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Freiburg, Widerstand, SS-Mann

Irina Katz Foto: Rita Eggstein

Angriff in Freiburg

Mitte Juli wurde Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg, auf offener Straße vor der Neuen Synagoge angegriffen. »Es war Schabbat, das Wetter gut, alles friedlich und fröhlich«, sagte Katz lokalen Medien. Sie hatte morgens die Beter zum Gottesdienst begrüßt. Auf einer Überwachungskamera erkennt man, wie ein brüllender, aggressiv auftretender Mann zur Synagoge geht, droht und schimpft. »Sind wir hier in Deutschland oder sind wir hier im Judenland?«, soll er gerufen haben, und: »Mich wundert nicht, dass Hitler euch vergast hat!« Ein Gemeindemitglied zog Katz in die Synagoge. Auch eine Passantin, die mit dem Fahrrad vorbeifuhr, kam zu Hilfe. Die herbeigerufene Polizei konnte bald den Täter festnehmen. Er komme aus der Obdachlosenszene. Katz hingegen sagte: »Er hatte nichts mit den Obdachlosen vor der Synagoge zu tun, und betrunken war er auch nicht.« Sie berichtete auch, dass es im Umfeld der Synagoge schon häufiger zu Angriffen kam, »aber das war bisher der schlimmste. Ich war schockiert – die Angst kam hinterher«.  ja

Erinnern an Widerstand

Bei der diesjährigen Ehrung der Attentäter des 20. Juli in Berlin erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, neben der Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg sei der Widerstand gegen den Nationalsozialismus »vielfältig« gewesen. Merkel erwähnte den Kreisauer Kreis, die Weiße Rose, den kommunistischen Widerstand und auch die Kämpfe, die sowohl Juden als auch Sinti und Roma geführt hatten. Merkel rief zu Zivilcourage auf: Alle Bürger hätten die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass Politiker und ehrenamtlich tätige Menschen »nicht um Leib und Leben fürchten müssen«, dass Juden »sorgenfrei die Kippa tragen können« und »dass wir nicht dulden, wenn Menschen gegen andere hetzen«. Auch die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer warnte davor, dass die »Demokratie verächtlich gemacht wird«.  ja

NPD ohne Staatsgelder

Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung haben beim Bundesverfassungsgericht beantragt, die rechtsextreme NPD künftig von der Parteienfinanzierung auszuschließen. In der Begründung des 150-seitigen Antrags sollen 300 Belege die »fortdauernden verfassungsfeindliche Aktivitäten« der NPD beweisen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung heißt. Es soll gezeigt werden, dass die NPD die parlamentarische Demokratie verachtet und einem völkischen Denken verpflichtet ist. Grundlage für den Antrag ist ein 2017 beschlossenes Gesetz, das es ermöglicht, Parteien von der staatlichen Finanzierung auszuschließen, wenn sie verfassungsfeindliche Ziele verfolgen.  ja

Kassel und Halle sind bunt

10.000 Menschen in Kassel und 3000 in Halle haben am Samstag gegen jeweils dort stattfindende Treffen von Rechtsex­tremen protestiert. In Kassel standen den 10.000 Gegendemonstranten rund 120 Teilnehmer einer rechten Kundgebung gegenüber. Diese protestierten gegen eine angebliche mediale Vorverurteilung im Zusammenhang mit dem Mord an dem CDU-Poltiker Walter Lübcke. In Halle (Sachsen-Anhalt) wurde eine geplante Demonstration der rechtsextremen Identitären Bewegung abgesagt. Stattdessen versammelten sich rund 250 Rechtsextreme vor einem Haus, das als Zentrale der Identitären gilt, zu einem als Sommerfest deklarierten Treffen.  epd/ja

Saudi in Jerusalem attackiert

Ein saudi-arabischer Medienaktivist, der auf Einladung des israelischen Außenministeriums in Jerusalem ist, wurde auf dem Tempelberg von Palästinensern angegriffen. Derzeit besuchen sechs Journalisten aus dem arabischen Raum Israel. Erstmals sind auch Medienvertreter aus Saudi-Arabien und dem Irak dabei.  dpa/ja

Anklage gegen SS-Mann

Ein früherer SS-Mann soll wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener angeklagt werden, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim mit. Der 96-Jährige hatte im November 2018 in einem TV-Interview zum SS-Massaker der SS im französischen Ascq 1944 gesagt, die Opfer seien selbst schuld. Zudem sei die Zahl von sechs Millionen in der Nazizeit getöteten Juden falsch.  ja

Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei der Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin

SPD-Vorstand beschließt Mitgliedervotum zu Koalitionsvertrag

Noch haben die Koalitionsverhandlungen in Berlin nicht begonnen. Klar ist aber schon, dass die Basis der drei potenziellen Regierungspartner eng eingebunden werden soll

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Friedens-Mission

Woidke lobt Pferdetreck nach Jerusalem als Friedenszeichen

Sechs Monate und mehr als 3.500 Kilometer Reise durch acht Länder: Der Friedenstreck nach Jerusalem im vergangenen Jahr musste viele Hindernisse überwinden

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Meinung

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Die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin offenbart aus Versehen ihre Angst vor dem Umfeld der eigenen Partei – und entlarvt den Vorwurf, Opfer einer Kampagne zu sein

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Iran-Krieg

Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen

Inmitten von Spannungen und Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus mehren sich diese Woche diplomatische Besuche im Iran. Jetzt sind Vertreter aus Katar eingetroffen

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Wahl in Israel

Josef Schuster: Regierungswechsel in Israel könnte förderlich sein

Äußerungen rechtsradikaler Minister in Israel sind nicht akzeptabel, sagt der Präsident des Zentralrats der Juden. Was ein möglicher Regierungswechsel im Land für die deutsch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte

von Leticia Witte  30.10.2026

SPIEGEL-Affäre

Eralp zu Angst-Eingeständnis: Nehme Rat von Behörden ernst

Mit schriftlichen Anmerkungen zu einem Interview sorgt die Berliner Linken-Frontfrau für Aufsehen. Nun bezieht sie selbst Stellung - und führt ihr Handeln auf den Rat der Sicherheitsbehörden zurück

 30.10.2026

Berlin

Thorsten Frei fordert Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit Linken

»Wer in den eigenen Reihen die Zusammenarbeit mit Hamas-Sympathisanten duldet, kann nicht glaubwürdig Verantwortung für die Sicherheit von Millionen Berlinern übernehmen«, so der Fraktionschef der Bundestagsunion

 30.10.2026

Debatte

Nach Eralp-Veröffentlichung: Jetzt meldet sich der »Spiegel« zu Wort

 30.10.2026

Rheinland-Pfalz

CDU, SPD und Grüne fordern Schulterschluss gegen Antisemitismus

Nachdem in einem Brief an die Jüdische Gemeinde Speyer gedroht wurde, die Synagoge in die Luft zu sprengen, wollten die Fraktionen ein Zeichen setzen

 30.10.2026