Justiz

Schoa-Überlebende erinnern an den Beginn der Nürnberger Prozesse vor 75 Jahren

Roman Kent, Auschwitz-Überlebender Foto: Gregor Zielke

Holocaust-Überlebende haben an den Beginn der Nürnberger Prozesse vor 75 Jahren erinnert.

»Heute wissen wir, dass die Nürnberger Prozesse ein entscheidendes Signal dafür bleiben, dass die Täter von Völkermord überall auf der Welt zur Verantwortung gezogen werden müssen. Sie waren aber auch ein Signal dafür, dass Recht und Gesetz nach Deutschland zurückgekehrt waren«, sagte der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner, am Donnerstag in Berlin.

hauptkriegsverbrecherprozess Vor 75 Jahren am 20. November 1945 waren die Nürnberger Prozesse eröffnet worden. Im sogenannten Hauptkriegsverbrecherprozess standen 24 ranghohe Vertreter des NS-Staats im Saal 600 des Nürnberger Justizpalast vor Gericht.

Zum Jahrestag am Freitag findet ein Festakt mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier statt. Wegen der Corona-Hygieneregeln ist die Veranstaltung aber nicht öffentlich. Sie soll live im Internet übertragen werden.

Zum Jahrestag am Freitag findet ein Festakt mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier statt.

Der Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees und Auschwitz-Überlebende, Roman Kent, sagte: »Wir hatten wirklich gehofft, dass nach den Nürnberger Prozessen die Welt nicht aufgeben würde, diejenigen zu orten und vor Gericht zu stellen, an deren Händen das Blut unschuldiger Menschen klebte. Aber das ist in viel zu wenigen Fällen und viel zu spät geschehen.«

Heubner sagte, viele Menschen in Deutschland hätten damals die Nürnberger Prozesse als »Siegerjustiz« denunziert und damit die Realität der eigenen Mitverantwortung für die Verbrechen des Dritten Reiches von sich weggeschoben. epd

Debatte

Zentralrat der Juden positioniert sich zum Thema AfD-Verbot

 05.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  04.07.2026

Parteien

AfD-Chefin Alice Weidel äußert sich zu möglichen Koalitionen mit der CDU

Wie hält es die rechtsextreme Partei ihrerseits mit einer Annäherung an die Union?

 04.07.2026

Parteitag

AfD bestätigt Führungsduo – Chrupalla verliert an Rückhalt

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. Chrupalla muss allerdings Federn lassen. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter

von Anne-Beatrice Clasmann  04.07.2026

Essay

Die Sprache der AfD

Gewalt, NS-Bezüge und Antisemitismus: Wie die rechtsextreme Partei auch rhetorisch die Grenzen verschiebt. Eine linguistische Analyse

von Deborah Kämper  04.07.2026

Thüringen

Mehr als 30.000 Menschen protestieren gegen AfD-Parteitag

Trotz Blockaden bleibt die Stimmung meist friedlich – doch es gibt auch Zwischenfälle mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen

von Simone Rothe  04.07.2026

Wien

Antisemitismus am Denkmal für einen Antisemiten

Ausgerechnet am umstrittenen Denkmal für den einstigen Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist es zu einem judenfeindlichen Eklat gekommen

 03.07.2026