Parteienfinanzierung

Extremismus-Experte will AfD die Gelder entziehen

Björn Höcke ist Chef der Thüringer AfD, die laut Verfassungsschutz »erwiesen rechtsextrem« ist Foto: picture alliance/dpa

Der Politikwissenschaftler Steffen Kailitz hat dazu aufgerufen, der AfD die staatliche Parteienfinanzierung zu entziehen.

»Wenn der Staat einerseits Programme gegen Rechtsextremismus, andererseits eine bald als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei finanziert, ist das paradox«, sagte Kailitz der »tageszeitung«.

Eine Entziehung der staatlichen Parteienfinanzierung würde die AfD massiv schwächen, sagte er vor dem Hintergrund der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster über die Rechtmäßigkeit der Einstufung der Partei als rechtsextremistischer Verdachtsfall.

Der Rechtsextremismus-Experte am Dresdner Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung rechnet nach eigenem Bekunden damit, dass die AfD mit ihrer Klage gegen den Verfassungsschutz unterliegt. Das frei zugängliche Material reiche für eine entsprechende Einstufung vollkommen aus. Äußerungen wie auch Positionierungen der Partei spiegelten ethnischen Nationalismus wider, der mit grundlegenden Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar sei. Er gehe fest davon aus, dass nach dem Urteil im Laufe dieses Jahres die Hochstufung als gesichert rechtsextremistisch erfolgen wird.

Das heiße aber nicht, dass die AfD erst jetzt plötzlich rechtsextrem geworden sei, sagte Kailitz. Hans-Georg Maaßen als Präsident des Bundesverfassungsschutzes von 2012 bis 2018 sei »lange ein Bremsklotz bei der Einschätzung der AfD« gewesen. Er habe immer klarer Sympathien in diese Richtung erkennen lassen. Dieser Prozess sei nicht gut genug aufgeklärt. epd

Meinung

Einladung, Empörung, Ausladung

Dass der Iran am Weltwirtschaftsforum in Davos zunächst willkommen war und kurz darauf wieder ausgeladen wurde, ist ein Lehrstück darüber, wie Menschenrechte erst dann zählen, wenn sie zum Reputationsrisiko werden

von Nicole Dreyfus  19.01.2026

Warnung

Holocaust-Überlebende besorgt um Zukunft der Demokratie

Sieben Holocaust-Überlebende berichten in dem Buch »Nach der Nacht« über ihre Sorgen um die Demokratie und den Aufstieg rechter Parteien. Zu sehen sind Ausschnitte der Interviews auch im Nachtprogramm der ARD

 19.01.2026

Analyse

Mächtiger Nebenbuhler

Saudi-Arabien wird für die USA ein immer wichtigerer Partner in Nahost. Was bedeutet diese Entwicklung für Israel?

von Joshua Schultheis  19.01.2026

Dachau

2025 mehr als eine Million Besucher in KZ-Gedenkstätte

Erstmals wurden in der KZ-Gedenkstätte Dachau ein ganzes Jahr lang Besucher gezählt. 2025 waren es mehr als eine Million. Im kommenden Frühjahr will man deren Profil genauer untersuchen

 19.01.2026

Köln

Jüdischer Karnevalsverein antisemitisch angefeindet

»Es ist das bisher Heftigste, was uns passiert ist«, sagt der Präsident des jüdischen Karnevalsvereins »Kölsche Kippa Köpp«. Den Mut verliert Aaron Knappstein aber nicht

von Leticia Witte  19.01.2026

Russland

Kreml: Putin erhält Einladung in Gaza-»Friedensrat«

In der Ukraine führt der Kremlchef Krieg, in den »Friedensrat« von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen ist er dennoch eingeladen worden. Moskau erklärt, was es davon hält

 19.01.2026

Kunstakademie Düsseldorf

Jüdische Organisationen verlangen Absage von Veranstaltung mit palästinensischer Terror-Unterstützerin

Die Hintergründe

 19.01.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Bericht: Trump-Regierung prüft Asyl für britische Juden

Großbritannien sei »kein sicherer Ort mehr für Juden«, sagt Donald Trumps persönlicher Anwalt Robert Garson gegenüber »The Telegraph«

 19.01.2026

Proteste im Iran

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten

Ein Schlag gegen das Mullah-Regime steht für Washington weiterhin im Raum

 19.01.2026