Nachrichten

Fahne, Uran, Webseite

Israelfeindliche Demonstration in Hagen (Archiv) Foto: attenzione

Hamas-Fahne
Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet findet in der SPD-Bundestagsfraktion Unterstützung für seinen Vorstoß, die Fahne der Terrororganisation Hamas zu verbieten. »Wir sind mit der CDU im Gespräch«, eine Entscheidung könnte schon in den nächsten Tagen folgen, sagte der rechtspolitische SPD-Fraktionssprecher Johannes Fechner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Konkret gehe es darum, ob Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs so erweitert werden könne, dass nicht nur das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verboten sei, sondern auch von terroristischen Organisationen. »Das prüfen wir gerade, denn auch das Zeigen etwa einer Flagge einer Terrororganisation gefährdet die Sicherheit der Bürger«, erklärte Fechner. Nach dem jüngsten Konflikt im Nahen Osten war es auf Demonstrationen in Deutschland zu anti-israelischen und antisemitischen Protesten gekommen, bei denen mitunter die grün-weiße Fahne der radikal-islamischen Hamas zu sehen war, die Israel elf Tage lang massiv mit Raketen beschossen hatte. Die Hamas wird von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft. dpa/ja

Uran-Anreicherung im Iran
Der Iran verfügt laut einer Schätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über 2,4 Kilogramm an fast waffentauglichem Uran. Der Staat habe dieses Material mit einem Reinheitsgrad von bis zu 60 Prozent seit April hergestellt, berichtete die IAEA am Montag in Wien. IAEA-Chef Grossi hatte sich vorige Woche sehr besorgt über die Entwicklungen in der Islamischen Republik gezeigt und darauf hingewiesen, dass nur Staaten mit Atomwaffen Uran bis zu einem so hohen Grad anreichern. Teheran hat in den vergangenen Monaten verschiedene Schritte unternommen, um in den Wiener Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens von 2015 Druck aufzubauen. Die Arbeit der IAEA-Inspektoren wurde stark eingeschränkt und die Uran-Anreicherung vorangetrieben. Laut dem Abkommen darf der Iran nur Material mit weniger als vier Prozent Reinheit herstellen, um damit Atomreaktoren zu betreiben. Für Nuklearwaffen sind zwar rund 90 Prozent nötig, doch kann solches Material theoretisch sehr rasch aus 60-prozentigem Uran hergestellt werden. »60 Prozent sind fast waffentauglich«, hatte Grossi vorige Woche der »Financial Times« gesagt. Teheran argumentiert, dass es hochangereichertes Uran für medizinische Zwecke brauche. Der Iran besitzt laut IAEA-Bericht mehr als 3200 Kilogramm Uran in verschiedenen Anreicherungsstufen – fast 16-mal so viel, wie das Atomabkommen erlaubt. Zusätzlich enthielt der Bericht eine lange Liste an Einschränkungen für IAEA-Inspektoren. Sie dürfen demnach nicht mehr täglich wichtige Atomanlagen besuchen. dpa/ja

Tool gegen Hass
Die Berliner Amadeu Antonio Stiftung hat ein digitales Tool gegen antisemitischen Hass im Netz entwickelt. Die Webseite www.nichts-gegen-juden.de gebe fertige Antworten zum leichten Teilen auf die 17 häufigsten antisemitischen Erzählungen, teilte die Stiftung am Freitag in Berlin mit. Gängige antisemitische Vorurteile, Narrative und Metaphern würden entlarvt und argumentativ widerlegt. Zudem gebe die Webseite tiefergehende Argumentationen an die Hand, um antisemitischen Positionen in der Diskussion zu begegnen. Viel zu oft seien Juden damit alleingelassen, auf antisemitische Anfeindungen zu reagieren, selten erhielten sie Unterstützung anderer User, betonte die Stiftung. Auch sei es mühselig, immer wieder aufs Neue gegen die immer gleichen und tausendfach verbreiteten Parolen wie »Kindermörder Israel« oder »Die wahren Juden sind gegen Zionismus« reagieren zu müssen. Die Webseite gebe nun Hilfestellung. Antisemitismus werde häufig codiert und unter dem Deckmantel der »Israelkritik« geäußert, sagte die Vorsitzende der Stiftung, Anetta Kahane: »Ihm muss widersprochen werden, ob offline oder online.« Die aktuellen Attacken auf Synagogen zeigten, wohin Erzählungen wie »Die Juden sind schuld …« führen könnten, warnte sie. »Es braucht dringend Solidarität, auch in den sozialen Medien. Mit dem Tool kann wirklich jeder antisemitischen Hassnachrichten widersprechen.« Die Reaktionen ließen sich mit wenigen Klicks als Text oder Bild teilen. epd/ja

Diplomatie

Lebendiges Netzwerk

30.000 Euro für die deutsch-israelische Zusammenarbeit: Botschafter Ron Prosor zeichnet vier wegweisende Initiativen aus

 03.06.2026

Meinung

Digitale Gewalt: Gutes Gesetz mit Hürden

Die Bundesregierung plant ein Gesetz gegen Hass und Hetze im Internet. Damit es wirken kann, sollte aber von Anfang an die Finanzierung von Anlaufstellen für Betroffene mitgedacht werden

von Pawel Erenburg  03.06.2026

Iran

Im Visier

Die Mordpläne gegen Josef Schuster und Volker Beck sind Teil einer seit Jahren anhaltenden Terrorkampagne des Mullah-Regimes in Europa. Ihr Ziel: Juden und Gegner Teherans sollen sich nirgends sicher fühlen

von Peter R. Neumann  03.06.2026

Krieg gegen Iran

Mindestens 63 Verletzte bei iranischem Angriff auf Flughafen von Kuwait

Verlorene Gliedmaßen, Hirnblutungen, Knochenbrüche: Das Gesundheitsministerium in Kuwait meldet schwerste Verletzungen nach dem jüngsten Angriff. Mindestens ein Mensch überlebt die Attacke nicht

 03.06.2026

Düsseldorf

Antisemitische Vorfälle in NRW erreichen neuen Höchststand

»Jüdinnen und Juden erleben in unserem Land immer häufiger Hass, Bedrohungen und Ausgrenzung«, sagt Familien- und Integrationsministerin Verena Schäffer

 03.06.2026

Augsburg

15-Jähriger soll Anschlag auf Synagoge geplant haben

Nach einer Explosion mit Verletzten sitzt ein Jugendlicher in U-Haft. Sein Verteidiger betont: Dass er fest entschlossen war, einen Anschlag zu verüben, sei nicht zu erkennen

 03.06.2026

Berlin/Lam

Zentralrat: Antisemitismus-Vorfall in Hotel rechtlich prüfen

Eine Hotel-Antwort sorgt für Entsetzen: »Keine Juden erlaubt«. Was der Zentralrat der Juden jetzt fordert – und was er zur Entschuldigung des Hotels sagt

 03.06.2026

Deutschland

Deutlich mehr Einbürgerungen von NS-Verfolgten und Nachfahren

Rund 12.000 Menschen machten 2025 von der sogenannten Wiedergutmachungseinbürgerung Gebrauch, auf die NS-Verfolgte und deren Nachfahren ein Recht haben. Insbesondere Menschen aus Israel und den USA nahmen darüber die deutsche Staatsbürgerschaft an

 03.06.2026

New Jersey

Kandidat mit Terror-Kontakten? Demokraten nominieren Adam Hamawy

Aufsehen erregt seine frühere Beziehung zu dem als »Blinder Scheich« bekannten Omar Abdel-Rahman, dessen Anhänger 1993 einen Anschlag auf das World Trade Center verübten

 03.06.2026