Köln

Frau aus WG geworfen, weil sie Jüdin ist

Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Es ist ein Fall von Antisemitismus, der eine Jüdin im privatesten Raum getroffen hat: In ihren eigenen vier Wänden.

In Köln musste eine 20-jährige Israelin ihre WG verlassen, weil ihre Untervermieterin nicht mit jemanden zusammen leben wolle, der »pro-israelisch« sei.

»Ich habe zur Untermiete in einer WG in der Innenstadt gelebt«, berichtet die Betroffene dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Doch als der Untermietvertrag endet, habe sie eigentlich in ein anderes, freies Zimmer in der Wohnung ziehen sollen. »Als die Studentin, in deren Zimmer ich gewohnt habe, zurückkehrte, sollte ich in ein anderes freies Zimmer in der Wohnung ziehen – bis meine Untervermieterin mir per Whatsapp eröffnete, dass das nicht möglich sei«, schildert die Israelin. Doch die Untervermieterin, die tunesisch-palästinensische Wurzeln haben soll, habe ihr gesagt, dass mit niemandem eine Wohnung teilen könne, der »pro-israelisch sei.«

Die Untervermieterin soll im Gespräch die Massaker der Hamas vom 7. Oktober geleugnet haben, bei denen 1200 Menschen von den Terroristen getötet und mindestens 240 entführt wurden. Die Frau habe außerdem gesagt, dass sie gegen den Staat Israel sei. Die Sprachnachricht liegt dem »Kölner Stadt-Anzeiger« vor.

Die Israelin sagte der Zeitung, dass sie bei der Polizei Anzeige erstatten wollte. »Der Beamte bei der Polizei war sehr unfreundlich, fast aggressiv. Er hat die Nachricht gehört und gesagt, dass sei eine Privatangelegenheit, dafür sei die Polizei nicht zuständig«, schildert sie. Die Frau lebt nach eigenen Angaben mittlerweile bei Bekannten. ja

Meinung

Israel hat seine Zukunft zurück

Ran Gvili, die letzte Geisel in Gaza, wurde geborgen und nach Israel überführt.

von Sabine Brandes  26.01.2026

Serie

»Holocaust«-Serie: Wendepunkt der deutschen Erinnerungskultur

Vor 47 Jahren wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die US-Serie »Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss« ausgestrahlt. Der damals verantwortliche Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel erinnert sich an Widerstände und weinende Anrufer

von Jonas Grimm  26.01.2026

Schleswig-Holstein

Vandalismus an Synagogen-Mahnmal in Kiel sorgt für Entsetzen

Zertretene Blumen und Kerzen: Politiker verurteilen die Verwüstungen des Synagogen-Mahnmals in Kiel - und sprechen von einem feigen Akt

 26.01.2026

Berlin

Geschichte jüdischer Politiker: Bundestag zeigt neue Ausstellung

Tagebücher, Videos und Briefe: Eine neue Ausstellung im Bundestag zeigt die Biografien jüdischer Politiker. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer Überlebenden des Holocaust

von Nikolas Ender  26.01.2026

Tova Friedman mit Enkel Aron Goodman

Mahnung

Überlebende Friedman über AfD: Ich möchte sie konfrontieren

Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman wird am Mittwoch im Bundestag sprechen. Bewusst teilt sie ihre Erinnerungen öffentlich - um aufzuklären und deutlich zu machen, dass sich Juden nie wieder verstecken dürften

 26.01.2026

Berlin

Mehr Störungen an NS-Gedenkstätten

In Gästebüchern wird immer öfter eine Tonlage »im Grenzbereich zwischen antisemitischen und israelfeindlichen Inhalten« registriert

 26.01.2026

Essay

Zynische Umdeutung der Geschichte

Der Holocaust ist zur moralischen Währung geworden – und wird nun gegen die Juden selbst verwendet

von Johannes C. Bockenheimer  26.01.2026

Interview

»Den Worten müssen Taten folgen«

Ron Prosor über das Holocaust-Gedenken am 27. Januar, die Bedrohung jüdischen Lebens, den Zustand des deutsch-israelischen Verhältnisses und seine Position als Botschafter in Berlin

von Detlef David Kauschke  26.01.2026

New York

Columbia University beruft Jennifer Mnookin zur neuen Präsidentin

Die jüdische Rechtswissenschaftlerin übernimmt, nachdem in den vergangenen zwei Jahren zwei Präsidenten zurückgetreten waren – wegen ihres unzureichenden Umgangs mit Antisemitismus auf dem Campus

 26.01.2026