Fußball

Eintracht Frankfurt geht gegen antisemitische Rufer vor

Schiedsrichter Orel Grinfeld zeigt dem Frankfurter Ante Rebić die Rote Karte. Foto: imago

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat vereinzelte antisemitische Äußerungen von Zuschauern beim Europa-League-Heimspiel gegen Racing Straßburg eingeräumt, einen Generalverdacht aber energisch zurückgewiesen. Die Beschimpfungen gegen den israelischen Schiedsrichter Orel Grinfeld hätten noch während des Playoff-Rückspiels am vergangenen Donnerstag zu Konsequenzen geführt.

»Vier Personen wurden nach entsprechenden Hinweisen von Zuschauern des Stadions verwiesen. Weitergehende rechtliche Maßnahmen strafrechtlicher und zivilrechtlicher Art - von der Kündigung der Dauerkarte, der Verhängung von Hausverboten bis hin zur Einleitung eines Vereinsausschluss-Verfahrens - sind bereits veranlasst«, teilte der Verein am Dienstag mit. Drei weiteren Hinweisen werde nachgegangen.

WERTE »Die Haltung von Eintracht Frankfurt zu Antisemitismus ist hinlänglich bekannt. Generationen von Fans und Zehntausende von Mitgliedern haben sich mit Leidenschaft der Bewahrung dieser Haltung verschrieben«, schrieb der Verein auf seiner Homepage.

Rechtliche Maßnahmen strafrechtlicher und zivilrechtlicher Art sind bereits veranlasst.

Weiter hieß es: »Die Behauptung, zu Beginn der zweiten Halbzeit sei von größeren Gruppen, Tausenden oder gar der ganzen Kurve, wie es in einem Zitat hieß, das Wort Judensau in Richtung des Schiedsrichters skandiert worden, ist falsch.«

Gerufen worden sei ein Wort, das über seinen beschimpfenden Charakter hinaus keinen diskriminierenden oder gar antisemitischen Charakter aufweise. Das habe eine Auswertung von Tonspuren einer TV-Produktion sowie eine Befragung von Zeugen ergeben.  dpa

Brüssel

Überwachungsbehörde nimmt Europapartei der AfD ins Visier

Verstößt die Europapartei, zu der auch die »Alternative« gehört, gegen Grundwerte der EU? Die zuständige Behörde sieht Hinweise auf problematisches Vorgehen in Mitgliedsparteien. Kommt ein Verfahren?

von Valeria Nickel  29.05.2026

Beirut

Entwaffnung der Hisbollah - ein unmögliches Unterfangen?

Seit mehr als zwei Jahren attackiert die Hisbollah Israel. Die Regierung in Jerusalem will eine Entwaffnung der Terrororganisation. Doch geht das?

 29.05.2026

Hintergrund

Israel über Guterres: »Sind mit diesem Generalsekretär fertig«

Die Beziehungen zwischen Israel und dem bald aus dem Amt scheidenden UN-Generalsekretär António Guterres sind auf einem neuerlichen Tiefpunkt. Dabei hatte alles ganz anders begonnen

von Michael Thaidigsmann  29.05.2026

Kiel

Mehr als 400 antisemitische Vorfälle im Norden gemeldet

»Die massiven Konsequenzen (...) sind Ausdruck eines wachsend gesamtgesellschaftlich antisemitischen Grundrauschens, das wir seit 2023 beobachten müssen«, so die Dokumentationsstelle Antisemitismus

 29.05.2026

New York

Streit um Bericht zu sexueller Gewalt: WJC kritisiert UN scharf

Narrative, die Israel pauschal delegitimierten, seien problematisch, so der Jüdische Weltkongress. Die ursprünglichen Gründungsideale der Vereinten Nationen müssten wieder in den Mittelpunkt rücken

 29.05.2026

Interview

»Ohne den Mossad wäre ich vermutlich schon unter der Erde«

Das iranische Regime wollte Volker Beck ermorden lassen. Im Gespräch erzählt der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, wie der Anschlagsplan sein Leben verändert hat und was sich seiner Meinung nach nun ändern muss

von Leon Stork  29.05.2026

Berlin

Gutachten zweifelt an Vorstoß gegen Leugnung des Existenzrechts Israels

Hessen will über den Bundesrat erreichen, dass die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe gestellt wird. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag erhebt Bedenken

 29.05.2026

Colorado Springs

JD Vance: USA und Iran kurz vor Einigung

Es sei noch zu früh, um zu sagen, »wann oder ob« die USA und der Iran die Verhandlungen erfolgreich abschließen könnten, sagt der Vizepräsident

 29.05.2026

Toronto

Vermisste 14-Jährige Esther wohlbehalten aufgefunden

Das jüdische Mädchen ist wieder bei seiner Familie. Die Jugendliche wurde in einem Wohnhaus entdeckt

 29.05.2026