Interview

»Es droht kein Gottesstaat«

Frau Harders, wer demonstriert in Ägypten?
Die Bewegung ist erstaunlich breit. Alle Ausgeschlossenen melden sich zu Wort: Jugendliche, Parteien, unabhängige Gewerkschaften.

Das bekannteste Gesicht der Opposition ist Mohammad al-Baradei. Schadet es ihm, dass er als Mann des Westens gilt?
Nein. Ihm wird eher seine bislang zögerliche Haltung vorgeworfen. Dass er lange nicht in Ägypten lebte, gilt sogar als Vorteil: Er ist wirtschaftlich unabhängig und nicht in das Korruptionssystem eingebunden.

Was bedeutet der Aufstand in Ägypten für die arabische Welt?
Tunesien war der Katalysator, Ägypten könnte das weitertreiben. Mit den Forderungen kann man ja in allen arabischen Staaten auf die Straße gehen.

Nutzt Teheran die Krise in Kairo?
Nein, schließlich leben in Ägypten kaum Schiiten, die üblichen Einflusskanäle des Iran sind verschlossen.

Ein neues 1979, ein Gottesstaat wie im Iran, droht nicht?
Diesen Vergleich halte ich für Unsinn. Es gibt in Ägypten keinen Khomeini.

Sie fürchten auch keine Destabilisierung?
Ich kenne die Opposition gut. Man muss diese Menschen ernst nehmen. Es ist beunruhigend, dass die arabischen Staaten, die EU und die USA sich vor allem um die Stabilität sorgen. Die Losung der Demos lautet »Brot, Menschlichkeit, Würde und Gerechtigkeit«. Dagegen kann niemand etwas haben. Es ist bedenklich, wenn das auf dem Altar geostrategischer Interessen geopfert wird.

Mit der Leiterin der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients der Freien Universität Berlin sprach Martin Krauß.

Dokumentation

»Seit zweieinhalb Jahren bebt die Erde«

In Erfurt sprach der Zentralratspräsident über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an Familienministerin Karin Prien ein

 25.03.2026

Krieg

Iran lässt wenige Schiffe durch Straße von Hormus

Die iranischen Behörden lassen nur wenige Schiffe durch die für den Energiehandel wichtige Wasserstraße. Viele Reedereien meiden die Route angesichts von Angriffen und fehlender Versicherungen

 25.03.2026

London

»Ihm gefiel die Angst«: Frauen berichten von Epstein-Skandal

Über Jahre betrieb Jeffrey Epstein einen Missbrauchsring mit einer hohen Zahl an Opfern. In einem Fernsehinterview berichten fünf Frauen von ihren schlimmen Erfahrungen

 25.03.2026

Meinung

EU-Parlament: Fällt die Brandmauer?

Nach einem Medienbericht haben sich Vertreter der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament mit rechtsextremen Kräften zur Migrationspolitik abgestimmt. Diese Enthüllung wirft viele Fragen auf

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026

Berlin

Kurdische Gemeinde zeichnet Ron Prosor aus

Der israelische Botschafter wurde beim Neujahrsfest für sein Engagement für die kurdische Gemeinschaft ausgezeichnet

 25.03.2026

Kassel

Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus auf documenta

Vor Gericht kam es zu keiner Einigung – wie geht es nun weiter?

 25.03.2026

Dokumentation

»Dieser Krieg ist nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig«

Bundespräsident Steinmeier verurteilte im Auswärtigen Amt den Krieg Israels und der USA. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  25.03.2026