Dänemark

Margrethe II. nimmt ihre Eltern gegen Nazivorwürfe in Schutz

Foto: picture alliance / PPE

Die abgedankte dänische Königin Margrethe II. (84) hat ihre Vorfahren gegen den in einem Buch erhobenen Vorwurf verteidigt, Adolf Hitler und Nazideutschland wohlgesinnter gegenübergestanden zu haben als bislang angenommen. 

Das Verhältnis zwischen dem dänischen Königshaus und Hitlerdeutschland in den 1930er Jahren werde in dem Buch aus ihrer Sicht sensationeller dargestellt, als es letztlich gewesen sei, sagt die Mutter des regierenden Königs Frederik X. (56) in einem Interview mit der Zeitung »Kristeligt Dagblad«, einem ihrer ersten seit ihrer Abdankung Anfang dieses Jahres.

Margrethe erzählt in dem Interview davon, dass ihre Eltern - das damalige Kronprinzenpaar Frederik und Ingrid - 1937 auf einer Jagdausstellung in Berlin gewesen waren, wo sie auf Hitlers rechte Hand Hermann Göring trafen. »Meine Eltern waren mit Göring bei einer Theatervorstellung und einem Abendessen«, sagt sie. »Meine Mutter fand, dass Göring ziemlich grauenhaft war. Ja, sie hielt ihn wirklich für schrecklich. Sie schätzte ihn nicht im Geringsten.«

Zu Gast in Bayreuth

Ihr Vater habe darüber hinaus wegen seines Interesses am Komponisten Richard Wagner zwischen 1935 und 1939 Bayreuth besucht, sei dort aber niemals dem ebenfalls als Wagner-Fan geltenden Hitler begegnet.

Darüber sei ihr Vater sehr froh gewesen, sagt Margrethe, die am 16. April 1940 in Kopenhagen geboren wurde - Dänemark war damals nur eine Woche zuvor unter deutsche Besatzung gefallen.

Margrethe hatte im Januar nach 52-jähriger Regentschaft den dänischen Thron an ihren Sohn Frederik weitergegeben. Sie reagierte mit ihren Aussagen auf Angaben des Journalisten Peter Kramer in dessen Buch »Ridser i lakken - Kongehusets forbindelser til Hitlers Tyskland« (Kratzer im Lack - die Verbindungen des Königshauses zu Hitlerdeutschland).

Kramer zufolge hatte das Königshaus unter dem damaligen König Christian X. »enge Verbindungen« zu Nazideutschland. Das Buch ist bislang nur auf Dänisch erschienen und löste im Land eine Debatte aus.

Diplomatie

Malaysias Premier verteidigt Drohung, alle Israelis abzuschieben

Mehrere US-Abgeordnete haben Außenminister Marco Rubio aufgefordert, Malaysia wegen der jüngsten Äußerungen von Regierungschef Anwar Ibrahim Fördermittel zu streichen

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Würzburg

Schuster kommt zur Kundgebung gegen antisemitische Angriffe

Organisiert wird die Demonstration von der DIG Würzburg, dessen Mitglied das 65-jährige Opfer der jüngsten Attacke in Höchberg ist

 23.07.2026

Handelspolitik

Belgien und Niederlande verbieten Einfuhren aus Siedlungen

Die Regierungen in Brüssel und Den Haag haben ihre Ankündigung wahrgemacht, die Einfuhr von Waren aus den seit 1967 von Israel besetzen Gebieten zu untersagen, sofern sie von Israelis produziert werden

 23.07.2026

Genf/Berlin

Streit zwischen Rosa Luxemburg Stiftung und UN Watch

Die der Partei »Die Linke« nahestehende Stiftung wirft der Genfer NGO vor, in Berlin »die wildesten Verleumdungen gegen die UNRWA« verbreitet zu haben. UN Watch kontert mit Video-Beleg

von Imanuel Marcus  23.07.2026

Essay

Gedenken ohne Juden

Die Erinnerungskultur macht den Holocaust zunehmend zu einer allgemeinen Mahnung gegen Intoleranz und verliert dabei die jüdischen Opfer aus dem Blick

von Gunda Trepp  23.07.2026

Interview

»Es geht um das aktuelle jüdische Leben in unserem Land«

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) über ein neues Kompetenznetzwerk zu jüdischer Gegenwartsforschung, eine Förderrichtlinie und den Einsatz gegen Israel-Boykott

von Leon Stork, Ayala Goldmann  23.07.2026

Washington D.C./Riad

»Schreckliche Idee«: Kritik an US-Atomdeal mit Saudi-Arabien

Während des Iran-Kriegs, der sich auch um das iranische Atomprogramm dreht, verkünden die USA eine Einigung mit Saudi-Arabien. Experten fürchten ein atomares Wettrüsten in einer instabilen Region

von Johannes Sadek, Franziska Spiecker, Jörg Vogelsänger  23.07.2026

Nahost

USA setzen über Iran B-1-Bomber ein

Im Visier standen Einrichtungen der iranischen Marine, Lager für Raketen und Drohnen, Küstenüberwachungssysteme sowie Luftverteidigungsanlagen

 23.07.2026