Rechtsextremismus

Experten warnen vor »Grauen Wölfen«

»Vereinsverbote unbedingt und ernsthaft prüfen«: Grünen-Politiker Cem Özdemir Foto: imago

Wissenschaftler und Experten haben davor gewarnt, türkischen Rechtsextremismus in Deutschland zu unterschätzen.

Die sogenannten Grauen Wölfe seien bundesweit in zahlreichen lokalen Vereinen und Dachverbänden organisiert und trügen politische und geschichtliche Konflikte aus dem Herkunftsland Türkei auch in Deutschland aus, warnte Kemal Bozay von der Internationalen Hochschule Köln am Dienstag in Berlin.

Der Professor fügte hinzu, mit mindestens 18.500 Mitgliedern bildeten die Grauen Wölfe »eine der stärksten rechtsextremen Strömungen hierzulande«.

Bozay legte im Auftrag des American Jewish Committee (AJC) Berlin die Untersuchung »Türkischer Rechtsextremismus in Deutschland - Die Grauen Wölfe« vor. Demnach ist die Ideologie der Grauen Wölfe durch Antisemitismus, Rassismus und Hass auf Minderheiten gekennzeichnet. Davon gingen erhebliche Gefahren für Juden und die Mitglieder kurdischer, alevitischer und anderer Communitys aus, warnte er.

Der Berliner AJC-Direktor Remko Leemhuis nannte es »frappierend, dass eine der personenstärksten rechtsradikalen Strömungen bis heute bestenfalls Expertinnen und Experten etwas sagt«. Eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über diese Form des Rechtsradikalismus habe bisher nicht stattgefunden.

Wie er sprach sich auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir dafür aus, in diesem Zusammenhang »Vereinsverbote unbedingt und ernsthaft zu prüfen«. Darüber hinaus brauche es dringend Aufklärungskampagnen gegen türkischen Rechtsextremismus in Deutschland. epd

Teheran

Modschtaba Chamenei bleibt unsichtbar

Der neue »Oberste Führer« des Iran zeigt sich weiter nicht in der Öffentlichkeit. Eine verlesene Botschaft ersetzt seine Neujahrsrede

 20.03.2026

Bern

Schweiz stoppt Waffenexporte an die USA

Wegen ihres strikten Neutralitätsprinzips liefert die Schweiz vorerst keine Waffen mehr an die USA, weil diese am Krieg gegen den Iran beteiligt sind

 20.03.2026

Berlin

DIG kritisiert Deutschlands Rückzug im Verfahren zum angeblichen Genozid gegen Israel

»Deutschland opfert Israel seinen Ambitionen auf einen Sitz im Weltsicherheitsrat«, sagt DIG-Präsident Volker Beck. Und nennt es »schändlich«

 20.03.2026

Bildung

Stille im Vieh-Waggon - Jugendliche fühlen die Geschichte des ehemaligen KZ Bergen-Belsen

Jugendliche aus ganz Europa hören in Bergen-Belsen von Hunger, Enge und Angst - und stehen plötzlich selbst an den Orten des Grauens. Für viele ist der Besuch im früheren Konzentrationslager die erste intensive Begegnung mit der NS-Zeit

von Charlotte Morgenthal  20.03.2026

Argentinien

Argentinien übernimmt IHRA-Vorsitz

Das südamerikanische Land übernimmt die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA). Als erstes auf dem Kontinent

 20.03.2026

Oslo

Mette-Marit: Epstein hat mich manipuliert

Vertraute Mails und Liebes-Tipps: Ihre Freundschaft mit dem Sexualstraftäter hat Norwegens Kronprinzessin in Bedrängnis gebracht. Jetzt gab Mette-Marit ein Fernsehinterview

 20.03.2026

Meinung

Warum die Stellungnahme der USA beim IGH eine Enttäuschung ist

Die Intervention Washingtons vor dem Internationalen Gerichtshof nimmt zwar Israel gegen den Vorwurf des Genozids in Schutz. Sie liefert den Richtern aber kaum Argumente

von Menachem Z. Rosensaft  20.03.2026

Berlin

Berliner Spitzen-Linke kritisiert Zionismus-Beschluss

Ein Entscheid der niedersächsischen Linken gegen den »real existierenden Zionismus« sorgt auch in der eigenen Partei für Aufregung. Die Spitzenkandidatin für die Berlin-Wahl geht auf Distanz

 20.03.2026

Teheran

Iran meldet Tod von Revolutionsgarde-Sprecher bei Angriffen

Staatliche iranische Medien vermelden den Tod von Ali Mohammad Naini, der seit 2024 die Revolutionsgarde repräsentierte

 20.03.2026