Meinung

Forsch, forscher – ausgeforscht

Licht und Wahrheit verspricht das Wappen der Yale-Universität Foto: JA

Im Jahr 2006 wurde an der Yale University, einer amerikanischen Elite-Universität, ein Institut für Antisemitismusforschung gegründet. Jetzt wurde bekannt, dass die »Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism«, kurz YIISA genannt, Ende des Monats ihre Tätigkeit einstellen wird. Die offizielle Begründung: YIISA habe zu wenige Studenten angezogen, außerdem habe das Institut nicht genug akademische Publikationen hervorgebracht. Der inoffizielle, also wahre Grund dafür, dass der Stecker gezogen wird, dürfte aber wohl eher eine Konferenz sein, die das Institut im vergangenen August abgehalten hat.

Blogger Jene Konferenz dauerte drei Tage, beschäftigte viele Koryphäen aus aller Welt, fand ein gewaltiges Medienecho – kurz gefasst: Es handelte sich um einen durchschlagenden Erfolg. Wo lag also das Problem? Es ging damals auch um Antisemitismus unter Muslimen. Linke Blogger drehten deshalb vor Wut schier durch, und ein Vertreter der PLO verlangte, die Universität solle sich von der Konferenz distanzieren, da sie »Hass säe« und Araber ebenfalls Semiten seien. Es ist eine Schande, dass die Hochschule jetzt diesem Druck nachgegeben hat. Zumal sie damit eine unrühmliche Tradition fortsetzt: 1933 verwehrten die Honoratioren der Uni einem Rabbi, gegen den deutschen Antisemitismus zu protestieren, während Delegationen von italienischen Faschisten auf dem Campus selbstverständlich willkommen waren. Ein Skandal, gestern wie heute.

Ausgerechnet am 7. Oktober

Greta Thunberg marschiert mit Terror-Unterstützern und Israelfeinden

Drei Jahre nach den Massakern der Hamas gab es in Berlin israelfeindliche Proteste. Mit dabei: die einstige Klima-Ikone Greta Thunberg

 07.10.2026

Berlin

Julia Klöckner ruft zum Kampf gegen Antisemitismus auf

Die Bundestagspräsidentin erinnert an die Opfer des 7. Oktober 2023 in Israel. Ihre Botschaft: Antisemiten müssten in die Schranken gewiesen werden

 07.10.2026

Bettina König (SPD), Kerstin Wolter (Die Linke) und Nina Stahr (Grüne, v.l.) vor dem ersten Vorsondierungsgespräch, 1. Oktober

Nach der Wahl

Linke, Grüne und SPD in Berlin beraten über Umgang mit Antisemitismus

Die Regierungsbildung ist noch nicht richtig in Gang gekommen. Nun treffen sich Linke, Grüne und SPD zu einem dritten Vorgespräch – an einem historischen Tag. Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

 07.10.2026

Meinung

Magdeburg: Versagen der Demokraten

Nach der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt: Wie der Vormarsch der Rechtsextremen weitergeht, hängt auch von den demokratischen Parteien ab. Jetzt wären Zusammenhalt, Disziplin und Führung gefragt

von Michael Thaidigsmann  07.10.2026

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  07.10.2026

Islamismus

Studie: Nach Verbot des Islamischen Zentrums Hamburg verlagern sich Netzwerke nach Frankfurt

Einer neuen Untersuchung von American Jewish Committee Berlin und democ zufolge bestehen die Strukturen des vom Iran gesponserten schiitischen Islamismus in Deutschland fort

 07.10.2026

Berlin

Fischer, Thierse, Altmaier – Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

Frühere Spitzenpolitiker von SPD, Grünen und CDU wenden sich gegen eine Koalition mit der Linkspartei in der Hauptstadt. Sie sähen gemeinsame Grundüberzeugungen zu Rechtsstaat und Demokratie nicht gesichert, heißt es in einem Appell

 07.10.2026

Berlin

Initiative von Jüdinnen und Juden wendet sich gegen Koalition mit der Linken

Mit einem offenen Brief an Vertreter von SPD und Grünen in Berlin und auf Bundesebene sowie ihre Fraktionsmitglieder warnen die Unterzeichnenden vor einer Regierung mit der Linkspartei in der Hauptstadt

 07.10.2026

Justiz

Fast 12.500 Strafverfahren zum Nahost-Konflikt in Berlin

Seit dem Terrorangriff auf Israel hat der Antisemitismus zugenommen. Keine Woche vergeht in Berlin ohne Demonstrationen zum Gaza-Krieg. Wie aufgeheizt die Stimmung ist, zeigen auch Zahlen der Justiz

 07.10.2026