Berlin

Ermittlungsverfahren nach antiisraelischen Demonstrationen

In der Berliner Adalbertstraße kam es am Samstag erneut zu einer antiisraelischen Demonstration. Foto: picture alliance / Anadolu

Die Berliner Polizei hat nach antiisraelischen Protesten insgesamt 39 Strafermittlungsverfahren eröffnet. Dabei geht es nach Polizeiangaben vom Sonntag unter anderem um Verdacht auf Volksverhetzung, versuchte Gefangenenbefreiung sowie Widerstand und tätlichen Angriff gegen Vollstreckungsbeamte.

Darüber hinaus ermittelt die Polizei wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch.

An einem Demonstrationszug von Kreuzberg nach Neukölln unter dem Motto »Solidarität mit Palästina, Stoppt den Krieg, Keine Waffen für Israel« hatten am Samstagnachmittag rund 1500 Personen teilgenommen, wie es hieß. Dabei sei über einen Lautsprecher eine antisemitische Parole gerufen worden.

Beim Verlassen der Versammlung hätten Teilnehmende Flaschen auf Einsatzkräfte geworfen. In der Nacht auf Sonntag hätten mehrere Personengruppen ebenfalls in Neukölln Pyrotechnik gezündet, Gegenstände auf die Fahrbahn gebracht und pro-palästinensische Parolen gerufen.

Die Polizei hielt im Zusammenhang mit den Vorkommnissen vorübergehend 49 Personen fest. Zwischen Samstagnachmittag und der Nacht auf Sonntag waren den Angaben zufolge rund 220 Beamtinnen und Beamte im Einsatz. Vier Einsatzkräfte wurden verletzt. epd

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

 28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Viktoria Gulde  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert