Montagsdemos

Für Frieden, gegen Rothschilds

Demonstration in Berlin Foto: Marcus Golejewski/Geisler-Fotopr

Die Rothschilds haben praktisch jeden Krieg der letzten 100 Jahre angefangen, um daran zu verdienen. Und die amerikanische Zentralbank Federal Reserve, kurz Fed, auch, weil sie in Wirklichkeit den Rothschilds und einigen anderen reichen jüdischen Familien gehört. Was sich anhört wie die verwirrte Weltsicht ausgewiesener Antisemiten, bringt seit einigen Wochen jeden Montag in deutschen Städten ein paar Tausend Menschen auf die Straße. Sie wollen einen Dritten Weltkrieg verhindern, den sie doch für längst beschlossene Sache halten – geführt wird er von der EU und den USA (und natürlich den Rothschilds) gegen Russland.

minidemos Dass die, gemessen an den Teilnehmerzahlen, völlig unerheblichen wöchentlichen Miniaufläufe gleichwohl zum großen Thema wurden, liegt an zwei Umständen: zum einen an der aggressiven Vehemenz, mit der die selbst ernannten Friedensfreunde im Internet auftreten. Und zum anderen daran, dass die Proteste von Beginn an von bekannten Rechten wie dem wegen antisemitischer Statements in die Kritik geratenen früheren RBB-Moderator Ken Jebsen unterstützt werden.

Obwohl die Veranstalter behaupten, nicht rechts und schon gar nicht antisemitisch zu sein, zeigte sich bei den Protesten in Berlin erneut das Gegenteil. Mit Andreas Popp hatte man einen wichtigen Publizisten der Neuen Rechten als Redner eingeladen. Er forderte, »Begrifflichkeiten« wie »Links und Rechts und Antisemitismus« müssten verschwinden und führte, auch wenn er damit sein »Leben in Gefahr« bringe, zum Thema Israel aus: »Was dort läuft, das ist für mich eine Form von Antisemitismus, zum Beispiel was gegenüber den Palästinensern läuft.«

In Berlin trat auch Jürgen Elsässer auf, Herausgeber des Magazins Compact, in dem Artikel wie »Die antirussische Front – Faschisten und Zionisten Schulter an Schulter« erscheinen.

npd Während die Organisatoren von 7000 Teilnehmern sprachen, zählten Medien übereinstimmend nur 1500. Zu ihnen gehörten der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke sowie weitere NPD-Funktionäre.

Mit Sonja Karas war allerdings auch ein Mitglied des Landesvorstandes der Grünen Brandenburg vor Ort. Piraten waren nur als Beobachter anwesend, die Partei hatte ihre Mitglieder aufgerufen, sich nicht zum »Spielball von Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern« machen zu lassen.

Ähnlich hatte zuvor Die Linke gewarnt, dass »wir es hier mit rechten Organisationen und Personen zu tun haben, die antisemitische Inhalte verbreiten«.

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt-Wahl

Nach AfD-Sieg: Cem Özdemir rief jüdische Gemeinden an

Der Ministerpräsident versicherte, dass sie in Baden-Württemberg nicht auf gepackten Koffern sitzen müssten

 10.09.2026

Bayern

Jugendlicher bestreitet Anschlagspläne auf Synagoge

Ein 16-Jähriger steht in Augsburg wegen Planung eines Anschlags vor Gericht. Ihm werden schwere Straftaten vorgeworfen. Das Verfahren läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit

 10.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Krieg

Iran bereit für »Blitzoffensive«

Die iranische Militärführung betont ihre Bereitschaft zu schnellen Einsätzen im ganzen Land. Was Kommandeur Hassansadeh über Motivation und Strategie sagt

 10.09.2026

Erinnerung

Gedenkstätten-Leiterin wünscht sich stärkere Wirkung in Gesellschaft

Die Angebote von Gedenkstätten müssen nach Ansicht der niedersächsischen Stiftungsgeschäftsführerin Elke Gryglewski verständlicher werden. Sie fordert neue Zugänge zum Blick auf die NS-Zeit für breite Bevölkerungsschichten

von Charlotte Morgenthal  10.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern

SPD nähert sich in Umfragen der AfD

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig präsentiert sich im Landtagswahlkampf als »die Frau gegen Blau«. In den Umfragen legt sie zu

 10.09.2026

Aufruf

Jüdische und christliche Jugendorganisationen warnen vor der AfD

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen: Auf den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt könnte bald ein zweiter in Mecklenburg-Vorpommern folgen. Die Sorge darüber vereint junge Menschen christlicher und jüdischer Herkunft

 10.09.2026

Sachsen-Anhalt

Charlotte Knobloch: »Die AfD ist rechtsextrem«

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern äußert sich »bis ins Tiefste entsetzt« über den AfD-Wahlerfolg und plädiert erneut für ein Verbotsverfahren gegen die Partei

 10.09.2026