Berlin

Für die Hisbollah gekämpft? Angeklagter bestreitet Vorwurf

Das Kammergericht in Berlin-Schöneberg Foto: picture alliance / PIC ONE

Die Berliner Generalstaatsanwaltschat sieht in ihm einen Anhänger der Hisbollah und wirft dem 30-Jährigen die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vor. Doch der Berliner bestreitet, der Miliz anzugehören und an Gefechten im Grenzgebiet zu Israel und Syrien teilgenommen zu haben. Er sei »niemals irgendwo eingegliedert« gewesen und habe keine Befehle entgegengenommen, ließ der Angeklagte von seinem Verteidiger zum Prozessauftakt vor dem Berliner Kammergericht erklären.

Aufenthalte zwischen Ende 2023 und April 2025 im Libanon und in Syrien, die die Anklage auflistet, sind nach Schilderung des Anwalts aus privaten Gründen erfolgt. Während des Aufenthalts habe sein Mandant Cousins getroffen, den Friseur besucht, sei zum Bowlen, in den Zoo und zum Rummel gegangen oder habe Joints geraucht. Besuche an einem Schießstand seien »reine Freizeitveranstaltungen« gewesen. 

Das Mitglied einer bekannten arabischen Großfamilie ist in der Vergangenheit mehrfach durch diverse Straftaten - unter anderem Drogendelikte - aufgefallen und verbüßte eine mehrjährige Haftstrafe. 

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Anklage: Teilnahme an Gefechten

Aus Sicht der Ankläger hat der Mann beschlossen, sich nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 auf Seite der Hisbollah-Miliz an dem Konflikt zu beteiligen. Der Angeklagte soll 2023 in den Libanon ausgereist sein, um sich dort von der Miliz an Schuss- und Kriegswaffen ausbilden zu lassen – und an Gefechten teilgenommen haben.

Ferner veröffentlichte der Mann nach den Ermittlungen in sozialen Netzwerken mehrfach Propagandabeiträge, die die Hisbollah verherrlichten und deren Ziele unterstützten.

Der Angeklagte war am 15. April bei einer Razzia in einer Neuköllner Wohnung festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Staatsschutzsenat des Berliner des Kammergerichts hat zunächst insgesamt 13 Prozesstage bis zum 10. März geplant. dpa

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