Stimmen

Erleichterung über Geisel-Freilassung - »Wechselbad der Gefühle«

Matan Angrest schlägt die Hände vors Gesicht, nachdem er im Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv, Israel, aus einem Hubschrauber gestiegen ist. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Politiker und jüdische Verbände haben sich freudig und erleichtert über die Freilassung der 20 noch lebenden Geiseln aus Hamas-Gefangenschaft geäußert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X, zwei Jahre Angst, Schmerz und Hoffnung lägen hinter den Geiseln. »Heute können Familien ihre Liebsten endlich wieder in die Arme schließen.« Auch die ermordeten Geiseln müssten heimkehren, damit ihre Familien in Würde Abschied nehmen könnten. »Dieser Tag ist ein Anfang: der Beginn von Heilung und ein Schritt auf dem Weg zu Frieden im Nahen Osten.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte die Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der Terrororganisation Hamas als ersten wichtigen Schritt in Richtung Frieden. Er dankte den Verhandlern aus den USA, Katar, Ägypten und der Türkei für ihren Einsatz. Der Bundespräsident habe den vier freigelassenen deutschen Geiseln persönlich geschrieben und die Hoffnung ausgedrückt, dass sie die Folgen der Gewalt, die sie hätten erleiden müssen, nach und nach würden hinter sich lassen können, hieß es aus dem Bundespräsidialamt.

Israels Staatspräsident Isaac Herzog schrieb auf X: »Mit Dank an Gott heißen wir unsere Lieben zu Hause willkommen.« Und weiter: »Wir warten auf alle - auf jeden Einzelnen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, adressierte in einem X-Post die vier deutschen Geiseln Ziv und Gali Berman, Alon Ohel sowie Rom Braslavski: »Euch frei und auf den Beinen zu sehen, macht diesen Tag zu einem der glücklichsten seit langem.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

20 Geiseln freigelassen

In zwei Geiselübergaben waren am Montag 20 noch lebende Geiseln freigelassen und nach Israel zurückgebracht worden. Ihnen geht es nach ersten Berichten den Umständen entsprechend gut. Die Leichen von 28 Geiseln befinden sich weiterhin im Gazastreifen.

Die Terrororganisation Hamas und Israel hatten sich auf ein Waffenstillstandsabkommen geeinigt, das die Rückführung aller Geiseln sowie die Freilassung von 250 palästinensischen Sicherheitsgefangenen mit lebenslänglichen Haftstrafen sowie von 1.700 Palästinensern vorsieht, die seit Kriegsbeginn im Gazastreifen festgenommen wurden. Das Abkommen trat am Freitag in Kraft.

Von der Leyen: »Moment purer Freude«

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich über die Freilassung bewegt. Das sei »ein zutiefst ergreifender Moment - ein Tag der Freude und Erleichterung vor allem für die Familien und Angehörigen«, sagte sie der »Rheinischen Post«. Dass viele Geiseln nur noch tot nach Hause kämen, mache sie zugleich betroffen. »Dass Menschen von der Terrororganisation Hamas verschleppt, misshandelt und als politisches Druckmittel missbraucht wurden, bleibt ein grausamer Bruch mit jeder Form von Menschlichkeit.«

Als »Moment purer Freude« für die Familien der Geiseln und »Moment der Erleichterung für die ganze Welt« bezeichnete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Freilassung der Geiseln. Europa unterstütze den ausgehandelten Friedensplan uneingeschränkt. Das Abkommen sei ein »historischer Meilenstein«. Die EU werde Mittel für den Wiederaufbau des Gazastreifens bereitstellen sowie eine Reform der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schrieb auf X, die Freilassung der Geiseln sei ein großer Erfolg für die Diplomatie und ein Meilenstein auf dem Weg zum Frieden. Sie dankte US-Präsident Donald Trump, der diesen Durchbruch ermöglicht habe. Der Friedensplan erfordere nun starke internationale Unterstützung. Die EU leiste diese etwa dadurch, dass am Mittwoch die zivile Mission zur Überwachung des Grenzübergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wiederaufgenommen werde.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Beginn eines Heilungsprozesses«

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zeigte sich erleichtert über die Rückkehr der lebenden Geiseln. Zugleich hoffte er auf die Rückkehr der Ermordeten, damit ihnen die letzte Ehre erwiesen werden könne. Dieser Tag sei ein Tag zum Innehalten, bedeute jedoch »sicherlich keine Rückkehr zur Normalität«. Vielmehr markiere er den Beginn eines Heilungsprozesses. Nun müssten die weiteren vorgesehenen Phasen des Friedensplans beginnen. Ein Wiederaufbau des Gazastreifens sei nur ohne Beteiligung der Terrororganisation Hamas denkbar. Diese müsse für einen dauerhaften Frieden entwaffnet und entmachtet werden.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, sprach von einem »Wechselbad der Gefühle«. Dieser Tag sei ein Tag der Freude über die Befreiung der lebenden Geiseln und zugleich ein Tag der Trauer über die Opfer des 7. Oktober 2023. »Der Preis dieser spät erreichten Befreiung ist die Freilassung von Terroristen und Massenmördern.«

Women’s Asian Cup

Trump fordert von Australien Asyl für iranische Fußballerinnen

Die Spielerinnen hatten sich vor dem Anstoß im Robina Stadium geweigert, die iranische Nationalhymne zu singen

 09.03.2026

Hildburghausen

Zahlreiche Rechtsrock-Konzerte im thüringischen Brattendorf

Ein Gasthaus im südthüringischen Brattendorf ist zu einem Treffpunkt der Neonazi-Szene geworden

 09.03.2026

Moskau

Putin sichert Mojtaba Chamenei Russlands Unterstützung zu

Russland sieht sich traditionell als enger Partner des Iran. Der Kremlchef wünscht dem neuen Obersten Führer Mut, Gesundheit und Kraft

 09.03.2026

Beirut

Israel setzt Angriffe im Libanon fort

Immer wieder erschüttern Explosionen die Vororte der libanesischen Hauptstadt. Ein Ende der durch neue Angriffe der Hisbollah verursachten Eskalation ist nicht in Sicht

 09.03.2026

Gaziantep

Türkei: NATO fängt Geschoss im türkischen Luftraum ab

Trümmer des Geschosses fallen auf türkischen Boden. Es ist nicht das erste Mal

 09.03.2026

Berlin

Zweifel an Angriff auf Neuköllner Schulleiter – Ermittlungen richten sich nun gegen ihn selbst

Ein Überwachungsvideo vom U-Bahnhof Rathaus Neukölln wirft Fragen auf. Angaben von Hudhaifa Al-Mashhadani hatte angegeben, angegriffen worden zu sein

 09.03.2026

Magdeburg

Auftakt für jüdische Kultur in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Sven Schulze betonte als Schirmherr die Bedeutung der Kulturtage als klares Signal der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt

 09.03.2026

Nahost

Teheran erneut von Explosionen erschüttert

Bewohner berichten von einer neuen Angriffswelle: Kampfjets nähern sich, laute Detonationen sind zu hören

 09.03.2026

Kommentar

Der Iran-Krieg könnte das Ende der amerikanisch-israelischen Allianz bedeuten

Noch folgt im Kampf gegen das Mullah-Regime eine gute Nachricht auf die andere. Doch sobald der Krieg in die schwierige Phase übergeht, werden auch die Beziehungen zwischen Jerusalem und Washington auf die Probe gestellt werden

von Hannes Stein  09.03.2026