Soziale Medien

EU-Kommission will Kampf gegen Antisemitismus neu ausrichten

Foto: imago images / Sven Simon

Angesichts eines zunehmenden Judenhasses im Internet will die Europäische Kommission ihre Strategie im Kampf gegen Antisemitismus neu ausrichten. Ein genauer Plan soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden, sagte ein Kommissionssprecher am Dienstag. Dafür stimme man sich unter anderem mit der jüdischen Gemeinschaft ab.

Das Büro der Antisemitismusbeauftragten der EU-Kommission, Katharina von Schnurbein, teilte auf Anfrage der dpa mit, der Plan solle in der ersten Oktoberhälfte umgesetzt werden. Zuvor hatte das Internet-Portal »Politico« über diesen Zeitplan berichtet.

Problematische Inhalte seien online zwar nicht immer illegal, könnten aber dennoch zu einer Radikalisierung führen, betonte von Schnurbein mit Blick auf den Terroranschlag auf die Synagoge in Halle vor knapp zwei Jahren. Jüngst wurde etwa auch in Köln ein junger Mann mit Kippa antisemitisch aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus attackiert.

Eine Untersuchung der EU-Kommission von Anfang Juni verzeichnete seit Beginn der Corona-Pandemie 13 Mal mehr antisemitische Inhalte auf bestimmten deutschsprachigen Kanälen bei Twitter, Facebook und Telegram. Untersucht und verglichen wurden demnach jeweils die ersten beiden Monate 2020 und 2021.

Die »Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens« soll laut von Schnurbein einen wichtigen Impuls für Mitgliedsländer geben, EU-Recht im Kampf gegen Hetze im Netz umzusetzen. Demnach stimmten zwar bereits 2018 alle EU-Länder zu, nationale Strategien gegen Antisemitismus umzusetzen, aber nur drei Mitgliedsländer haben das bisher getan.

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Iran-Krieg

Berichte: Explosionen in Gheschm und Dschask im Iran

Immer wieder gab es Spekulationen, dass die USA und Israel nach den Midterms erneut den Iran angreifen könnten. Die Ursache der Explosionen ist bisher unklar

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Interview

»Ich bezweifle, dass Claudia Roth es ernst meint mit dem Kampf gegen Antisemitismus«

JSUD-Präsident Ron Dekel geht mit der Grünen-Politikerin hart ins Gericht und wirft ihr vor, antisemitische Narrative salonfähig zu machen

von Michael Thaidigsmann  06.11.2026

Israelfeindliche Politikerin

Berliner Linke fordert Vanessa Emde zum Mandatsverzicht auf

Nach Wochen der Diskussion über den Umgang mit der direkt gewählten Abgeordneten, scheint die Parteispitze nun durchgreifen zu wollen

 06.11.2026

Vorwurf der Kampagne

Eklat um Claudia Roth: Nun reagiert der Zentralrat

Die Grünen-Politikerin bereut es, israelfeindliche Regisseure auf der Berlinale kritisiert zu haben und sieht die Schuld dafür beim Zentralrat der Juden

 06.11.2026

Berlin

Gregor Gysi für Rauswurf von Vanessa Emde

»Ich hoffe, dass wir sie ausschließen«, sagt Gysi über die wegen israelfeindlicher Aussagen umstrittene Abgeordnete

 06.11.2026