Sachsen-Anhalt

Fluchtversuch von Stephan B. - Ursache für Panne noch offen

Der mutmaßliche Attentäter des Anschlags auf die Synagoge von Halle, Stephan B., kletterte über einen Zaun in der Hallenser JVA »Roter Ochse« Foto: imago images/Christian Grube

Auch knapp eine Woche nach der versuchten Flucht des Halle-Attentäters Stephan B. ist noch immer unklar, wie der 28-Jährige seinen Aufpassern im Gefängnis für fünf Minuten entkommen konnte. Die Aufarbeitung des Vorfalls sei noch nicht abgeschlossen, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag. Einige Aufnahmen der Sicherheitskameras müssten noch ausgewertet werden, außerdem stehe noch ein Bericht der Gefängnisleitung aus.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass B. am Samstag während eines Hofgangs im Gefängnis Roter Ochse in Halle für etwa fünf Minuten aus dem Blickfeld seiner Bewacher verschwunden war. Er kletterte über einen rund dreieinhalb Meter hohen Zaun, lief in ein Gebäude und suchte dort vergeblich nach offenen Türen und Gullydeckeln.

Anschließend fanden ihn die Beamten wieder, B. ließ sich widerstandslos in Gewahrsam nehmen. Das Justizministerium erfuhr erst am Dienstag davon und machte den Vorgang am Mittwoch öffentlich.

Der Vorfall hatte bei Politikern, Verbänden und der Jüdischen Gemeinde Halle großes Entsetzen ausgelöst. Nächste Woche soll Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) dem Rechtsausschuss des Magdeburger Landtags in einer dafür einberufenen und nicht öffentlichen Sondersitzung Rede und Antwort stehen. dpa

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