Meinung

Fußball macht Frieden

Wenn alles nach WM-Plan läuft, wird es im Nahen Osten ein ruhiger Monat – exakt bis zum 11. Juli. Zwar standen nach dem blutigen Zwischenfall auf dem Mittelmeer mal wieder die arabischen Massen auf und forderten Dschihad und Märtyrertum für Gaza. Doch das war letzte Woche. Und seit vergangenem Freitag gilt: Nationalismus hin, Islamismus her – Vorrang hat der Fußball. Immer, wenn irgendwo ein Wettbewerb großen Kalibers ansteht, beruhigt sich der Kampf ums Heilige Land. Israelische Soldaten und palästinensische Terroristen interessieren sich mehr für die Ereignisse auf dem Spiel- als auf dem Schlachtfeld. Friedensbemühte dürften begrüßen, was islamistische Prediger ganz schlimm finden: Dass die Jugend mehr über die brasilianische Nationalelf als über die engsten Freunde Mohammads weiß, dass sie Spielergebnisse besser auswendig kennt als Koransuren. Messi und Kaka leeren die Moscheen. Die WM packt die Männer da, wo Diplomatie versagt. Vier Wochen Ruhe!

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026