Meinung

Gaza und Gerechtigkeit

Im Talmud (Nidda 14a) heißt es: »Alle Seefahrer sind Gerechte.« Nun soll an dieser Stelle keinesfalls der heiligen Schrift widersprochen werden, doch dürfen angesichts der Erklärungen der jüdischen Passagiere des Motorseglers »Irene« schon Zweifel erlaubt sein. Alles Gerechte? Diese Seefahrer, die von Zypern Richtung Gaza losschipperten und am Dienstag auf Anweisung der israelischen Marine im Hafen von Aschdod festmachten, treten für einen »gerechten Frieden in Nahost« ein. Nach eigenen Angaben wollten sie mit der Aktion provozieren, moralisch statt militärisch. Nun kann es keinesfalls darum gehen, die Aktivisten – darunter Schoa-Überlebende – zu diskreditieren. Nur sollten sich die selbst ernannten Gerechten ein paar kritische Einträge ins Logbuch gefallen lassen: Zum Beispiel, dass es der bessere Kurs wäre, sich um die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen zu kümmern und gleichzeitig auch um die Opfer des Bombenterrors in Sderot, Aschkelon und Umgebung. Und nicht nur der Regierung in Jerusalem Fehler anzukreiden, sondern die islamistischen Diktatoren in Gaza zur Einhaltung der Menschenrechte, Abkehr von Gewalt und Anerkennung Israels zu drängen. Und es wäre mehr als gerecht, eine Flottille zu entsenden, die sich um die Freilassung des von der Hamas verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit bemüht. Also: Alle Mann an Bord und Leinen los!

Teheran

Iran: Antwort auf US-Vorschlag an Pakistan übermittelt

Zurzeit gilt eine fragile Waffenruhe im Iran-Krieg. Die USA haben einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts gemacht. Die Antwort soll nun vorliegen

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Naher Osten

Erneut iranische Angriffe auf Golfstaaten

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 10.05.2026

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

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von Jan Fleischhauer  10.05.2026

Kommentar

Wenn »schwarz auf weiß« nicht mehr genügt

Eine funktionierende Demokratie braucht freie Medien – aber vor allem glaubwürdige

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Teheran

Iran droht USA im Falle von weiteren Angriffen mit Vergeltung

Das Mullah-Regime warnt die USA vor weiteren Attacken auf Handelsschiffe. Ob mittlerweile die von US-Präsident Trump erwartete Antwort aus Teheran auf den Friedensvorschlag eingegangen ist, ist nicht bekannt

 10.05.2026

Moskau

Russland will Uran aus dem Iran einlagern

Kremlchef Putin erklärt, dass Russland bereit sei, angereichertes Uran aus dem Iran einzulagern. Ob die USA dem Vorschlag zustimmen werden, ist offen

 10.05.2026

Washington

Rubio: Erwarten heute eine Antwort aus dem Iran

Während sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zuletzt zugespitzt haben, setzen die USA weiter auf eine Verhandlungslösung mit Teheran. Nun äußert sich der US-Außenminister dazu

 08.05.2026

Meinung

»Boykottlisten« gegen »Zionisten«? Die 30er-Jahre lassen grüßen

Streit um eine Palästina-Halskette: Was wirklich im Berliner Café »The Barn« passierte, was das Café »Acid« damit zu tun hat und welche Rolle die Lokalpresse spielt

von Ayala Goldmann  08.05.2026

Andenken

Vier Schulen und mehrere Plätze nach Margot Friedländer benannt

Vor einem Jahr - am 9. Mai - starb die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer mit 103 Jahren. Für viele war sie ein Vorbild. Inzwischen tragen immer mehr Schulen, Straßen und Plätze ihren Namen. Eine Übersicht

von Karin Wollschläger  08.05.2026