Deutschland

Elif Eralp war Mitglied der linksextremistischen Roten Hilfe

Elif Eralp (Die Linke) Foto: picture alliance / dts-Agentur

Die Berliner Linken-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp und Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl war mehrere Jahre Mitglied des Vereins Rote Hilfe. Sie sei aber im vergangenen Jahr ausgetreten, teilte der Landesverband der Partei auf dpa-Anfrage mit. Zuvor hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« darüber berichtet. Der Landesverfassungsschutz erwähnt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin. 

Nicht alle Mitglieder des Vereins verfolgten selbst verfassungsfeindliche Zielsetzungen, heißt es darin. Die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer. 

Lesen Sie auch

Nach Angaben von Linke-Landesgeschäftsführers Bjoern Tielebein ist Eralp der Roten Hilfe während ihres Jurastudiums in Hamburg beigetreten. »Weil sie unterstützen wollte, dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen«, teilte er mit. 

»Sie war über Jahre passives Mitglied und ist wegen teilweise anderer politischer Ansichten im letzten Jahr noch vor der Spitzenkandidatur ausgetreten.« Ihre Mitgliedschaft sei auf ihrer Homepage und der des Abgeordnetenhauses immer transparent gewesen.

Die Rote Hilfe versteht sich laut ihrer Satzung als »linke Schutz- und Solidaritätsorganisation« für alle, die aufgrund ihrer politischen Betätigung verfolgt würden, wie der Verfassungsschutz in seinem Bericht aus dem Jahr 2025 erwähnt. »Sie unterstützt von Strafermittlungen Betroffene materiell und politisch. Ausschlaggebend ist allein die politisch linke Motivation der Tat.« 

Nach dem 7. Oktober 2023 gab es in der Organisation Auseinandersetzungen wegen der Unterstützung israelfeindlicher Akteure. So hatte die Rote Hilfe einen Aktivisten der Gruppe Samidoun unterstützt. Diese galt als Vorfeldorganisation der terroristischen PFLP. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erließ am 2. November 2023 ein Betätigungsverbot gegen Samidoun und ließ die Vereinigung auflösen. Die Rote Hilfe stellte ihre Unterstützung für den Samidoun-Aktivisten bereits vorher ein, nachdem nämlich die Gruppierung ihre Sympathie für das antisemitische Massaker vom 7. Oktober bekundet hatte. Für viele Kritiker kam diese Entscheidung allerdings viel zu spät.

Eralp hat nach dem Wahlsieg der Linke erklärt, Regierende Bürgermeisterin in Berlin werden zu wollen. Bei der Wahl zum Landesparlament am 20. September war die Partei mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. ja/dpa

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Sondierungen

Lauterbach gegen Rot-Grün-Rot in Berlin

Karl Lauterbach hält den Antisemitismusvorwurf gegen die Linke in Neukölln für gerechtfertigt. Dennoch warnt er vor einer Gleichsetzung mit der AfD

 09.10.2026

Washington D.C.

Trump: Bis zu den Midterms keine Angriffe auf Iran

Am 3. November wird in den USA gewählt. Medien berichteten über mögliche neue Angriffe gegen den Iran noch vor dem Urnengang. Dem widerspricht der Präsident nun

 09.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden kritisiert Antisemitismus-Papier von Linken, Grünen und SPD

Die mutmaßliche neue Regierung will mit Gremien gegen antisemitische Ausfälle von Abgeordneten der Koalition vorgehen. Den Zentralrat der Juden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die WerteInitiative überzeugt das nicht

 09.10.2026 Aktualisiert

Nahost

Huthis greifen Flughafen in Riad an

Die Huthi und die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung bekämpfen sich im Jemen weiter. Auch Saudi-Arabien gerät immer wieder selbst in die Schusslinie. Droht eine weitere Eskalation am Golf?

 08.10.2026