturellen und religiösen Minderheiten.

Dabei sprachen der Politikwissenschaftler Peter Graf von Kielmansegg und ZDF-Intendant Thomas Bellut über Fragen von Integration und Entfremdung: »Die Deutsche Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten im Ringen um Anerkennung«.

Demokratie Kielmansegg erläuterte dabei unter anderem die Interessen-, Werte- und Identitätskonflikte angesichts des Phänomens einer globalen Migrationsbewegung, welche die Zuwanderungsländer vor besondere Herausforderungen stellen. Einerseits gebe es dort die Verpflichtungen zur politischen Moral und des humanitären Völkerrechts, auf der anderen Seite tendiere die Mehrheit der Bürger dazu, massive Zuwanderung abzulehnen. Dies erzeuge starke Spannungen, die in den Prämissen der Demokratie angelegt seien.

Bellut betonte die Aufgabe der Medien, insbesondere eines öffentlich-rechtlichen Senders, dem sich Fragen von Minder- und Mehrheiten täglich stellen. Das ZDF fühle sich verpflichtet, den Integrationsauftrag zu erfüllen. Information sei dabei das beste Mittel gegen Ausgrenzung und Vorurteile. Bellut verwies auf die steigende Zahl von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund vor und hinter der Kamera, Integration sei Teil der Programm- und Arbeitsrealität.

In einer zweiten Runde sprachen Migrationsexperte Klaus Bade sowie Commerzbank-Vorstand Martin Zielke über Erfahrungen und Zukunftskonzepte aus der Sicht von öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen.

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kommentar

Die Hinrichtungen gehen weiter

Nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung im Januar setzt das Regime die Exekutionen vor den Augen der Welt fort

von Nila Mozafari  30.07.2026

Hannover

Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

Bis Mittwoch mussten Niedersachsens Wahlausschüsse über alle Kandidaturen für die Kommunalwahl entscheiden. Mehrere Politiker der rechtsextremistischen Partei dürfen wegen Zweifeln an ihrer Verfassungstreue nicht antreten

 30.07.2026

Berlin

Mitarbeiter und Gäste des Kulturschiffs MS Goldberg antisemitisch beschimpft

Der Mann fuhr mit seinem Boot neben dem Kulturschiff und pöbelte dabei. Später soll er noch Beleidigungen per Email und via Facebook verschickt haben

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Berlin

Tödliche Ignoranz

Der Attentäter vom Christopher Street Day war Islamist. Doch manchen fällt es schwer, die Hintergründe der Mordtat konkret zu benennen. Sie kennen nur Reflexe

von Ralf Balke  30.07.2026

Berlin

Breites Bündnis fordert Klartext beim Thema Islamismus

Die meisten Muslime in Deutschland lehnten islamistische Ideologien ab. Gerade deshalb müssten sie ihnen »innerhalb der eigenen Gemeinschaft entschlossen entgegenzutreten«, heißt es in einem von 23 Organisationen unterzeichneten Aufruf

 30.07.2026

Interlochen (Michigan)

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Jeffrey Epstein im Umfeld einer US-Kunstschule

Zwei ehemalige Schülerinnen schilderten grenzüberschreitendes sexuelles Verhalten des Finanzinvestors

 30.07.2026

Berlin

Nach CSD-Anschlag: Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt

Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Days wird die Technoparade »Zug der Liebe« abgesagt. Die Ereignisse hätten die Lage »drastisch verändert«, so die Veranstalter

 30.07.2026