Meinung

Gaza und Gerechtigkeit

Im Talmud (Nidda 14a) heißt es: »Alle Seefahrer sind Gerechte.« Nun soll an dieser Stelle keinesfalls der heiligen Schrift widersprochen werden, doch dürfen angesichts der Erklärungen der jüdischen Passagiere des Motorseglers »Irene« schon Zweifel erlaubt sein. Alles Gerechte? Diese Seefahrer, die von Zypern Richtung Gaza losschipperten und am Dienstag auf Anweisung der israelischen Marine im Hafen von Aschdod festmachten, treten für einen »gerechten Frieden in Nahost« ein. Nach eigenen Angaben wollten sie mit der Aktion provozieren, moralisch statt militärisch. Nun kann es keinesfalls darum gehen, die Aktivisten – darunter Schoa-Überlebende – zu diskreditieren. Nur sollten sich die selbst ernannten Gerechten ein paar kritische Einträge ins Logbuch gefallen lassen: Zum Beispiel, dass es der bessere Kurs wäre, sich um die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen zu kümmern und gleichzeitig auch um die Opfer des Bombenterrors in Sderot, Aschkelon und Umgebung. Und nicht nur der Regierung in Jerusalem Fehler anzukreiden, sondern die islamistischen Diktatoren in Gaza zur Einhaltung der Menschenrechte, Abkehr von Gewalt und Anerkennung Israels zu drängen. Und es wäre mehr als gerecht, eine Flottille zu entsenden, die sich um die Freilassung des von der Hamas verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit bemüht. Also: Alle Mann an Bord und Leinen los!

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026