Sachsen-Anhalt

Fluchtversuch von Stephan B. - Ursache für Panne noch offen

Der mutmaßliche Attentäter des Anschlags auf die Synagoge von Halle, Stephan B., kletterte über einen Zaun in der Hallenser JVA »Roter Ochse« Foto: imago images/Christian Grube

Auch knapp eine Woche nach der versuchten Flucht des Halle-Attentäters Stephan B. ist noch immer unklar, wie der 28-Jährige seinen Aufpassern im Gefängnis für fünf Minuten entkommen konnte. Die Aufarbeitung des Vorfalls sei noch nicht abgeschlossen, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag. Einige Aufnahmen der Sicherheitskameras müssten noch ausgewertet werden, außerdem stehe noch ein Bericht der Gefängnisleitung aus.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass B. am Samstag während eines Hofgangs im Gefängnis Roter Ochse in Halle für etwa fünf Minuten aus dem Blickfeld seiner Bewacher verschwunden war. Er kletterte über einen rund dreieinhalb Meter hohen Zaun, lief in ein Gebäude und suchte dort vergeblich nach offenen Türen und Gullydeckeln.

Anschließend fanden ihn die Beamten wieder, B. ließ sich widerstandslos in Gewahrsam nehmen. Das Justizministerium erfuhr erst am Dienstag davon und machte den Vorgang am Mittwoch öffentlich.

Der Vorfall hatte bei Politikern, Verbänden und der Jüdischen Gemeinde Halle großes Entsetzen ausgelöst. Nächste Woche soll Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) dem Rechtsausschuss des Magdeburger Landtags in einer dafür einberufenen und nicht öffentlichen Sondersitzung Rede und Antwort stehen. dpa

Hannover

Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef erhoben

Ihm werden Verstöße gegen das Parteiengesetz vorgeworfen, wie die Behörde mitteilte

 21.10.2026

Jerusalem

Schicksalswahl in Israel: Es geht um mehr als Netanjahu

Kann der heutige Ministerpräsident trotz des Versagens vom 7. Oktober und dreier harter Kriegsjahre seine Macht behaupten? Oder gelingt es der liberaleren Opposition, ihn nach Jahren an der Regierungsspitze abzulösen?

von Sara Lemel  21.10.2026

Israel

Eizenkot liegt vor Netanjahu, doch Mehrheit bleibt außer Reichweite

In dieser Situation könnten besonders die kleineren Parteien und die arabischen Listen entscheidenden Einfluss auf die Regierungsbildung gewinnen

 21.10.2026

Paris

Antisemitische Verschwörungsmythen machen Juden für Ausschreitungen verantwortlich

Die NGO Combat Antisemitism Movement untersuchte Hunderte Beiträge auf der Plattform X. Das Ergebnis ist alarmierend, aber nicht überraschend

 21.10.2026

Washington D.C./Jerusalem

Trump soll Netanjahu von neuem Großangriff auf Iran abgehalten haben

Die geplante Offensive sollte umfangreicher ausfallen als der gemeinsame israelisch-amerikanische Militäreinsatz im Februar

 21.10.2026

Berlin

Demonstranten kleben sich vor Rüstungsunternehmen fest

Die Aktivisten wollen damit gegen Waffenlieferungen nach Israel protestieren

 21.10.2026

Berlin/Augsburg

Volker Beck: Agieren von Grünen und SPD »unverständlich«

»Bei der Berliner Linken hat keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Judenhass und Antizionismus in den eigenen Reihen stattgefunden«, sagt der DIG-Präsident

 21.10.2026

Diether Dehm

Nach Auftritt mit Höcke

Strafbefehl gegen Diether Dehm wegen SA-Parole

Björn Höcke wurde wegen der Verwendung der Parole »Alles für Deutschland« bereits rechtskräftig verurteilt. In einem Interview mit dem AfD-Mann wiederholte der frühere Linken-Politiker Diether Dehm diese Worte und soll dafür nun 9000 Euro zahlen

 20.10.2026

Reaktionen

Ein Hausmeister für die Mullahs

Die Bundesregierung habe zu lasch auf die iranischen Mordkomplotte in Deutschland reagiert, finden jüdische und pro-israelische Organisationen. Sie fordern tiefgreifende Konsequenzen

von Stefan Laurin  20.10.2026