Ankara

Erdogan trifft Abbas

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Mittwoch in Ankara Foto: picture alliance / Anadolu

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ankara über den Gaza-Krieg gesprochen. Es sei unter anderem darum gegangen, welche Schritte für einen dauerhaften Waffenstillstand und Frieden unternommen werden müssten, teilte das Kommunikationsbüro des Präsidenten am späten Mittwochabend auf X mit.

In der Mitteilung wurde Israel zudem ein »Massaker« im Gazastreifen vorgeworfen. Abbas will in einer heutigen Sondersitzung des türkischen Parlaments eine Rede vor den Abgeordneten halten.

Der vor 18 Jahren für vier Jahre gewählte Palästinenserpräsident ist für die Verbreitung von Verschwörungstheorien über Israel bekannt. In Berlin warf er Israel vor, für »50 Holocauste« verantwortlich zu sein. Zuvor bezichtigte er den jüdischen Staat, das Wasser für die Palästinenser zu vergiften. Abbas räumt zudem offen ein, dass seine Autonomiebehörde (PA) »Märtyrern«, also Terroristen, Renten bezahlt.

Lesen Sie auch

Kaum Rückhalt

Abbas habe Erdogan für die Unterstützung des palästinensischen Volkes gedankt und einen sofortigen Waffenstillstand sowie den vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen gefordert, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Abbas (88) ist auch Vorsitzender der Fatah. Innerhalb der palästinensischen Bevölkerung hat er kaum Rückhalt.

In Katar wird eine entscheidende Verhandlungsrunde in Bemühungen um eine Waffenruhe in Gaza erwartet. Die palästinensische Terrororganisation Hamas, die für das Massaker am 7. Oktober in Israel verantwortlich ist, will nicht teilnehmen, sich anschließend aber über die besprochenen Punkte informieren lassen.

Die Fatah und die Hamas sind die beiden größten Palästinenserorganisationen und erbitterte Rivalen. Im Jahre 2006 gewann die Hamas die letzte palästinensische Parlamentswahl. Im Jahr darauf riss sie mit Gewalt die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich und vertrieb die Fatah aus dem Gebiet. Abbas regiert seitdem de facto nur noch im Westjordanland. dpa/ja

Krieg

Das sagt der Iran zum Trump-Ultimatum

Der US-Präsident hatte das Regime in Teheran aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus innerhalb von 48 Stunden zu beenden

 22.03.2026

Kommentar

Friedrich Merz und Johann Wadephul riskieren Deutschlands Glaubwürdigkeit

Wer zu Südafrikas Genozid-Vorwurf gegen Israel schweigt, flieht sich aus der Verantwortung

von Stephan-Andreas Casdorff  22.03.2026

Studie

Solidarität mit Israel nur zeitweise in deutschen Medien

Das Berliner Tikvah Instituts bescheinigt den deutschen Medien eine einseitige Nahost-Berichterstattung. Israel wird demnach häufig als alleiniger Aggressor des Nahost-Konflikts dargestellt

von Elisa Makowski  22.03.2026

Krieg gegen Iran

Sechs tote bei Helikopterabsturz in Katar

Die Streitkräfte in Katar bemühen sich, den Golfstaat trotz täglicher iranischer Angriffe zu beschützen. Jetzt stürzt ein Hubschrauber ab. Anzeichen für einen Abschuss gibt es zunächst nicht.

 22.03.2026

Nahost

Führen die USA und Israel noch denselben Kampf?

Donald Trump und Benjamin Netanjahu sind gemeinsam in den Krieg gegen den Iran gezogen. Doch was die Regierungen kommunizieren, ist teilweise sehr unterschiedlich

von Sara Lemel, Cindy Riechau, Anna Ringle  22.03.2026

Krieg

Trump setzt Iran Ultimatum

Sollte das Regime nicht innerhalb von 48 Stunden die Blockade der Straße von Hormus aufgeben, würden die USA Irans Kraftwerke angreifen

 22.03.2026

Nach Antizionismus-Beschluss

Linken-Spitze will gegen Antisemitismus vorgehen

Die Linke kommt wegen interner Debatten über Antisemitismus nicht zur Ruhe. Nun reagiert die Parteiführung mit einem Antrag

 21.03.2026

Nahost

Israels Armee-Chef Zamir: Irans Raketen könnten Berlin treffen

Israels Militärchef warnt: Nach dem iranischen Angriff auf Diego Garcia sieht er auch europäische Hauptstädte wie Berlin im Radius iranischer Raketen. Der Krieg habe etwa die Halbzeit erreicht

 21.03.2026

Teheran

Modschtaba Chamenei bleibt unsichtbar

Der neue »Oberste Führer« des Iran zeigt sich weiter nicht in der Öffentlichkeit. Eine verlesene Botschaft ersetzt seine Neujahrsrede

 20.03.2026