Rosch Haschana

»Einzigartiger und wunderbarer Vertrauensbeweis«

Zu Rosch Haschana grüße ich Sie herzlich! Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Neujahrsfest im Kreis Ihrer Familien und Freunde. Mögen Friede und Zuversicht, Gesundheit und Glück Sie auch durch das neue Jahr tragen!

In diesem Jahr feiern wir die Zeitenwende vor 30 Jahren, als die friedliche Revolution in der DDR und die Freiheitsbewegungen in den mittel- und osteuropäischen Staaten zur Einheit Deutschlands und Einigung Europas führten. Diese historischen Ereignisse waren eine Zäsur für uns alle auf unserem Kontinent – so auch für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland.

SOWJETUNION Der Zuzug jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus der ehemaligen Sowjetunion führte zu einem rasanten Wachstum der Gemeinden, zu einer neuen Vielfalt und Vielstimmigkeit. Heute ist die jüdische Gemeinschaft in Deutschland dank ihrer großen Integrationsleistung die drittgrößte in Europa. Neue Synagogen, jüdische Kindergärten und Schulen haben sich etabliert.

Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, dass jüdisches Leben in Deutschland nach dem Zivilisationsbruch der Shoa wieder aufblühen konnte.

Rabbiner – inzwischen auch Rabbinerinnen – werden wieder hier in Deutschland ausgebildet und ordiniert. Es ist ein einzigartiger und wunderbarer Vertrauensbeweis und eine große Bereicherung für unser Land, dass jüdisches Leben nach dem Zivilisationsbruch der Shoa wieder aufblühen konnte. Dies erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

COURAGE Zugleich braucht es heute wieder mutige Menschen, die für unsere Werte einstehen, um in Frieden und Freiheit zusammenleben zu können. Wir müssen entschlossen und deutlich gegen jede Form von Antisemitismus und Rassismus vorgehen. Wir müssen unsere Stimme erheben, wenn sich Hass und Hetze im Internet verbreiten. Wir dürfen nicht hinnehmen, wenn Kritik an der Politik des Staates Israel zum Deckmantel für Ressentiments gegenüber jüdischen Menschen wird.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wir dürfen nicht wegsehen, wenn Menschen auf der Straße angepöbelt oder tätlich angegangen werden, weil sie eine Kippa tragen. Antisemitische Taten und Worte sind immer auch Angriffe auf unsere ganze Gesellschaft und ihre Werte, die uns alle zusammenhalten.

Durch Erziehung und Bildung, durch Vermittlung von Wissen und Erfahrung, durch gegenseitiges Kennenlernen lassen sich Vorurteile überwinden. Die Menschlichkeit einer Gesellschaft bemisst sich immer auch am Willen zum Dialog. Offenheit füreinander hat viele Facetten. Das sehen wir auch an den zahlreichen Initiativen, um Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen und
religiösen Gruppen zusammen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Von ganzem Herzen danke ich allen, die sich für Austausch und Verständigung in unserem Land engagieren. Nichts schützt besser vor Menschenfeindlichkeit als persönliche Begegnung.

Wir dürfen nicht hinnehmen, wenn Kritik an Israel zum Deckmantel für Ressentiments gegenüber Juden wird.

In unserem Land soll jeder Mensch den eigenen Weg gehen können und Wertschätzung erfahren – unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht. In unserem Land soll sich jede Frau und jeder Mann sicher und anerkannt fühlen können. Es ist eine gemeinsame Aufgabe des Staates wie auch eines jeden Einzelnen von uns, sich auf der Grundlage von Respekt und Toleranz für ein friedliches und gedeihliches Miteinander einzusetzen – in der Familie und Nachbarschaft, im Beruf und Ehrenamt, in Politik und nicht zuletzt in Religionsgemeinschaften.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass das bevorstehende Jahr ein gutes Jahr wird – Schana Towa!

Transportbetonwerk der Firma Heidelberg Materials in München (Symbolbild)

Hessen

Brandanschlag aus Israel-Hass?

Bei einer Betonfirma entstand durch das Feuer ein Sachschaden in Höhe von etwa 800.000 Euro. Nun tauchte ein Bekennerschreiben auf, das die Tat mit der Politik Israels begründet

 03.09.2026

Abgeordnetenhauswahl

Offene Ohren

Was passiert, wenn 100 Berliner Israelis 45 Minuten haben, um einem Landespolitiker Fragen zu stellen? Etwas anderes, als Sie denken

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026

Medien

Wie »Die Zeit« den fanatischen Israelhasser Zohran Mamdani zur politischen Lichtgestalt umdeutet

von Regula Stämpfli  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Medien

Stephan-Andreas Casdorff ist wieder für den »Tagesspiegel« tätig

Die KI-generierten Meinungstexte von Stephan-Andreas Casdorff im »Tagesspiegel« hatten in der Branche für viel Aufruhr gesorgt. Seit Juni hatte der Ex-Chefredakteur seine Tätigkeit ruhen lassen. Nun kehrt er zurück

von Jana Ballweber  03.09.2026

Henning Lobin, Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

Interview

Experte: AfD nutzt Sprachpolitik als »trojanisches Pferd«

Soziales Verhalten wird in der öffentlichen Kommunikation zunehmend durch psychologische Kategorien beschrieben, beobachtet der Sprachforscher Henning Lobin. Er hat sich mit der Sprachpolitik der AfD befasst

von Christine Süß-Demuth  03.09.2026

Frankfurt am Main/Magdeburg

Kann die AfD Staatsverträge zu Medienthemen kündigen?

Die AfD will bei einem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt aus Staatsverträgen aussteigen, die Medienthemen regeln. Dabei müsste die neue Landesregierung jedoch zahlreiche Anforderungen beachten

 03.09.2026

Wahlen

Wie antisemitisch ist die AfD?

Die rechtsextreme Partei inszeniert sich gern als Vorkämpferin gegen Judenhass und für Israel. Ein Faktencheck

von Stefan Dietl  03.09.2026

Landtagswahlen

Zünglein an der Waage?

Das »Bündnis Sahra Wagenknecht« (BSW) könnte besonders in Sachsen-Anhalt wichtig werden

von Ralf Fischer  03.09.2026