Meinung

Freunde brauchen Konsultationen

Wieder einmal hackte die gesamte Welt auf Israel herum. Wieder einmal hatte man den Eindruck, die seit fünf Jahren tobenden blutigen arabischen Bürger- und Vernichtungskriege seien Lappalien gegenüber dem, was in der einzigen Demokratie des Nahen Ostens, in Israel, passierte. Was war geschehen? Da hatte doch tatsächlich das israelische Parlament mit 60 zu 52 Stimmen illegale Siedlungsaußenposten legalisiert.

Damit keine Zweifel aufkommen: Ich gehöre zu den Kritikern dieses Gesetzes und bin kein Freund israelischer Siedlungspolitik; wer illegales Bauen absegnet, lädt zu neuem illegalen Bauen ein, und das kann nicht im Interesse der Palästinenser, im Interesse Israels oder im Interesse eines Ausgleichs zwischen beiden Völkern sein, denn das einseitige Schaffen von Fakten erschwert die Beendigung des israelisch-palästinensischen Konfliktes und dient nur eigenen Interessen, nicht der Befriedung der Region.

tonlage Dass sich das Auswärtige Amt in den Chor der Kritiker einreiht, ist nicht neu. Neu ist allerdings der Ton, der allen diplomatischen Gepflogenheiten widerspricht. Da ist davon die Rede, dass das Vertrauen zu Israel »nachhaltig erschüttert« sei. Da wird Israel oberlehrerhaft aufgefordert, »schon bald« das Gesetz zu überprüfen. Schließlich soll es sein Bekenntnis zur Zweistaatenlösung durch praktische Schritte untermauern.

Welches andere Land wird so belehrt, was es gefälligst zu tun hat, wie Israel? Genauer gesagt, drängen sich vier Fragen auf: Erstens: Redet man so mit Freunden? Zweitens: Warum wird Israel einseitig für den stockenden Friedensprozess verantwortlich gemacht? Drittens: Welche praktischen Schritte sollte Israel unternehmen können, wenn die in Gaza herrschende Hamas nicht mit Israel redet und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas viel zu schwach für Friedensverhandlungen ist? Und viertens: Warum kritisieren die Deutschen die einzige Demokratie im Nahen Osten in einem Ton, den sie sich gegenüber keinem arabischen Staat je erlauben würden?

konsultationen Es besteht Redebedarf zwischen Berlin und Jerusalem. Dass die Bundesregierung jetzt die fälligen Regierungskonsultationen mit Israel absagt, ist kurzsichtig und durchsichtig!

Natürlich kann und muss auch die israelische Politik kritisch hinterfragt werden. Die Arroganz, die Anmaßung, die Belehrungs-Attitüde allerdings, die sich im Um-gang mit Israel breitmachen, sind völlig unangemessen. Nicht so, Herr Bundesaußenminister!

Der Autor saß für die CDU im Deutschen Bundestag, war für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem und ist Ehrenpräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Berlin

Gedenken an Proteste von 1943 in der Rosenstraße

Der Protest von wahrscheinlich mehreren hundert Frauen in der Berliner Rosenstraße während der zwölfjährigen NS-Diktatur gilt als beispiellos. An den lange vergessenen Widerstand wird am Donnerstag erinnert

 23.02.2026

Nahost

Im Kriegsfall: Vergeltungsschläge des Iran über Stellvertreter erwartet

Nach Einschätzung westlicher Sicherheitskreise würden amerikanische Ziele weltweit ins Visier geraten - sogar in Europa

 23.02.2026

Interne Analyse

Gaza-Krieg schadete Kamala Harris im Präsidentschafts-Wahlkampf

Nachdem die Demokratin gegen Donald Trump verloren hatte, beauftragte ihre Partei einen »Autopsie-Bericht« über den Wahlkampf. Der wurde jedoch nie veröffentlicht. Jetzt sickern Details durch

 23.02.2026

Atomstreit

USA und Iran vor neuer Gesprächsrunde

Unterhändler beider Staaten sollen sich diese Woche in Genf treffen, um über einen iranischen Vorschlag für ein neues Atomabkommen zu beraten

 23.02.2026

Kiel

DIG-Landesvorsitzender nach Demo attackiert

Der Landesvorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Schleswig-Holstein und eine Begleiterin wurden angegriffen, ein weiteres Opfer geschlagen

 23.02.2026

Braunschweig

Zentralrat der Juden: Schau betont »schmerzliche Aktualität«

Nur fünf Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur und des Holocaust wurde der Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet. Zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung nach 75 Jahren gibt es mahnende Worte

 23.02.2026

Weimar

Linksextreme planen Aktion in KZ-Gedenkstätte

Israelfeindliche Gruppen rufen zu einem Protest in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald auf – am Jahrestag der Befreiung des Lagers. Die Gedenkstätten-Stiftung ist besorgt

 23.02.2026 Aktualisiert

Ukraine

Der verdrängte Krieg

Es gibt keine Alternative zur Unterstützung des angegriffenen Landes. Ansonsten könnte das Grauen näher rücken – auch bis zu uns nach Deutschland

von Igor Mitchnik  22.02.2026

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026