Meinung

Gaza und Gerechtigkeit

Im Talmud (Nidda 14a) heißt es: »Alle Seefahrer sind Gerechte.« Nun soll an dieser Stelle keinesfalls der heiligen Schrift widersprochen werden, doch dürfen angesichts der Erklärungen der jüdischen Passagiere des Motorseglers »Irene« schon Zweifel erlaubt sein. Alles Gerechte? Diese Seefahrer, die von Zypern Richtung Gaza losschipperten und am Dienstag auf Anweisung der israelischen Marine im Hafen von Aschdod festmachten, treten für einen »gerechten Frieden in Nahost« ein. Nach eigenen Angaben wollten sie mit der Aktion provozieren, moralisch statt militärisch. Nun kann es keinesfalls darum gehen, die Aktivisten – darunter Schoa-Überlebende – zu diskreditieren. Nur sollten sich die selbst ernannten Gerechten ein paar kritische Einträge ins Logbuch gefallen lassen: Zum Beispiel, dass es der bessere Kurs wäre, sich um die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen zu kümmern und gleichzeitig auch um die Opfer des Bombenterrors in Sderot, Aschkelon und Umgebung. Und nicht nur der Regierung in Jerusalem Fehler anzukreiden, sondern die islamistischen Diktatoren in Gaza zur Einhaltung der Menschenrechte, Abkehr von Gewalt und Anerkennung Israels zu drängen. Und es wäre mehr als gerecht, eine Flottille zu entsenden, die sich um die Freilassung des von der Hamas verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit bemüht. Also: Alle Mann an Bord und Leinen los!

US-Repräsentantenhaus

Mehr als 100 Demokraten stimmen für Ende der Militärhilfe an Israel

Das Abstimmungsergebnis gilt als Zeichen eines tiefgreifenden Wandels innerhalb der Partei von Clinton, Obama und Biden

 16.07.2026

Washington D.C.

JD Vance verbreitet Verschwörungstheorien zu Israel und Epstein

Epstein habe Verbindungen »zu den höchsten Ebenen« der israelischen Geheimdienste unterhalten, sagt der US-Vizepräsident. Belege für diese Behauptung legt er nicht vor

 16.07.2026

Meinung

So markiert man Feinde

Die sogenannte Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur UNRWA enthält entlarvende Widersprüche. Sie konstruiert eine angebliche Kampagne gegen das Palästinenserhilfswerk und stellt dessen Kritiker in die rechte Ecke

von Rebecca Schönenbach  16.07.2026

Krakau/Weimar

KZ-Gedenkstätten warnen vor politischem Druck durch Rechtsruck

Weniger Zeitzeugen, mehr politische Eingriffe? KZ-Gedenkorte fordern, Erinnerung und Forschung frei von Druck und Instrumentalisierung zu halten

 16.07.2026

Nahost

Nächtliche Angriffe auf Ziele im Iran: Schiff auf dem Weg nach Kharg gestoppt

Amerika attackiert iranische Luftabwehrstellungen, Raketen- und Drohnenanlagen und Kommandozentren. Der Iran greift Ziele in Bahrain, Jordanien und Kuwait an

 16.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Israel

Oberstes Gericht stoppt Gesetz zum Schutz ultraorthodoxer Verweigerer des Wehrdienstes

Die Richter kündigen zudem eine rasche Anhörung über die Rechtmäßigkeit der Regelung an

 16.07.2026

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Magdeburg

AfD-Veranstaltung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Steimle

Ein Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle auf einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zudem gab es Kritik wegen des Singens der DDR-Nationalhymne

 15.07.2026