Sydney

Festnahmen und Verletzte bei Demo gegen Herzog-Besuch

Demonstranten in Sydney warfen Präsident Herzog vor, für angebliche Kriegsverbrechen in Gaza verantwortlich zu sein. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Bei einer Demonstration im Zentrum von Sydney ist es am Montagabend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Behörden teilten mit, dass bislang neun Personen im Alter zwischen 19 und 67 Jahren angeklagt worden seien. Weitere Verfahren gegen mehrere Verdächtige würden vorbereitet.

Nach Angaben der Polizei hatten sich rund 6000 Menschen nahe dem Rathaus versammelt, um gegen den Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog in Australien zu protestieren. Die Veranstalter hatten im Vorfeld von einer friedlichen Kundgebung gesprochen.

Präsident Isaac Herzog trifft Schüler des Moriah War Memorial College in Sydney.Foto: picture alliance / via REUTERS

Nachdem die Reden beendet waren, versuchte ein Teil der Menge jedoch, in Richtung des Parlamentsgebäudes des Bundesstaates New South Wales zu ziehen. Ein solcher Marsch war wegen zeitlich befristeter Versammlungsbeschränkungen verboten, die nach einem Terroranschlag am Bondi Beach verhängt worden waren.

Die Polizei griff ein, als es zu Rangeleien und Handgreiflichkeiten kam. Mehrere Demonstranten sollen Beamte angegriffen oder Anweisungen ignoriert haben. Insgesamt wurden 27 Personen vorläufig festgenommen, darunter zehn wegen des Verdachts auf Angriffe gegen Polizisten. Fünf Zivilisten mussten nach dem Einsatz von Pfefferspray ins Krankenhaus gebracht werden, zwei Beamte wurden vor Ort medizinisch behandelt.

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Die Angeklagten kamen überwiegend gegen Kaution frei, ein 28-Jähriger sollte einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Behörden rechnen mit weiteren Anklagen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen.

Vorwürfe von unnötiger Polizeigewalt wurden von der Regierung des Bundesstaates zurückgewiesen. Die zuständige Polizeiministerin Yasmin Catley rief mögliche Teilnehmer einer weiteren geplanten Demonstration dazu auf, ihre Teilnahme zu überdenken: »Denkt noch einmal darüber nach«, sagte sie mit Blick auf eine erneute Kundgebung vor einer Polizeistation. »Ihr provoziert die Polizei bewusst.« im

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