Operation Last Chance

Erste Hinweise

Efraim Zuroff bei der Vorstellung seiner Kampagne in Berlin Foto: dpa

Im Zuge der Plakataktion mit einem Aufruf zur Suche nach NS-Verbrechern sind bei Efraim Zuroff, dem Initiator der Kampagne »Operation Last Chance II«, bislang rund ein Dutzend konkrete Hinweise eingegangen. In der ersten Woche hätte Zuroff täglich Dutzende Mails bekommen, bis zu 40 Menschen hätten auf der Hotline angerufen. Allein 13 Anrufer lieferten nach seinen Angaben Hinweise über insgesamt sechs potenzielle Nazi-Kriegsverbrecher. Diese würden nun geprüft.

Belohnung Das Simon Wiesenthal Center hatte vor anderthalb Wochen die »Operation Last Chance II« gestartet. Auf insgesamt 2000 Plakaten in Berlin, Hamburg und Köln ruft die Organisation dazu auf, Hinweise auf noch lebende NS-Kriegsverbrecher weiterzugeben. Für wertvolle Hinweise wurde eine Belohnung von bis zu 25.000 Euro ausgesetzt.

Wegen dieser von einigen als »Kopfgeld« empfundenen Prämie erntete die Aktion Kritik von den Historikern Michael Wolffsohn und Wolfgang Benz. Wolffsohn sagte, die Aktion rufe eher Mitleid mit den Verbrechern hervor. Zuroff widerspricht ihnen: »Man hat Mitgefühl mit den Menschen, die es nicht verdient haben«, sagte er. »So ein Mensch ist kein armer Greis, denn als er jung und stark war, setzte er all seine Energie daran, unschuldige Menschen zu ermorden«, ergänzte der 64-Jährige mit Verweis auf den 2011 verurteilten John Demjanjuk.

Efraim Zuroff betonte, Deutschland sei einer der wenigen Staaten, in denen der politische Wille vorhanden sei, Nazis vor Gericht zu stellen. Zugleich kritisierte er aber die Datenschutzbestimmungen in der Bundesrepublik, die es nach seinen Angaben der staatlichen Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen nicht erlauben, mutmaßliche Verbrecher namentlich zu nennen. epd

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Berlin

Juden im Visier? Mutmaßliche Hamas-Leute in Berlin angeklagt

Sturmgewehr, Pistolen, Munition: Mutmaßliche Mitglieder der Hamas sollen von Deutschland aus Waffen für Anschläge der Terrorvereinigung besorgt haben. Die Bundesanwaltschaft zieht erneut vor Gericht

 11.09.2026 Aktualisiert

Meinung

Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

von Igor Matviyets  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Hamburg

Senator Grote unterstützt Prüfung von AfD-Verbotsverfahren

Nach dem Wahlerfolg der rechtsextremistischen AfD in Sachsen-Anhalt könnte die Partei an die Regierung kommen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz hält es für einen logischen Schritt, nun ein Verbot zu prüfen

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Tel Aviv

Antisemitische 9/11-Verschwörungsmythen tauchen zum 25. Jahrestag wieder auf

Die israelische Organisation CyberWell dokumentiert entsprechende Beiträge auf mehreren großen Social-Media-Plattformen

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026