Ruhr-Uni Bochum

Forscher wollen Polizei für Umgang mit Antisemitismus wappnen

In der Ausbildung der Staatsbediensteten wird bislang kaum auf den Umgang mit Antisemitismus vorbereitet. Foto: imago images/Rupert Oberhäuser

Ein interdisziplinäres Forscherteam will Mitarbeiter im Schul- und Polizeidienst auf den Umgang mit Antisemitismus vorbereiten. Die Wissenschaftler entwickeln einen Lehrplan für die Ausbildung künftiger Polizisten und Lehrer, wie die Ruhr-Universität Bochum am Donnerstag mitteilte.

Darin soll es neben Wissen über Antisemitismus auch um Möglichkeiten der Intervention gehen. Das Projekt unter Leitung der Bochumer Geschichtsdidaktikerin Nicola Brauch wird ab Oktober für vier Jahre vom Bundesforschungsministerium gefördert.

In der Ausbildung der Staatsbediensteten werde bislang kaum auf den Umgang mit kritischen Vorfällen und Präventionsarbeit vorbereitet, erklärte Brauch. »Historisches Orientierungswissen bleibt träge, wenn es sich nicht mit Wissen über gegenwärtige Erscheinungsformen von Antisemitismus verbindet.«

Diese Verbindung scheine vielen Lehrkräften und Polizisten im Alltag schwer zu fallen. Das Projektteam werde daher neben einem Lehrplan auch ein Argumentationstraining für besagte Gruppen erarbeiten.

An dem Verbundprojekt »Empowering Police Officers and Teachers in Arguing Against Antisemitism« (EMPATHIA) nehmen laut Angaben unter anderem Experten aus Tübingen, Bielefeld und Berlin teil. Praxispartner des Projekts kommen aus der Zivilgesellschaft sowie aus der Polizei- und Lehrerbildung. kna

Berlin

Thüringens Innenminister fordert AfD-Verbotsverfahren

In einem Gutachten begründen Juristen ihre Einschätzung besonders mit Verstößen gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürdegarantie

 26.06.2026

Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Der israelische Außenminister will eine entsprechende Resolution zunächst im Kabinett einbringen. Anschließend soll sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Hamburg

Wie ein iranischer Jude auf Israel und den Iran blickt

Armin Levy ist Jude, Perser und Hamburger. Bei den aktuellen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran glaubt er nicht an echten Frieden. Warum er jedes Abkommen mit dem Mullah-Regime ablehnt

von Christiane Tauer  25.06.2026

Berlin-Neukölln

Martin Hikel rügt Bildungsstadträtin

Janine Wolter hatte auf Instagram die Story eines israelfeindlichen Aktivisten gepostet

 25.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  25.06.2026

Handel

Schiffsverkehr in Straße von Hormus normalisiert sich

Seit Monaten stecken Schiffe in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf fest. Jetzt zeigen erste Auswertungen, dass sich der Verkehr normalisiert. Aber was war mit der Gefahr vor Seeminen?

 25.06.2026

Nahost

Oman: Keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Aus Sicht der USA kann der Iran für die Passage der Straße von Hormus keine See-Maut verlangen – weder in den Verhandlungen über 60 Tage noch danach. Auch Maskat äußert sich in diese Richtung

 25.06.2026

Gutachten

Chancen für AfD-Verbotsantrag stehen gut

Eine Gruppe von Experten hat das Grundsatzprogramm der AfD, ihre Wahlprogramme und die Parlamentsanträge analysiert. Auch Äußerungen von Funktionären wurden für das Gutachten ausgewertet

 25.06.2026